Logo_WJF.jpg Die Weltfestspiele der Jugend und Studenten sind regelmäßig veranstaltete internationale Jugendtreffen, die 1947 vom Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) ins Leben gerufen wurden. Der WBDJ ist bis heute die wichtigste veranstaltende Organisation. Die teilnehmenden Jugend- und Studierendenverbände sind überwiegend links, oft kommunistisch ausgerichtet.
Der am 10. November 1945 gegründete WBDJ beschloss, Weltjugendtreffen zu veranstalten; diese Treffen sollten „die internationale Freundschaft und Verständigung der Jugendlichen der verschiedenen Länder entwickeln und verstärken, einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der Welt und zur Erhaltung des Friedens leisten und mit allen geeigneten Mitteln das Leben, die Tätigkeit, die Bestrebungen der Jugend der verschiedenen Länder zeigen“.
Auf den Weltfestspielen wird diskutiert und gefeiert, man hört und bietet Musik und Vorträge. Die Veranstaltungen sind politisch und kulturell geprägt. Besonders in der Zeit des Kalten Krieges waren sie immer wieder Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen, vor allem 1959 und 1962 als sie in westlichen Ländern stattfanden, sowie 1968, als die Studentenrevolte und der "Prager Frühling" auch das Festival in Sofia beeinflussten.
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Teilnahmewillige Jugendliche aus der BRD wurden teilweise durch BRD-Behörden gehindert: So wurde eine 10 km tiefe "Sperrzone" entlang der Zonengrenze, eingerichtet, um Jugendliche daran zu hindern, in die DDR zu gelangen. 450 Hamburger Jugendliche werden vom BGS am Grenzübergang Lübeck verprügelt und misshandelt, als sie versuchten in die DDR zu gelangen, um an den Weltfestspielen teilzunehmen. Falken und Jusos forderten: "Weg mit der Adenauer Clique!" Bei dem Versuch, nach Berlin zu gelangen, ertrank der Leiter der Falkengruppe "Geschwister Scholl", Werner Tiegel, auf der Flucht vor dem BGS in der Elbe. Trotzdem nahmen mehr als 35.000 junge Menschen aus der BRD und aus Westberlin am Festival teil.
In der DDR fanden die Weltfestspiele ein weiteres Mal im Jahre 1973 statt. Dort kamen in neun Tagen etwa 8 Millionen Besucher mit 25.600 Gästen aus 140 Staaten zusammen, darunter 800 Jugendliche aus der Bundesrepublik. Auf 95 Bühnen gab es Beat- und Rockmusik und Lieder von Singeklubs. Das in einem Preisausschreiben siegreiche Festivallied war: „Die junge Welt ist in Berlin zu Gast, und sie schert sich nicht darum, ob es dem Feinde passt“. Stellvertretender Leiter des Organisationskomitees war der damalige Mitarbeiter im FDJ-Zentralrat und spätere Dresdener Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer.
Kleines Kuriosum am Rande: Anlässlich der Weltfestspiele 1973 benannte die DDR-Regierung den in der Nähe gelegenen U-Bahnhof Walter-Ulbricht-Stadion (heute: Schwartzkopffstraße), der seit dem Mauerbau ein sogenannter Geisterbahnhof war, in Stadion der Weltjugend um, was nur für vorbeifahrende West-Berliner U-Bahn-Fahrgäste sichtbar war, denn auf DDR-Stadtplänen waren die Geisterbahnhöfe nicht verzeichnet.
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