Folio 34r - The Last Judgement.jpg]] Das Jüngste Gericht, auch Jüngster Tag, Letztes Gericht oder Weltgericht, stellt die auf antike apokalyptische Vorstellungen zurückgehende christliche Auffassung von einem das Weltgeschehen abschließenden göttlichen Gericht dar.
Durch die Ankündigung des Jüngsten Gerichts wird der Ernst gegenwärtiger Entscheidungen deutlich, was oft mit der Wiederkunft Christi (Parusie) zusammengebracht wird. Zeit und Ort des Gerichts bleiben jedoch ungewiss. Dies benutzen manche Sekten, die den baldigen Weltuntergang vorhersagen und ihren Mitgliedern entsprechende Überlebenskonzepte versprechen. (Was im Grunde genommen dem Text der Bibel völlig widerspricht: Es heisst, der Tag des Weltgerichts kommt dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Also kann es auch keine Sekte wissen...)
Vor dem jüngsten Gericht erwarten Christen (nach der Offenbarung des Johannes) einen Kampf zwischen den Kräften des Guten Gott, Jesus Christus) und den Kräften des Bösen (Teufel). Der Ausgang dieses Kampfes sei prophezeit, der Teufel und seine Anhänger würden für immer verstoßen. Zu den Anhängern des Satans gehörten Sünder, welche sich nicht aus der Trennung von Gott (Sünde) befreien lassen hätten. Diese würden in den Feuer- und Schwefelsee geworfen (Höllensturz). Das bedeutete nach der Bibel ewige Vernichtung ohne Möglichkeit wieder aufzuerstehen.
Für die Anhänger von Jesus Christus folge dagegen die Neuerschaffung der Welt und das ewige Leben. Bis zur Zeit dieses letzten Kampfes versuche der Teufel nach christlichem Verständnis, möglichst viele Menschen davon abzuhalten, den rechten Pfad, d.h. den Glauben an Gott durch Christus, zu finden. Die Methoden des Teufels seien dabei Verharmlosung, Lüge oder Verschleierung sowie Lähmung der Missionsarbeit.
Auch Matthäus berichtet in seinem Evangelium vom Jüngsten Gericht (Weltgericht). Diese Bibelstelle (Mt 25, 31-46) wird als einer der wichtigsten Texte für das Christentum gesehen. Jesus trennt hier als Richter die gerechten Menschen von den ungerechten. Jesus sagt den berühmten Satz: "Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."
Das Bildprogramm folgt dabei einem typischen Muster. Meist befindet sich oben mittig der thronende Christus (Pantokrator (=Allherrscher), Salvator Mundi (=Erlöser der Welt, Heiland), flankiert von Aposteln und/oder Heiligen. Stets werden (vom Betrachter gesehen) links die Seligen dargestellt, die in den Himmel auffahren, und rechts die Verdammten, die zur Hölle herabstürzen. (Dieselbe Links-Rechts-Ordnung findet man auch bei Kreuzigungs-Bildern, obwohl sie nicht biblisch begründet ist.) Oft begegnet man auch dem Erzengel Michael (mit Seelen-Waage und Schwert), den vier Evangelisten oder den klugen und den törichten Jungfrauen (letztere typischerweise mit offenem Haar dargestellt).
Ein bekanntes Gemälde * des Jüngsten Gerichts stammt von Michelangelo (1536-41) und befindet sich in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.
Größte diplomatische Verwicklungen brachte die Kaperfahrt des Danziger Kriegschiffs Peter von Danzig im Seekrieg der Hanse gegen England mit sich, die 1473 ein Schiff aufbrachte, das den bekannten Danziger Hans Memling-Altar Das jüngste Gericht an Bord hatte, der eigentlich für die Medici bestimmt war.
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"Jüngstes Gericht".
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