Wenden (lat. Venedi, auch Elbslawen) ist der alte deutsche Name für alle Slawen.
Er leitet sich von dem Name der Venedi ab, der für verschiedene Völker benutzt wurde und mit dem Erscheinen der Slawen von mittelalterlichen Autoren auch für das ihnen unbekannte Volk verwendet wurde. Wie auch die manchmal abwertend gemeinte Bezeichnung "Welsche" zeugt er von einer Distanzierung von Germanen und später Deutschen gegenüber ihren Nachbarn.
Speziell bezeichnet der Name Wenden oder Winden diejenigen Westslawen, die vom 7. Jahrhundert an große Teile Nord- und Ostdeutschlands (Germania Slavica) bewohnten. Analog dazu existiert in Österreich das heute negativ konnotierte Adjektiv windisch zur Bezeichnung der Slowenen bzw. ihrer Sprache, siehe: windische Sprache.
Im Laufe der mittelalterlichen Ostkolonisation ab dem 11. Jahrhundert, verstärkt aber erst im 12. Jahrhundert und 13. Jahrhundert, kam es zu einer Verschmelzung der Elbslawen mit den neuzugewanderten deutschen Siedlern und zur Herausbildung von sogenannten "deutschen Neustämmen" der Brandenburger, Mecklenburger, Pommern, Schlesier und Ostpreußen (Die Ostpreußen sind jedoch nicht aus Deutschen und Wenden, sondern aus Deutschen, den baltischen Pruzzen und den Masowiern entstanden). Die slawische Sprache verschwand jedoch nicht plötzlich und nicht überall, sondern wurde in einem jahrhundertelangen Prozess - nicht selten durch Restriktionen (Gebrauchsverbote) - zurückgedrängt. Noch Martin Luther schimpfte über die "wendisch sprechenden" Bauern in der Gegend von Wittenberg. In einigen Gebieten wie im niedersächsischen Wendland (s. auch Drawehn) oder in der brandenburgisch-sächsischen Lausitz konnten die Slawen ihre kulturelle Eigenständigkeit und Sprache jedoch bis weit ins 18. Jahrhundert bzw. bis heute bewahren.
Ein recht widersprüchliches Schicksal hatten die slawischen bzw. slawischsprachigen (nicht-polnischen!) Bevölkerungsteile in den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach 1945 (im südlichen Ostpreußen und in Oberschlesien). Sie sind nach 1945 im polnischen Volk aufgegangen oder aber definieren sich nunmehr - sich der Polonisierung widersetzend - als deutsche Minderheit, mitunter auch einfach als "Schlesier". Die Wissenschaft hatte diesen Zustand der nichteindeutigen Volkszugehörigkeit früher "schwebendes Volkstum" genannt: Diese Menschen waren der Abstammung nach eher Slawen, bedienten sich aber nur noch teilweise der slawischen Sprache (oft nur als "Haussprache"), fühlten sich aber eher als Deutsche. Der zuletzt "eingedeutschte" slawische Stamm waren die sogenannten Slowinzen im östlichen Pommern, die um 1900 ihre slawische Sprache verloren hatten. Nach 1945, als die deutsche Provinz Pommern östlich der Oder an Polen fiel, sollten ihre Nachfahren zunächst "polonisiert" (= als eigentliche Slawen ins polnische Volk integriert) werden. Da sie sich dem aber widersetzten, weil sie sich inzwischen längst als Deutsche fühlten, ließ man sie schließlich in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen.
Die Slawen im Elb-Saale-Gebiet und in der Lausitz gerieten schon früher unter den Einfluß der christlichen Kirche. 968 wurde das Erzbistum Magdeburg mit den Suffragen Zeitz, Merseburg und Meißen eingerichtet und die Christianisierung weiter vorangetrieben.
In Quellen aus dem ostfränkisch-deutschen Reich werden eine große Zahl von Stämmen und Stammesverbänden insbesondere seit dem 8. Jahrhundert genannt. Die größten Verbände waren die der Abodriten, Wilzen und die Sorben (von Nord nach Süd). Jedoch bleibt häufig unklar, was sich hinter diesen Namen verbirgt. Es dürfe sich jedoch nicht um festgefügte, homogene und scharf umrissene Gruppierungen gehandelt haben, wie im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert zumeist angenommen wurde. Vielmehr ist von recht mobilen Gruppierungen auszugehen, die in ihrer Zusammensetzung und Abgrenzung relativ flexibel waren.
In der Beschreibung des so genannten Bayrischen Geographen (Geographus Bavarus) aus der Mitte des 9. Jahrhunderts mit späteren Überarbeitungen und Zusätzen werden die zu dieser Zeit bekannten Stämme und die Zahl der ihnen zugehörigen civitates - Siedlungskammern mit einer zentralen Burganlage und zugehörigen Siedlungen und kleinere Befestigungen - genannt (Völkertafel von St. Emmeram).
In den mittelalterlichen Quellen werden deutlich von den Sorben geschieden die
In der Oberpfalz ist der Name "Windisch" nicht nur als Familienname anzutreffen, sondern ist auch Bestandteil des Namens der Stadt Windischeschenbach in der Oberpfalz. Bis nach Böhmen und in die Oberpfalz waren während der großen Völkerwanderung heimatsuchende „Windische“ (die Wenden) gekommen und hatten ein nur spärlich besiedeltes Gebiet angetroffen.
Folgende Orte und Ortsteile in Deutschland nehmen direkt auf ihren wendischen Ursprung Bezug:
Nicht in jedem Falle ist bei diesen Ortsnamen sicher davon auszugehen, dass die Orte "wendische" Siedlungen waren. Mit dem Zusatz "wendisch" kann auch eine Richtung beschrieben worden sein. Eine Sammlung von "Wendisch-Orten" findet sich auf der Seite von Wendisch Evern.
Daneben entstammt ein großer Teil der Ortsnamen in Ostdeutschland der slawischen oder wendischen Sprache. Die bekanntesten Beispiele sind Berlin, Dresden und Leipzig. Auch zahlreiche Familiennamen in Ostdeutschland sind daher wendischen Ursprunges, z.B. Noack, Tietze, Lietze u.a..
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