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Wellpappe ist ein überwiegend in der Verpackungsindustrie verwendetes Zellstoffprodukt, das leicht und relativ stabil ist. Wellpappe ist eine der am weitesten verbreiteten Verpackungen der Welt. Die Herstellung von Wellpappe ist aufwändig und mit hohem Rohstoffaufwand verbunden.

Sie besteht häufig aus drei Lagen: Eine ebene Schicht Papier, dann eine S-förmig dazwischengeklebte, dann wieder eine ebene. Dies macht die Wellpappe insbesondere in der Richtung quer zum Wellenverlauf sehr steif, parallel zu den Wellen aber biegsam. Es gibt gelegentlich auch Wellpappe mit 5 oder gar 7 solcher Schichten. Man unterscheidet viele verschiedene Arten von Wellpappe. Die Wellpappensorten werden je nach Einsatzgebiet hergestellt.

Sorten


Allgemein

Wellpappe.png | wellenprofile.jpg Man unterscheidet bei Wellpappe verschiedene Sorten/Wellenarten/Wellenkombinationen. Die meist verbreitetsten Wellenarten im einwelligen Bereich sind C-Welle (Mittelwelle) und B-Welle (Feinwelle).

Im doppelwelligen Bereich sind überwiegend Wellenkombinationen aus BC-Welle (Fein- und Mittelwelle miteinander verbunden) anzutreffen. Für dreiwellige Wellpappe verwendet man hauptsächlich eine ACA- (Grobwelle-Mittelwelle-Grobwelle) oder BAA (Feinwelle-Grobwelle-Grobwelle) Wellenkombination.

Die Wahl der Wellenkombinationen in Verbindung mit dem Flächengewicht und der Art des Wellpappenrohpapiers (Kraftliner, Testliner, etc.) sind abhängig von dem zu verpackenden Produkt und dessen Versandweg und den daraus resultierenden Beanspruchungen.

Für leichtere Güter findet i. d. R. ein- und doppelwellige Wellpappe Verwendung, typisch z. B. für Produkte der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Konsumgüter). Dreiwellige Wellpappe kann für schwere und empfindliche Güter, z. B. für den Überseeversand eingesetzt werden und als Ersatz von Holzverpackungen dienen. Bei den zu verpackenden Gütern handelt es sich häufig um Investitionsgüter mit hohen Gewichten und besonderen Anforderungen aufgrund von ungünstigen Klimaverhältnissen während des Versandweges und am Empfängerort.

Neben der Wahl der Wellenkombination und der Rohpapiersorte mit dem entsprechenden Flächengewicht ist die Verpackungskonstruktion mitentscheidend für die Stabilität der Verpackung und den Schutz des Produktes.

Der FEFCO-Code gibt Überblick über standardisierte Verpackungskonstruktionen. Darüber hinaus werden von den Unternehmen der Wellpappenindustrie individuelle Konstruktionen gemeinsam mit deren Kunden entwickelt.

Die Wellpappe ist in mehreren Lagen aufgebaut. Bei einseitigen Wellen (B-Welle und C-Welle) sind die Lagen wie folgt:

  1. Decke
  2. Welle
  3. Innendecke

Da es verschiedene Qualitäten gibt, unterscheiden sich die Papiersorten bei der Verwendung der Decken und Wellen in der flächenbezogenen Masse. Bei der Decke liegt das Flächengewicht zwischen 105 und 440 g/m², bei der Welle liegt das Flächengewicht zwischen 80 und 200 g/m² und bei der Innendecke liegt das Flächengewicht zwischen 80 und 300 g/m². Bei Sonderqualitäten kann durch Spezialpapier die Festigkeit erhöht werden, z. B. bei Linarcor (Decke bis zu 385 g/m², Welle bis zu 285 g/m²).

Arten

WellenartA-WelleC-WelleB-WelleE-WelleD-WelleF-WelleG-WelleN-Welle
BezeichnungGrobwelleMittelwelleFeinwelleFeinstwelleMicrowelle
Wellenteilung (mm)8-9,56,8-7,95,5-6,53,0-3,5
Wellenhöhe (mm)4,5-4,83,2-3,92,2-3,01,0-1,8
Wellen pro m (1/m)105-125125-147154-182286-333

Doppelwelle (Duplex)

Doppelwellpappe.png

Bei Wellpappe im Bereich Doppelwelle (z. B. BC-Welle) ist der Aufbau wie folgt:

  1. Decke
  2. B-Welle
  3. Zwischendecke
  4. C-Welle
  5. Innendecke

Die Doppelwelle unterscheidet sich dadurch, dass die B-Welle und C-Welle in einem Kaschierwerk zusammengefügt (verleimt) werden. Um die Verbindung zwischen den beiden Wellen herzustellen, wird dabei eine Zwischendecke eingefügt. Das Flächengewicht der Zwischendecke liegt bei 105 bis 145 g/m². Im Schwerwellpappenbereich liegt das Flächengewicht bis 430g/m².

Herstellung

Wellpappe wird mit sog. "Corrugatern" (engl. corrugated = gewellt) oder zu Deutsch einfach Wellpappanlagen (kurz WPA) hergestellt. Mit solchen Anlagen ist es möglich, einfache (Simplex), zweifache (Duplex) oder dreifache (Triplex) Wellpappe zu produzieren. Das Papier der mittleren Bahn (die Welle) wird mittels Riffelwalze und heißem Wasserdampf in Form gebracht und auf die Ober- und Unterbahn verklebt. Eine Riffelwalze ist in der Form einem Zahnrad – nur sehr viel breiter – ähnlich. Die Kurve auf der Riffelwalze bestimmt somit auch die Wellenhöhe. Normalerweise arbeiten Wellpappeanlagen auf einer Arbeitsbreite von 2500 mm. Weltmarktführer auf dem Gebiet der Entwicklung und Montage von Wellpappanlagen ist die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH, welche im nordbayerischen Städtchen Weiherhammer beheimatet ist. Es schließen sich die italienische Firma Agnati, der italienisch-amerikanische Konkurrent Fosber und die in zahlreichen Branchen aktive Mitsubishi Heavy Industries an. Moderne Corrugater haben inzwischen eine Produktionsbreite von bis zu 3300 mm erreicht und können unter günstigsten Umständen mit einer Produktiongeschwindigkeit von bis zu 400 m/min Wellpappe herstellen. Das bedeutet über 1300 m²/min, oder 78000 m²/h.

Offset-Wellverpackungen

Als Offset-Wellverpackungen werden offsetbedruckte Wellverpackungen bezeichnet. Ein bedruckter Bogen wird auf eine fertige Wellenbahn geklebt, die aus Innendecke und Welle besteht und gleichzeitig in bogengroße Stücke geschnitten wird. Es entsteht sogenannte kaschierte Bogenware. Der bedruckte Bogen fungiert als Außendecke. Man findet Offset-Wellverpackungen häufig im Supermarkt, da sie Produkte sehr ansprechend verkauft. Alle gängigen Kartonkonstruktionen sind im FEFCO-Katalog hinterlegt. Die Firma Asitrade der Bobstgroup aus Grenchen in der Schweiz stellt solche Kaschieranlagen komplett mit WPA, Kaschiereinheit und Auslage her. Der Laminator "MPC-IV MATIC" ist erst seit kurzem auf dem Markt und erzielt mit dem WPA-Modul "Module Facer MF 300" bis zu 180 m/min oder 10'000 s/h.

Krümmung von Wellpappe


Die Krümmung von Wellpappe, auch Warp genannt, ist ein in der Wellpappenindustrie verbreitetes Problem. Sie kann im wesentlichen zu zwei Zeitpunkten erfolgen:

Der sogenannte Corrugator Warp tritt direkt nach der Produktion der Wellpappe auf. Er wird durch falsche Maschineneinstellungen, Maschinendefekte und fehlerhafte Rohstoffe (Rohpapiere) hervorgerufen. Für den Post Corrugator Warp wiederum ist falsche Lagerung der Wellpappe der Grund. Bögen verlassen die Wellpappenanlage flachliegend und wölben sich erst nach einigen Stunden bis Tagen. Auslöser sind dann falsche oder ungünstige Lager- und Klimabedingungen.

Die Warps werden auch ihrer Form nach eingeteilt:

  • Up-Warp
Die Kanten der Bögen zeigen nach oben. Es wird fast ein "U" durch die Bahn ausgebildet.
  • Down-Warp
Die Kanten fallen nach unten ab. Der Stapel ähnelt einem Hügel.
  • Side-to-Side-Warp
Verläuft die Krümmung der Bögen quer zur Maschinenlaufrichtung, so spricht man von Side-to-Side-Warp. Diese Form hat ihre Ursachen in unterschiedlichen Feuchten der Deckenbahnen.
  • End-to-End-Warp
bezeichnet krumme Bögen in Maschinenlaufrichtung. Die Gründe für End-to-End-Warp sind unterschiedliche Feuchten der Deckenbahnen oder unterschiedliche Bahnspannungen.
  • S-Warp
Ist durch die Umkehrung der Ausrichtung des Warps gegen die Maschienenlaufrichtung gekennzeichnet. Ursachen können lokale Feuchteunterschiede der Deckenbahnen oder falsche Lagerung sein.
  • Twist-Warp
Hat die Form eines Korkenziehers und kann mehrere der oben genannten Gründe haben.

Berufsfelder


Siehe auch


Weblinks


Pappe | Cartón ondulado | Aaltopahvi

 

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