Die Wellenimpedanz, sehr oft als Wellenwiderstand bezeichnet, bestimmt die Eigenschaft einer physikalischen Welle, die sich in einem Medium fortpflanzt.
Man kann ihn sich anschaulich etwa als die Härte oder Weichheit vorstellen, die das Medium der sich ausbreitenden Welle entgegensetzt. Dadurch stehen z.B. Kraft und Bewegung (bei Schallwellen) oder Strom und Spannung (bei elektromagnetischen Wellen) in einem durch den Wellenwiderstand bestimmten Verhältnis zueinander.
An den Stellen, an denen sich der Wellenwiderstand abrupt ändert, kommt es zu Reflexionen (und es entstehen oft stehende Wellen). Die Extremfälle solcher Änderungen des Wellenwiderstandes sind offene und geschlossene Enden. Hierzu lassen sich folgende Analogien finden:
| Art der Welle | Offenes Ende | Geschlossenes Ende | - | Elektromagn. Welle im Kabel | nicht verbunden | kurzgeschlossen | - | Hohlleiter | endet offen | leitfähig verschlossen | - | Schwingendes Seil/Saite | Ende hängt frei | Ende ist befestigt | - | Schall im Rohr | Ende offen | Deckel/Stopfen |
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Für homogene Leitungen ist der Wellenwiderstand eine reelle Größe (z.B. 50 Ω bei gängigen Koaxialkabeln).
Bei inhomogenen Leitungen oder Fehlanpassung kann das Verhalten eines Kabels durch einen komplexen Vierpol beschrieben werden.
Der Wellenwiderstand ist unabhängig von der Leitungslänge, kann jedoch leicht frequenzabhängig sein (Dispersion). Die Frequenzabhängigkeit wird durch das Dielektrikum des Kabels hervorgerufen und muss bei Breitband-Signalübertragungen berücksichtigt werden.
Der Wellenwiderstand ist nicht zu verwechseln mit dem ohmschen Leitungswiderstand, der die (Wärme-)Verluste beschreibt, wenn die Leitung von einem Strom durchflossen wird.
Den Wellenwiderstand eines Kabels kann man sich als Eingangswiderstand einer endlos langen Leitung vorstellen.
Je enger die Leiter beieinander sind, je dicker sie sind und je größer die Kapazität zwischen ihnen, desto geringer ist der Wellenwiderstand.
Die Wellenimpedanz ist in der Leitungstheorie definiert als:
Die Wellenimpedanz ist ein Maß dafür, wie schnell sich eine Welle in einem Medium mit Permittivität und Permeabilität ausbreitet.
Den Wellenwiderstand als Bauteil gibt es nicht. "Mit dem Wellenwiderstand abschließen" bedeutet, dass am entsprechenden Ende der Leitung ein Abschlusswiderstand mit der Größe des Wellenwiderstandes ist. Das kann ein ohmscher Widerstand, ein Geräteeingang oder eine Antenne sein.
Schickt man einen Spannungsimpuls in eine Leitung, die am anderen Ende nicht mit der entsprechenden Impedanz abgeschlossen ist, tritt dort eine Reflexion auf - vergleichbar mit einem akustischen Echo. Entspricht die Quellimpedanz der Signalquelle nicht dem Wellenwiderstand der Leitung, wird das "Echo" auch am anderen Ende reflektiert usw.
Die Übereinstimmung der Impedanzen von Quelle, Last und Wellenwiderstand ist deshalb fast immer erwünscht, um Reflexionen zu vermeiden.
Den reflexionsfreien Abschluß kann man sich so erklären, daß zwar eine Reflexion auftritt, diese aber aufgrund der Gleichheit mit dem Widerstand des Kabels zu gleichen Teilen in Phase und um 180° gedreht auftritt und sich somit auslöscht.
Der Wellenwiderstand () ist dann:
Anstelle der Bezeichnung ZW wird oft auch die Bezeichnung ZL (L=Leitung) verwendet.
Für Wechselstrom ist die (komplexe) Wellenimpedanz definiert als:
mit L' = Induktivitätsbelag, C' = Kapazitätsbelag, R' = Widerstandsbelag und G' = Ableitungsbelag
Wird die Leitung als verlustfrei angenommen, vereinfacht sich die Gleichung zu:
Eine Leitung ist verlustfrei, wenn keine Wirkwiderstände R' und Leitwerte G' vorhanden sind. Insbesondere kann man das bei hohen Frequenzen (GHz) annehmen, da die Blindanteile und proportional mit der Frequenz wachsen und somit die R' bzw. G' vernachlässigbar klein werden.
Breitet sich eine elektromagnetische Welle in der Luft aus, so
berechnet sich der Wellenwiderstand zu
( und )
Der Wellenwiderstand lässt sich auch aus der Geometrie des Leiters und der Isolierung berechnen:
Für koaxiale (asymmetrische) Leiter gilt:
Für symmetrische Leiter gilt:
Normierte Koaxialkabel haben einen Wellenwiderstand von 50Ω und 75Ω. Bei diesem Wellenwiderstand ist, abhängig vom verwendetem Dielektrikum, die Dämpfung des Kabels optimal. Ein Wellenwiderstand von Zw=50Ω ist optimal für Koaxialleitungen mit dem Dielektrikum wie Polyethylen (allgemeine Nachrichtentechnik). Bei einem Wellenwellenwiderstand von Zw=75Ω ist die Dämpfung für ein luftisoliertes Kabel optimal (Kabelfernsehen).
| Medium | Wellenwiderstand in | - | Wasserstoff | - | Luft | bei 20 °C (Schallkennimpedanz) | - | Wasser | bei 0 °C | - | Quecksilber |
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Theoretische Elektrotechnik | Physik | Wellenlehre | Nachrichtentechnik | Tontechnik
Characteristic impedance | Impedancia característica | Impédance caractéristique du vide | Karakteristieke impedantie
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