| Wappen | Karte |
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| Wappen Weimar.png | Lage der kreisfreien Stadt Weimar in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Höhe: | 208,6 m ü. NN |
| Fläche: | 84,26 km² |
| Einwohner: | 64.594 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 767 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 99401 - 99428 (alt: 5300) |
| Vorwahl: | 03643 | Taubach:036453
| Kfz-Kennzeichen: | WE |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 55 000 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schwanseestr. 17 99421 Weimar |
| Offizielle Webseite: | www.weimar.de |
| E-Mail-Adresse: | stadtverwaltung@stadtweimar.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Stephan Wolf (SPD) |
Gegenwärtig (31. Dezember 2005) hat Weimar 64.594 Einwohner am Ort des Hauptwohnsitzes, ist somit nach der Landeshauptstadt Erfurt, Gera und Jena die viertgrößte Stadt Thüringens und gehört mit Erfurt und Jena zu den wenigen größeren Städten Thüringens mit einer wieder wachsenden Einwohnerzahl. Nächstgrößere Städte sind Erfurt (ca. 21 km westlich), Jena (ca. 19 km östlich), Halle (Saale) (ca. 72 km nordöstlich) und Bamberg (ca. 125 km südlich).
Weimar ist Sitz von zwei Hochschulen (Bauhaus-Universität Weimar und Hochschule für Musik Franz Liszt) und war der Ort, in dem die Deutsche Nationalversammlung 1919 die Verfassung der ersten Deutschen Republik (vgl. Weimarer Republik) beschloss. Im Jahre 1999 war Weimar Kulturstadt Europas.
Weimar_johann_wolf_1569_zusamm12c_kl.jpg Der am 21. September 1925 gefundene Ehringsdorfer Urmensch zeigt, dass schon vor 70.000 bis 100.000 Jahren dieses Gebiet besiedelt war.
Die ältesten Aufzeichnungen über die Stadt reichen bis ins Jahr 899 zurück. Der Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von „Wimares“ über „Wimari“ zu „Wimar“ und letztlich zu Weimar, was aus den altgermanischen Worten 'wih' (heilig, geweiht) und dem althochdeutschen 'mar' (See, Sumpf oder Moor) herrührt.
Zwischen 946 und 1346 existierte die Grafschaft Weimar bzw. Weimar-Orlamünde als eigenständige politische Einheit.
975 Kaiser Otto II. erwähnt die Siedlung Burg Weimar in einer Urkunde, das Dokument gilt als Geburtsurkunde der Stadt.
Zwischen 1245 und 1249 wurde die spätere Stadtkirche St. Peter erbaut. 1433 wurde sie den Aposteln Peter und Paul geweiht.
1410 erhielt Weimar schließlich das Stadtrecht.
Ausgangs des 15. Jahrhunderts kam die Stadt Weimar in den Besitz der Wettiner und wurde ab 1485 deren Nebenresidenz. In Folge der Besitznahme wurden die vorher bereits vorhandenen unbedeutenden Befestigungen einer Burganlage auf die ganze Stadt ausgedehnt. Es entstand eine doppelte Stadtmauer in Form eines Doppelringes im Abstand von acht bis zehn Metern mit zehn Türmen und vier Toren. Reste dieser Stadtbefestigung sind heute noch vorhanden, so unter anderem der sogenannte Kasseturm.
1552 machte Ex-Kurfürst Herzog Johann Friedrich der Großmütige Weimar zur Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar (später Sachsen-Weimar-Eisenach). Haupt- und Residenzstadt blieb Weimar so bis 1918.
Am 4. Oktober 1653 fand zum ersten Mal der Weimarer Zwiebelmarkt statt. Eine wichtige Rolle spielte Weimar als Ort der deutschen Klassik durch die Anwesenheit von Goethe, Schiller, Herder, Wieland und anderen wichtigen Persönlichkeiten der Epoche.
1846 erhielt Weimar Anschluss an die Eisenbahn aus Halle (Saale).
Im Jahre 1919 fand in Weimar die verfassungsgebende Versammlung der Nationalversammlung statt. Nach diesem Ereignis wurde die dann folgende Ära von 1919 bis 1933 als Weimarer Republik bezeichnet. Zur selben Zeit wurde in Weimar auch das Bauhaus gegründet. Weimar wurde außerdem am 1. Mai 1920 Landeshauptstadt des neugegründeten Landes Thüringen.
Ernst-Thaelmann.jpg-Denkmal am Buchenwald-Platz]]
Im Vorfeld des Dritten Reiches lieferten sich die Kulturschaffenden Weimars regelrechte „Publikationsschlachten“. Insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen der freigeistigen Gruppe um Harry Graf Kessler, aus der das Bauhaus hervorging (s. o.) und die völkisch-nationalistische Gruppe um Adolf Bartels, die den geistigen Weg zur Macht Adolf Hitlers bereitete, hielten die Stadt in ständiger Polarität.
Außerdem wurde im Sommer 1937 mit dem Bau des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg begonnen. Von den etwa 250.000 Häftlingen wurden dort mehr als 56.000 ermordet. Nach dem Ende des Nazi-Regimes wurde es noch 5 Jahre als sowjetisches Internierungslager genutzt, in dem weitere 7000 von 28.000 Inhaftierten starben.
Seit dem 1. Mai 2004 ist Weimar offizielle Trägerin des Beinamens „Universitätsstadt“. Die Bauhaus-Universität Weimar wurde 1996 von einer Hochschule zu einer Universität erweitert.
2004 erhält die Stadt Gold beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf.
Am Abend des 2. September 2004 zerstörte ein Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek 50.000 Bücher. Totalverluste sind bei Werken des 16. - 20. Jahrhunderts entstanden. Dazu zählen 35 Ölgemälde mit Fürstenportraits des 16. bis 18. Jahrhunderts. Auch die kulturhistorisch bedeutende Musikaliensammlung von Anna Amalia (1739 - 1807), die durch die Notensammlung der Zarentochter Maria Pawlowna (1786 - 1859) ergänzt worden war, wurde ein Raub der Flammen. 2100 Musikdrucke und über 700 Notenhandschriften gingen verloren. Eine der komplettesten Reihen von Jean Paul-Drucken stand mitten im Brandherd.
Im Jahre 1955 erreichte die Einwohnerzahl der Stadt Weimar mit knapp 67.000 ihren historischen Höchststand. Die Bevölkerungszahl ist seit Ende der 1930er Jahre relativ stabil geblieben und schwankte die ganze Zeit - trotz hoher Arbeitslosigkeit und Geburtenrückgang seit der Wende in der DDR im Jahre 1989 - zwischen 60.000 und 67.000.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner | - | 1779 | 6.041 | - | 1818 | 8.000 | - | 1. Dezember 1834 ¹ | 10.638 | - | 1. Dezember 1850 ¹ | 12.798 | - | 3. Dezember 1861 ¹ | 13.887 | - | 3. Dezember 1864 ¹ | 14.300 | - | 3. Dezember 1867 ¹ | 14.800 | - | 1. Dezember 1871 ¹ | 16.000 | - | 1. Dezember 1875 ¹ | 17.500 | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 19.944 | - | 1. Dezember 1885 ¹ | 21.565 | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 24.546 | - | 2. Dezember 1895 ¹ | 26.700 | - |
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| Jahr | Einwohner | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 28.479 | - | 1. Dezember 1905 ¹ | 31.117 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 34.582 | - | 1. Dezember 1916 ¹ | 32.733 | - | 5. Dezember 1917 ¹ | 32.717 | - | 8. Oktober 1919 ¹ | 37.200 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 45.957 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 49.327 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 65.916 | - | 1. Dezember 1945 ¹ | 62.768 | - | 29. Oktober 1946 ¹ | 66.659 | - | 31. August 1950 ¹ | 64.452 | - | 31. Dezember 1955 | 66.675 | - |
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| Jahr | Einwohner | - | 31. Dezember 1960 | 63.996 | - | 31. Dezember 1964 ¹ | 63.943 | - | 1. Januar 1971 ¹ | 63.634 | - | 31. Dezember 1975 | 63.004 | - | 31. Dezember 1981 ¹ | 63.725 | - | 31. Dezember 1985 | 63.373 | - | 31. Dezember 1988 | 63.412 | - | 31. Dezember 1990 | 60.326 | - | 31. Dezember 1995 | 62.122 | - | 31. Dezember 2000 | 62.425 | - | 31. Dezember 2005 | 64.594 |
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Bei den am 7. Mai 2006 stattfindenden Wahlen um das Amt des Oberbürgermeisters traten sechs Kandidaten an: Stephan Illert (CDU), Dirk Möller (Die Linke.PDS), Stefan Wolf (SPD), Prof. Dr. Wolfgang Siegfried Hölzer (Bürgerbündnis Weimarwerk), Maria-Elisabeth Grosse (FDP) und Gerhard Pilz (parteilos).
Da keiner der sechs Kandidaten die absolute Mehrheit erringen konnte erfolgt am 21. Mai 2006 eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen: Stefan Wolf (27,7 % bzw. 5697 Stimmen) und Prof. Dr. Wolfgang Siegfried Hölzer (22,5 % bzw. 4626 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag mit 40,1 % (52.148 Wahlberechtigte, 20.582 gültige Stimmen, 310 ungültige Stimmen) unter dem Wert der letzten Oberbürgermeisterwahl.
Bei der Stichwahl am 21. Mai 2006 konnte sich der SPD-Kandidat Stephan Wolf (58,3 % bzw. 9726 Stimmen) gegen seinen Mitbewerber Prof. Dr. Wolfgang Siegfried Hölzer (41,7 % bzw. 6963 Stimmen) durchsetzen. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 32,4 % (52.244 Wahlberechtigte, 16.689 gültige Stimmen, 262 ungültige Stimmen). Die Amtsübergabe findet am 1. Juli 2006 im Weimarer Rathaus statt.
Wahlergebnisse von der offiziellen Homepage der Stadt Weimar entnommen
In Weimar findet alljährlich das Weimarer Kunstfest Pèlerinages statt, eine Reflexion des Jetzt-Zustandes zeitgenössischer Kultur. Für die Jahre 2004–2006 ist Nike Wagner künstlerische Leiterin des Kunstfestes Weimar, das durch das Thüringer Kultusministerium, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Stadt Weimar finanziert wird.
Die Stadt Weimar vergibt jedes Jahr am 10. Dezember, dem von den Vereinten Nationen proklamierten Internationalen Tag der Menschenrechte, den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar an Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die sich mit ihrem Wirken für mehr Menschlichkeit und Toleranz zwischen den Menschen und Völkern, aber insbesondere auch für die Wahrung und Herstellung der Grundwerte Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit vor dem Hintergrund ihrer ethnischen und religiösen Identität in ihrer oder für ihre Heimat einsetzen. Preisträger im Jahre 2005 war Lipkan Basajewa (Tschetschenien).
Anteile:
Es gibt 3344 (2002) Betten in 37 Beherbergungsstätten. Es gab 435.677 Übernachtungen bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1,9 Tagen.
Weimar ist ein Knotenbahnhof mit ICE-Halt der Strecken (Saarbrücken / Karlsruhe / Wiesbaden -) Frankfurt am Main - Leipzig (- Dresden) und (Hamburg -) Berlin - Düsseldorf. In Weimar beginnen sowohl die Holzlandbahn nach Gera (frühere Mitte-Deutschland-Verbindung) als auch eine eingleisige Bahnlinie nach Kranichfeld. Zum Stadtgebiet gehören zwei Bahnhöfe (Weimar Hauptbahnhof und Weimar Berkaer Bahnhof) sowie die vier Haltepunkte WE-Oberweimar (Holzlandbahn), WE-West, WE-Legefeld, Nohra (alle Linie WE - Kranichfeld).
Den öffentlichen Personennahverkehr betreibt die Stadtwirtschaft Weimar GmbH mit einem Stadtbusnetz. Die zentrale Umsteigehaltestelle am Goetheplatz wird von allen 8 Stadtbuslinien bedient. Weitere wichtige - jedoch nicht von allen Linien angefahrene - Umsteigehaltestellen befinden sich am Hauptbahnhof, in der Gropiusstraße und am Wielandplatz. In der umliegenden Region, also im Weimarer Land und im Landkreis Sömmerda wird der ÖPNV von der Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda und Weimar mbH betrieben. Zwischen 1899 und 1937 besaß Weimar ein Straßenbahnnetz mit 1.000 mm Spurweite, welches durch Busse und Oberleitungsbusse ersetzt wurde. Am 01. April 2006 wurde in den Städten Erfurt, Jena, Weimar, Apolda und im nordwestlichen Landkreis Weimarer Land der einheitliche Verbundtarif Mittelthüringen eingeführt. Alle öffentlichen Nahverkehrsmittel können zum einheitlichen Tarif benutzt werden.
Südlich von Weimar verläuft die A 4, deren direkte Anschlussstelle beim Ortsteil Gelmeroda liegt. Außerdem kreuzen sich in Weimar die Bundesstraßen B 7 und die B 85
Ort in Thüringen | Weltkulturerbe in Deutschland | Weimar | Ehemalige deutsche Landeshauptstadt | Ehemaliger Residenzort in Thüringen
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