Der Begriff Weltbevölkerung bezeichnet die geschätzte Anzahl der Menschen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt auf der Erde lebten oder (hochgerechnet) leben werden. Die Disziplinen Demografie und Bevölkerungsgeographie untersuchen den Stand, die historische Entwicklung, die räumliche Verteilung und die die Dynamik der Weltbevölkerung, und erstellen Prognosen.
Im Januar 2006 umfasste die Weltbevölkerung 6,519 Milliarden Menschen. Derzeit leben ca. 5,8 % aller jemals geborenen Menschen.
Als Homo erectus sich von Afrika aus über die Kontinente der Alten Welt verbreitete, war das mit einem starken Wachstum der Population verbunden. Auf die Explosion folgte die Implosion. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich für die Entwicklung der Bevölkerung der Neandertaler ab. Endlich wiederholte sich die Expansion beim Homo sapiens sapiens.
In der Bronzezeit betrug die Weltbevölkerung ungefähr 30 Millionen Menschen. In der Eisenzeit stieg sie erstmals sprunghaft an, auf über 100 Millionen, und stieg bis im Frühmittelalter kontinuierlich weiter auf etwa 200 Millionen. Im Hochmittelalter begann sich das Wachstum erneut zu beschleunigen, erlitt allerdings im Spätmittelalter signifikante Einbrüche durch die Pest und den Hundertjährigen Krieg. Bis um 1600 waren dennoch 500 Millionen erreicht. Das Wachstum stieg mit der Industrialisierung ab etwa 1750 auf über 0,5 % im Jahr, und im 20. Jh. sogar dauerhaft über 1 %.
Die Größe der Weltbevölkerung lässt sich immer nur schätzen. Für die Zeit vor dem 19. Jahrhundert sind die Schätzungen nicht per se ungenauer als die neuesten Erhebungen. Das hängt jeweils vom Stand der Forschung und vom gewählten Zeitpunkt ab. Für die Zeit vor der Dorfkultur sind die Näherungswerte aufgrund der ethnologischen Forschungsergebnisse über die Bevölkerungsdichte bei verschiedenen Naturvölkern zum Beispiel recht brauchbar.
Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung im Jahr 2004 betrug gemäß WHO 27,6 Jahre.
Bevoelkerungswachstum_00_05.PNG
1804 überschritt die Weltbevölkerung eine Milliarde Menschen und ein rapides Bevölkerungswachstum setzte ein. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht. Die Anzahl der weltweit lebenden Menschen übersprang nach Berechnungen der UN am 12. Oktober 1999 erstmals die 6-Milliarden-Marke. Bis Februar 2006 sind wieder rund 525 Millionen Menschen hinzugekommen, momentan steigt die Zahl der Erdenbürger in jeder Sekunde um 2,6. Bei einer Fortdauer dieser Entwicklungsdynamik kämen ca. alle 14 Jahre eine Milliarde Menschen hinzu. Der überwiegende Anteil des Bevölkerungswachstums findet derzeit in den Entwicklungsländern bzw. in den wenig entwickelten und ärmeren Staaten der Welt statt.
Neueste Prognosen zeigen, dass die Weltbevölkerung in ca. 50 Jahren ein Maximum (sogenannter Bevölkerungszenit) bei ca. 8 Milliarden erreichen und danach stark abnehmen könnte(bis zum Jahr 2100 auf ca. 2 Milliarden). Grund ist die fortschreitende Überalterung der Weltbevölkerung durch stark abnehmende Geburtenraten, während jedoch die Lebenserwartung zunimmt. Besonders in Japan und Europa ist mit starken Bevölkerungsrückgängen zu rechnen. Ohne Gegenmaßnahmen (z. B. Geburtenförderungen) ist auch nach dem Jahr 2100 mit sinkenden Geburtenzahlen zu rechnen.
Drei Projektionen des Wachstums der Weltbevölkerung.PNG
Bei derzeit ziemlich genau 6,5 Milliarden Menschen erwartet man bei mittlerer Projektion bis 2025 8,5 Milliarden Menschen und 2050 fast 9,5 Milliarden Menschen, die zu ernähren sind.
Daten Stand Mitte 2005, aus DSW-Datenreport 2005:
In diesen 15 bevölkerungsreichsten Staaten leben 4,253 Milliarden Menschen und somit etwa 66,5 % der gesamten Weltbevölkerung.
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