Die Welser waren im Mittelalter hinter den Fuggern das an Bedeutung zweitgrößte Patriziergeschlecht in Augsburg. Aufgrund ihrer wachsenden Handelsstellung zu Reichtum gekommen, finanzierten diese oberdeutschen Kaufleute Herrscher verschiedener europäischer Staaten. Faktoreien unterhielten die Welser unter anderem in Antwerpen, Lyon, Madrid, Sevilla, Lissabon, Venedig und Rom sowie Santo Domingo.
Anton Welser der Ältere (* 1451, † 1518) stieg auch in den Waren- und Seehandel mit eigener Flotte, das Reedereigeschäft und den Geldverleih ein.
Kaiser Karl V. überließ Bartholomäus Welser dem Älteren der von 1519 bis 1551 die Geschicke der Welser-Gesellschaft steuerte, im März 1528 im Gegenzug für eine ihm gewährte Anleihe die Statthalterschaft über die spanische Überseeprovinz Venezuela. Zuvor, im Vertrag vom 12. Februar 1528 mit dem spanischen Hof, erhielten die Welser für eine Lizenzgebühr von 20.000 Dukaten das Monopol, in der Vertragslaufzeit von vier Jahren 4.000 Negersklaven in die spanischen Kolonien nach Südamerika zu liefern.
Außer Sklaven waren im Südamerikahandel Gold, Perlen, Farbstoffe wie Indigo, Edelhölzer, Drogen und Medikamente äußerst gewinnträchtig. Das angeblich gegen die aus der Neuen Welt eingeschleppte Syphilis wirkende Guajakholz war ein Importschlager für die Welser.
Auch Anton Welser der Jüngere (* 1486, † 1557) betrieb gemeinsam mit seinem Bruder Bartholomäus den Handel mit Spanisch-Amerika. Zuckerplantagen unterhielten die Welser auf Hispaniola und auf Madeira. Bis 1554 beuteten die Welser die Bodenschätze an der venezolanischen Küste aus. Mit dem Rücktritt Karls V. im Jahr 1556 gingen die Handelsrechte verloren.
Philippine Welser (* 1527 in Augsburg, † 24. April 1580 auf Schloss Ambras), die Nichte von Bartholomäus Welser, wurde von Erzherzog Ferdinand II. von Tirol im Jahr 1557 geheiratet. Die Ehe wurde lange Zeit verheimlicht. Philippine lebte auf Schloss Ambras bei Innsbruck. Sie sammelte Heilkräuter und schrieb ein Arzneibuch mit vielen Rezepten. Außerdem verfasste sie ein exquisites Kochbuch über Gerichte in ihrer Zeit.
Unternehmerfamilie | Ehemaliges Unternehmen (Deutschland) | Ehemaliges Unternehmen (Frühe Neuzeit) | Deutsche Geschichte | Augsburger Geschichte