Die Weinsberger Bluttat, auch bekannt als Weinsberger Blut-Ostern, war die Tötung des Grafen Ludwig von Helfenstein und seiner Begleiter vor den Toren der Stadt Weinsberg durch aufständische Bauern im Deutschen Bauernkrieg am 16. April 1525 (Ostersonntag).
Die Bauern hatten Stadt und Burg Weinsberg gestürmt, nachdem sie sie vorher vergeblich zur Übergabe aufgefordert hatten und auf ihre Parlamentäre geschossen worden war. Helfenstein, österreichischer Amtmann Weinsbergs, Obervogt über alle württembergischen Bauern und bei diesen verhasst, wurde gefangengenommen. Eine Gruppe von Adligen verschanzte sich auf dem Kirchturm der Johanneskirche, was ihnen aber nichts nutzte, da die Bauern sie trotzdem stellten und Berichten zufolge den Anführer der Adligen, Dietrich von Weiler, vom Turm warfen.
Graefin Helfenstein von Matthaeus Merian d Ae.jpg d. Ä.]] Helfenstein, weitere Adlige sowie Knechte und Reisige (berittene Söldner) wurden von den Bauern unter Führung Jäcklein Rohrbachs zum Tode verurteilt – gegen den Willen anderer, gemäßigterer Bauernführer wie z.B. Wendel Hipler. Das Urteil wurde vor dem Unteren Tor Weinsbergs vollstreckt, indem die Bauern die Adligen durch die Spieße laufen ließen. Der Pfeifer Melchior Nonnenmacher, vormals Musikant in Adelsdiensten, soll ihnen dabei einen „Letzten Tanz“ gespielt haben. Die Frau des Grafen, Margaretha von Helfenstein, und sein Sohn wurden nicht getötet, sondern – angeblich auf einem Mistwagen – nach Heilbronn geschickt, nachdem die Gräfin manchen Quellen zufolge die Bauern noch erfolglos um das Leben ihres Mannes angefleht haben soll.
Die Hinrichtung Helfensteins und seiner Begleiter löste bei den Herrschenden in Deutschland, vor allem in Franken, einen großen Schock, ja regelrechte Panik aus, da sie ihre Stellung zu Recht bedroht sahen. Martin Luther, der anfangs gewisse Sympathien für die Bauern zeigte, nahm die Bluttat zum Anlass für seine Schrift Wider die mörderischen Rotten der Bauern, in der er den Adel zu unnachsichtiger Härte gegen die Aufständischen aufforderte. Mit großer Brutalität verfolgte der Adel in der Folge daher die Bauern, insbesondere Rohrbach, aber auch die Stadt Weinsberg, obwohl diese für die Taten der Bauern nicht verantwortlich war. Jäcklein Rohrbach wurde gefangen und am 20. oder 21. Mai bei Heilbronn lebendig verbrannt. Weinsberg wurde am 21. Mai von einem Heer des Schwäbischen Bundes vollkommen zerstört, musste zahlreiche Bußen verrichten und Strafen zahlen und ging seiner Stadtrechte verlustig, die es erst 1553 zurückerhielt.
Deutsche Geschichte (Heiliges Römisches Reich) | Bauernkrieg | Weinsberg
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"Weinsberger Bluttat".
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