Das Weinviertel oder Viertel unter dem Manhartsberg liegt im Nordosten von Niederösterreich.
Die Grenzen des Weinviertel verlaufen im Osten entlang der Staatsgrenze von Österreich zur Slowakei, die durch die March gebildet wird. Im Norden grenzt das Weinviertel an Tschechien, wo im wesentlichen die Thaya die Grenze bildet. Der Manhartsberg, der östlich des Kamp liegt, stellt die Grenze zum Waldviertel im Westen dar. Im Süden grenzt das Weinviertel an das Mostviertel und das Industrieviertel, hier bilden die Grenze der Wagram, die Donau und das Marchfeld.
Folgende Rebsorten werden hauptsächlich angebaut:
Neu ist der Weinviertel DAC - ein kontrollierter, gebietstypischer Ausbau des "Grünen Veltliners".
Innerhalb wird das Weinviertel durch die Waschbergzone (Rohrwald, Leiser Berge, Staatzer Klippe]] und Falkensteiner Berge]]) in einen östlichen und einen westlichen Teil getrennt, der Molassezone mit sanften Hügeln und breiten Muldentälern im Westen und dem nördlichen Wiener Becken und dem Marchfeld im Osten.
Weitere wichtige Gewässer im Weinviertel sind Göllersbach, Hamelbach, Pulkau, Rußbach, Schmida, Waidenbach, Weidenbach (Fluss) und Zaya.
Die höchste Erhebung ist der Buschberg mit 491 m.
Literatur
Die Ankunft germanischer Völker im Verlaufe des ersten nachchristlichen Jahrhunderts brachte für das nördliche Niederösterreich eine weitgehende Umgestaltung des kulturellen Bildes. Die hier nun siedelnden Markomannen und Quaden scheinen mit der bodenständigen "kelto-illyrischen" Bevölkerung in friedlichem Neben- und Miteinander gelebt zu haben, wobei allerdings die keltische Eigenart allmählich nur mehr ganz schwach merkbar ist. Die Besetzung des Gebietes nördlich der Donau brachte die Germanen in direkten Kontakt zum römischen Weltreich, dem seit Kaiser Augustus das übrige Gebiet des heutigen Österreichs angehörte. Kriegerische und friedliche Ereignisse zwischen diesen beiden Mächten bestimmten vier Jahrhunderte lang das kulturelle Geschehen. Die frühesten germanischen Funde (1. Jahrhundert) kennt man von Baumgarten an der March, von Mannersdorf an der March und von Mistelbach, um nur einige zu nennen. Die germanischen Siedlungen des 2. und 3. Jahrhunderts sind bereits über das ganze Weinviertel verstreut anzutreffen. Vor allem in March- und Thayagebiet bestand entlang der Flußläufe eine sehr dichte Siedlungstätigkeit. Vor allem im 4. Jahrhundert tritt als Neuerung scheibengedrehte Keramik auf, manchmal mit typischer Wellenverzierung. Die Verzahnung mit der römischen Kultur in den ersten vier Jahrhunderten wird vielleicht am deutlichsten durch in römischer Technik erbaute Anlagen von Stillfried, Oberleis und Niederleis, Grafensulz und Michelstetten. Die Zeit der Völkerwanderung, das 5. und 6. Jahrhundert ist fast nur durch Gräber bekannt. Genannt seien die reichen Bestattungen von Untersiebenbrunn und Laa/Thaya, die einer gotischen Oberschicht zugesprochen werden. Gegen Ende des 5. Jahrhunderts kam ein weiterer germanischer Stamm, die Langobarden, nach Niederösterreich. Für das Weinviertel seien die Gräber von Aspersdorf, Hollabrunn und Poysdorf genannt. Der Abzug der Langobarden in der Mitte des 6. Jahrhunderts nach Pannonien machte den Siedlungsraum frei für neue Populationen. Ein kleines Gräberfeld von Mistelbach und Einzelfunde (Oberleis) werden den Awaren zugeschrieben. Auch frühe Slawen werden auf Grund weniger Funde vermutet. Ab dem ausgehenden 8. Jahrhundert sind Siedlungen und Grabfunde bekannt, die hauptsächlich wegen typischer Keramikprodukte einer westslawischen bäuerlichen Bevölkerung zugeschrieben werden. Auch magyarische Einflüsse werden vermutet. Ein Gefäßrest von Staatz-Kautendorf und Ortsnamen (Ungerndorf, Fallbach und Gaubitsch) weisen in diese Richtung.
Literatur
Mit der Belehnung der fränkischen Babenberger ca. ab 976 als Markgrafen für die Mark an der Donau setzte eine stetige Entwicklung des Donauraumes und nachfolgend auch der angrenzenden Gebiete ein.
Ab der Jahrtausendwende kann von einer flächendeckenden Besiedelung und Urbarmachung des Weinviertels ausgegangen werden.Ein funktionierender Verwaltungsapparat liefert ab dieser Zeit Dokumente zu Studium. Sicher war das Leben damit noch lange nicht im Weinviertel. Kriege oder besser gesagt organisierte Raubzüge wurden von den Ungarn und vor allem von den Tschechen im Norden immer wieder unternommen, in der Schlacht bei Mailberg erlitt ein österreichisches gegen ein weit überlegenes tschechisches Heer eine schmähliche Niederlage.
Die Kreuzzüge hatten eine bemerkenswerte Auswirkung auf das Weinviertel: Auf der Rückreise nach England wurde König Richard Löwenherz vom Babenbergerherzog Leopold V. gefangen genommen und gegen Lösegeld freigegeben. Mit dem Erlös befestigte Herzog Leopold die Nordgrenze seines Herzogtums und errichtete Befestigungen in Drosendorf, Laa an der Thaya etc. Danach nahm anscheinend die Bedrohung aus dem Norden ab.
Nach dem Aussterben der Babenberger wurde Österreich ein Zankapfel der europäischen Dynastien. Matthias Corvinus, König Ungarns, und danach Přemysl Ottokar II., König Böhmens, versuchten jeweils durch Heirat einer Babenbergerin und Gewährung von Privilegien das Land für sich zu gewinnen. Letztendlich konnten sich Přemysl Ottokar II. von Böhmen durchsetzen. Dieser wurde jedoch vom deutschen König Rudolf von Habsburg in der Schlacht bei Dürnkrut 1278 besiegt. 1282 wurden die Söhne Rudolfs von Habsburg Albrecht I. und Rudolf II. mit dem Herzogtum Österreich zur gesamten Hand belehnt. Damit kam auch das Weinviertel unter die Herrschaft der Habsburger.
Unter den Habsburgern wurde es im Weinviertel nicht unbedingt friedlicher, die übermächtigen Luxemburger in Böhmen und Mähren gaben die politische Linie vor. Die Hussitenkriege fanden u.a. auch im Weinviertel statt. Erst als durch Beharrungsvermögen und Heiratsverträge das Erbe der Luxemburger auch auf die Habsburger überging, wurde das Weinviertel ein Kernland des sich entwickelnden Habsburgerbesitzes. Unter Maximilian ("der letzte Ritter") kam auch Ungarn hinzu.
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Im Mittelalter wurde auch im Weinviertel schon relativ viel Wein getrunken.
Durch die reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft und der Nähe zu Wien spielt auch der Ausflugsverkehrs eine Rolle in der Wirtschaft des Weinviertels.
Dieser Entwicklung wird versucht durch großräumige Verkehrsprojekte Rechnung zu tragen. In naher Zukunft werden daher viele teils massive Veränderungen das Verkehrsnetz im Weinviertel prägen:
Die wichtigsten Museen sind das Museum für Urgeschichte in Asparn an der Zaya und das Weinviertler Museumsdorf in Niedersulz, das Nonseum in Herrnbaumgarten sowie das Krahuletzmuseum in Eggenburg. Die Museen und Kulturinitiativen des östlichen Weinviertel haben sich im Verein Bernsteinstraße zusammengeschlossen.
Das Weinviertelfestival, die Sommerspiele in Stockerau und die Aufführungen im Theater Westliches Weinviertel (TWW) tragen ebenso zum kulturellem Leben bei wie das jährliche "Filmhof"-Festival in Asparn an der Zaya, das Musicalfestival in Staatz und die Puppentheatertage in Mistelbach.
Architektonisch erwähnenswert sind die Marchfeldschlösser Schloss Niederweiden und Schloss Hof, das Schloss Thürnthal und der Heldenberg.
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