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Wein (entlehnt aus lat. vinum) ist ein alkoholisches Getränk aus dem vergorenen Saft von Weinbeeren. Diese stammen meist von der europäischen Weinrebe (Vitis vinifera). Diese Rebenart ist nicht reblausresistent und wird deshalb auf amerikanische Unterlagen (Wurzeln) der Gattung Vitis riparia, Vitis labrusca, Vitis rupestris, Vitis berlandieri oder die asiatische Vitis amruensis aufgepfropft.

Definitionen


Nur ein Getränk, das von Früchten der Weinrebe stammt, darf die Handelsbezeichnung "Wein" tragen. Die vergorenen Säfte aus anderen Früchten werden als weinähnliche Getränke oder Obstwein bezeichnet und müssen den jeweiligen Namen der vergorenen Frucht enthalten (beispielsweise „Apfelwein“). Wein aus Honig heißt Honigwein oder Met. Laut der Gesetzgebung in der EU muss ein Wein midestens 8.5 Vol% Alkohol enthalten.

Im weiteren Sinne zählen zu den Weinen auch:

Weinhaltige Getränke sind solche, die außer Wein noch andere Stoffe, z. B. zur Aromatisierung, enthalten wie etwa Wermut (Vermouth).

Wein


Es gibt ca. 16.000 Rebsorten, und 56 sind in Deutschland zugelassen. Häufig stammt das Lesegut hierfür aus einem der 13 bestimmten Weinanbaugebiete. Auf dem Markt sind auch Verschnittweine aus den fünf verschiedenen Weinbaugebieten, teilweise als billiger Tafelwein im Tetrapak abgefüllt.

Erst mit dem "Ausbau" in einer Weinkellerei zu einer Vielzahl unterschiedlicher Qualitätsstufen wird der Wein zu einem fertigen Produkt.

Der aus den Weintrauben gewonnene Wein erreicht dabei in der Regel einen Alkoholgehalt zwischen 8,5 und 14 Volumenprozent Alkohol (Ethanol). Es gibt aber auch Weine mit niedrigerem und höherem Alkoholgehalt. So enthalten einige französische, kalifornische und ungarische Weine bis zu 16 Volumenprozent. Über 16,5 Volumenprozent Alkohol sterben die Hefen ab.

Geschichte


Weinbau wurde schon seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. in Vorderasien betrieben; Näheres siehe Hauptartikel Geschichte des Weins.

Wein in Mythologie und Religion


Bereits im alten Ägypten erfuhr der Weinanbau eine erhebliche Beachtung und Ausbreitung. In der antiken Mythologie waren es Osiris (Ägypten), Dionysos (Griechenland), Bacchus (römische Mythologie) oder Gilgamesch (Babylonien), die den Wein bzw. Weingenuss repräsentierten.

In der Bibel, wo Noach als der erste Weingenießer und Winzer gilt, erfährt der Wein einen reichen symbolischen Gebrauch. In den Psalmen dient der Wein zur Lebensfreude, bei Salomo ist er auch Arznei für Leidende und vorsichtgebietendes Rauschmittel. Das Volk Israel wird mit einem Weinberg verglichen, Jesus beschreibt die Verbindung mit seinen Nachfolgern als die zwischen Weinstock und Reben. Das Wirken des Heiligen Geistes wird mit gärendem neuen Wein verglichen. Wein kann verführen und auch — als Taumelbecher — den göttlichen Zorn verdeutlichen.

Die Bibel rät ausdrücklich zu stetigem, aber mäßigem Weingenuss; charakteristisch ist Jesus Sirach 31, Vers 25ff:

Wie Lebenswasser ist der Wein dem Menschen, / wenn er ihn trinkt mit Maß.
...
Zuviel Wein steigert den Zorn des Toren zu seinem Fall, / er schwächt die Kraft und schlägt viele Wunden.

Im Sakrament des Abendmahls (Eucharistie) bildet der Wein das Element für das Blut Christi.

Übersicht der Qualitätsstufen


siehe den Hauptartikel Qualitätsstufe (Wein)

Nach dem Deutschen Weingesetz müssen folgende Qualitätsanforderungen erfüllt werden:

  • Tafelwein muss über mindestens 8,5 Volumenprozent (Vol.-%) Alkohol verfügen.
  • Landwein ist ein gehobener Tafelwein mit gebietstypischem Charakter.
  • Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) muss bestimmte charakteristische Merkmale des Anbaugebiets aufweisen. Das Etikett ist mit einer amtlichen Prüfungsnummer versehen. Classic und Selection sind keine Prädikate, sondern Bezeichnungen für Qualitätsweine mit harmonisch trockenem Geschmacksprofil.
  • Qualitätswein mit Prädikat: Das minimale Mostgewicht für die verschiedenen Prädikate variiert je nach Anbaugebiet und Rebsorte. Als Richtwerte können gelten:
Kabinett (mind. 67° Öchsle)
Spätlese (mind. 76° Öchsle)
Auslese (mind. 83° Öchsle)
Beerenauslese/ Eiswein (mind. 110° Öchsle)
Trockenbeerenauslese (mind. 150° Öchsle) verlangt Handlese.
Eiswein benötigt das gleiche Mindestmostgewicht wie die Beerenauslese, zudem müssen die Trauben bei der Lese gefroren sein (-7 °C) und in gefrorenem Zustand ausgepresst werden.

An Tafelweine und Landweine werden nur geringe Anforderungen bezüglich ihres Alkohol- und Mostgewichtgehalts wie auch der Herkunft gestellt. Allerdings werden auch einige der Spitzenweine der jeweiligen Regionen als einfache Tafelweine deklariert, wenn sie z. B. wegen der angebauten Rebsorte per Gesetz nur als Tafelwein bezeichnet werden dürfen.

Sonstige Weine


Weine mit höherem Alkoholgehalt, so genannte verstärkte Weine, sind z. B.:

Hierzu ist in der Regel eine Verstärkung beziehungsweise Aufspritung mit Weinbrand notwendig, da die Hefen bei 17,5 Vol.-% Ethanol absterben. Bei einigen Süßweinen mit hohem Ethanolgehalt wird die Gärung durch die Zugabe von Ethanol – Weinbrand – gestoppt.

Weinhaltige Getränke sind:

Einen Sonderstatus haben Weine, die aus anderen Früchten als Weintrauben hergestellt werden, die Fruchtweine (zum Beispiel Erdbeerwein, siehe Obstwein).

Weinberufe


Weinbruderschaften und Weinkonvente


In vielen Ländern haben sich Weinliebhaber und -kenner zu Vereinen zusammengeschlossen, um den Weingenuss gemeinsam zu kultivieren. Im deutschen Sprachgebiet nennen sich diese Clubs meist Weinbruderschaften oder Weinkonvente. Sie blicken teilweise auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Die Ursprünge liegen in heidnischen Fruchtbarkeitsriten, die später von den christlichen Bruderschaften assimiliert und verändert wurden. Meist war dies auch mit der Verehrung von Schutzpatronen verbunden. Waren früher ausschließlich Männer zugelassen, stehen die Zusammenschlüsse heute z. T. auch Frauen offen. Während in sich in früherer Zeit die Mitglieder der Geselligkeit mit dem Wein in der Tradition der griechischen Symposien hingaben, pflegen sie heute meist das Wissen um den Wein und organisieren öffentliche Veranstaltungen.

Weinfeste


Weinfeste besitzen oft Volksfestcharakter. Sie werden in allen Weinbaugegenden Europas gefeiert und dauern meist mehrere Tage. Nicht selten sind sie aus lokalen oder regionalen Festen, z. B. Kirchweihfesten, entstanden. Hauptsächlich werden sie im Spätsommer oder Herbst gefeiert. In der Schweiz haben sie oft überregionale Bedeutung.

Eine Auflistung von Veranstaltungen befindet sich unter Winzerfest.

Siehe auch


Literatur


  • Wilhelm Flitsch: Wein. Verstehen und genießen. Springer-Verlag, Berlin 1994, 1999 (2. Aufl.). ISBN 3-540-66273-1 (chemischen Prozesse bei d. Produktion verständlich dargest., Tipps zum Probieren)
  • Dagmar Ehrlich: Weinlexikon. 400 glasklare Antworten auf die wichtigsten Fragen. Gräfe und Unzer, München 1998. ISBN 3-7742-4111-2
  • Gottfried Würdig: Chemie des Weines. Ulmer, Stuttgart 1998. ISBN 3-8001-5815-9
  • André Dominé (Hrsg.): Wein. Könemann, Köln 2000. ISBN 3-8290-2765-6
  • Jens Priewe: Wein, die neue große Schule. Zabert Sandmann, München 2000. ISBN 3-89883-009-8 (anschaulich, für Anfänger geeignet)
  • Jancis Robinson: Das Oxford-Weinlexikon. Hallwag, München 2003. ISBN 3-7742-0914-6
  • Hugh Johnson: Der große Johnson. Enzyklopädie der Weine, Weinanbaugebiete und Weinerzeuger. Hallwag, München 2004 (17. Aufl.). ISBN 3-7742-5151-7
  • Manfred Düker, Ursula I. Meyer: Wie kam die Wahrheit in den Wein? ein-FACH-verlag, Aachen 2005. - ISBN 3-928089-39-0
  • Dieter Graf: Weinwissen für jeden Tag. Ein Weinkalendarium der besonderen Art. Scripta, Dannstadt-Schauernheim 2005. ISBN 3-00-016190-2
  • Stuart Pigott: Schöne neue Weinwelt. Von den Auswirkungen der Globalisierung auf die Kultur des Weines. Fischer Taschenbücher. Bd 16041. Fischer, Frankfurt am Main 2005. ISBN 3-59616041-3

Filme


  • Mondovino, USA/Frankreich 2004. Regie: Jonathan Nossiter
  • Sideways,USA 2004. Regie: Alexander Payne

Weblinks


Wein

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