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Weilimdorf ist ein
Stadtbezirk im Nord-Westen von
Stuttgart. Er grenzt an die Stuttgarter Stadtbezirke
Zuffenhausen,
Feuerbach und
S-West sowie die Städte
Gerlingen,
Ditzingen und
Korntal-Münchingen.
Geographie
Weilimdorf liegt am südöstlichen Ende des
Strohgäus und nordwestlich der Stuttgarter Innenstadt (genaue Lage: E 09°06'40
N 48°49'01 - Oswaldkirche). Der Stadtbezirk umfasst eine Fläche von 1.258,5 Hektar, davon sind 29,4% bebaut, 12,3% werden von Verkehrsbauten in Anspruch genommen, 3,9% sind Grünflächen und Spielplätze, auf 23,2% steht Wald und 28,7% werden landwirtschaftlich genutzt. Der Wald gliedert sich in den Fasanengarten, den Maierwald und Lemberg, den Föhrichwald sowie dem
Solitudewald. Höchste Erhebungen auf Weilimdorfer Markung sind der
Grüne Heiner mit 395m ü.N.N., das
Horn am Lemberg mit 380m ü.N.N. und im
Stammheimer Stellenrain nahe der "Alten Burg" mit 443m ü.N.N. Tiefstgelegener Punkt ist die Stelle, an der der Lindenbach die Markungsgrenze Richtung
Ditzingen verlässt (296m ü.N.N.). Weitere Höhen (alle in Meter über dem
Normalnull): Fasanengarten 338, Tachensee 312, Gehenbühl 332, Altes Schulhaus 312, Bergheim 349, Hausen 308 und Pfaffenäcker 332. Natürliche Gewässer sind der
Tachensee, der
Lindenbach (8km), der
Schnatzgraben/Rappach (5km) und das
Aischbächle (0,5km). Der Schnatzgraben speist in Bergheim fünf kleine Seen und der Lindenbach den künstlich geschaffenen Lindenbachsee an der Goslarer Straße.
Die Weilimdorfer Markung im Laufe der Zeit
Im Laufe der Jahre, veränderte sich die Markungsgröße von Weilimdorf immer wieder. So waren Anfang des 18. Jahrhunderts noch 5.817 Morgen (1.817,81 ha) der Gemeinde zugehörig. Nach der Selbstständigkeit von Korntal mit 939 Morgen (293,44 ha) waren es 1848 noch 4.878 Morgen. Im Jahre 1861, als die Teilgemeinde Solitude gebildet wurde, nahm die Markung um weiter 905,75 Morgen (283,05 ha) ab und umfasste 1926 noch 3.958 Morgen (1.248 ha). Durch Flächentausch im Gewand Gschnaid, Auf dem Haus, Lotterberg, in den Greuttern sowie im Bereich zur Solitude hin, gewann die Gemeinde wieder etwas Fläche hinzu.
Die Flächenverteilung 1848 und 2002
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| - bgcolor="#efefef"
| Beschreibung 1848
| Fläche in Morgen
| Fläche in ha
| -
| Gebäude | 20 | 6,25
| -
| Gärten | 71 | 22,19
| -
| Äcker | 2.247 | 702,19
| -
| Weinberge | 127 | 39,69
| -
| Wiesen | 490 | 153,13
| -
| Wald | 1.676 | 523,75
| -
| Weide | 38 | 11,88
| -
| Öde | 35 | 10,94
| -
| Gewässer | 15 | 4,69
| -
| Straßen und Wege | 159 | 49,69
| -
| Gesamt: | 4.878 | 1.524,40
|
| - bgcolor="#efefef"
| Beschreibung 2002
| Fläche in Morgen
| Fläche in ha
| -
| Gebäude | 1.179,79 | 368,74
| -
| Erholung | 157,06 | 49,08
| -
| Felder und Wiesen | 1.151,78 | 359,93
| -
| Wald | 930,28 | 290,71
| -
| Straßen und Wege | 487,29 | 152,28
| -
| keine Angabe | 120,83 | 37,76
| -
| Gesamt: | 4.027,20 | 1.258,50
|
Stadtteile/Wappen
Wappen
Das
erste Wappen von Weil im Dorf zeigte nur ein einfaches
W. Kurz bevor der Erste Weltkrieg ausbrach, im Jahre 1912, gestaltete die Gemeinde ein neues Wappen. Es zeigt wie das heutige Wappen auch, im oberen Feld die Kirche mitten im Dorf und im unteren Feld eine Standarte, die an die Enge Zugehörigkeit zum Chorherrenstift in
Sindelfingen, später zur
Universität Tübingen, zeigen soll. Das
Wappen von Weilimdorf bekam seine heutige Form erst nach dem zweiten Weltkrieg.
Stadtteile
Bergheim, genauer gesagt der Bergheimer Hof, stand schon immer auf Weilimdorfer Markung und gehörte zu Weilimdorf. Auch die Stadtteile Wolfbusch, Hausen und Giebel, die erst im 20. Jahrhundert entstanden sind, sind unzertrennlich mit dem Stadtbezirk Weilimdorf verbunden.
Frühere Ortszugehörigkeiten
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Bis 1851 lag der Kornthaler Hof ebenso auf Weil im Dorfer Markung, bevor er ein eigenständiger Ort wurde und der Evangelischen Brüdergemeinde eine Heimat bot. Heute ist der ehemalige Hof Teil der Stadt Korntal-Münchingen im Kreis Ludwigsburg. Mit Bildung der Teilgemeinde Solitude musste die Gemeinde Weil im Dorf 283 ha abgeben. Im Jahre 1942 kam die schließlich Solitude vom Landkreis Leonberg zur Stadt Stuttgart. Sie ist mittlerweile ein Stadtteil von Stuttgart-West.
Geschichte
Von der Vorzeit bis zur ersten urkundlichen Erwähung
Schon zur
Hallstattzeit war die Weilimdorfer Gemarkung besiedelt. Hierbei handelte es sich vermutlich um Kelten, die Ackerbau und Viehzucht betrieben. Auf dem Horn bei Weilimdorf gab es eine keltische
Fliehburg und im Stellenrain hoch über dem Lindental finden sich heute noch deutliche Zeichen eines Ringwalles. Die Kelten wurden aber noch vor Christi Geburt von den Sueben verdrängt. Anschließend besetzten
Römer das verlassene Land und teilten es der Provinz Obergermanien zu. Spuren finden sich noch an der Steinstraße am östlichen Markungsrand, die einst eine Römerstraße war und im Jahre 1910 grub man eine römische Mauer im Gewand Blauäcker aus. Diese könnte von einem römischen Gutshof stammen und von jenem Gutshof liese sich auch der Name Weilimdorfs ableiten: Weil = Villa = Landhaus. Im Jahre 260 n.Chr. jedoch hielt der Limes nicht mehr stand, und die Alemannen drängten die römischen Besatzer bis an den Rhein zurück. Die Alemannen und die Franken teilten sich nach einer Schlacht im Jahre 496 das Glemsgau. Die Ländereien links der Glems wurden fränkisch, die rechts der Glems, und damit auch die Markung Weilimdorfs, blieben weiterhin alemannisch. Von dieser alten Trennung zeugen noch heute im Nachbarort Ditzingen die zwei Kirchen links und rechts der Glems (Grenze Bistümer Speyer und Konstanz). Im Jahre 1075 erhält das Kloster
Hirsau durch Graf Adalbert von Calw einige seiner Güter, darunter auch einige zu "Weyl".
Die Reformation
Die erste urkundliche Erwähnung Weilimdorfs stammt aus dem Jahr
1243. In dieser wird "Weyl im Glemsgaw" mit Kirche, Widdumhof und anderen Gütern an das Chorherrenstift zum Heiligen Martin in Sindelfingen übertragen. Durch einen weiteren Erlass bekam
Sindelfingen auch das Vogtrecht zugesprochen.
1291 griff Graf Götz von Böblingen Weyl an und raubte 200
Malter Getreide. Als Folge davon befestigte die Gemeinde ihren Ort, besonders Kirche, Maier- und den Widdumhof, mit Mauern und Gräben. Im Jahre
1336 kam Weilimdorf durch Kauf an die Grafen von Württemberg und wurde dem
Oberamt Leonberg zugewiesen.
1472 erbaute man die Oswaldkirche in ihrer heutigen Form. Durch die Gründung der ersten Universität in Württemberg in Tübingen kam die Oswaldkirche und die zugehörigen Güter (samt Maier- und Widdumhof) zur
Universität Tübingen. Diese ließ Weilimdorf durch einen Universitätspfleger verwalten. Noch bis 1914 hatte Tübingen zudem das Recht, den hiesigen Pfarrer zu ernennen. Von der Zeit der
Bauernkriege und des
Armen Konrads ist nichts überliefert. Jedoch von der beginnenden Reformation in Württemberg: In einem Brief vom 2. Oktober
1531 vermerkte der Universitätskanzler, dass die Einwohner von Weyl im Glemsgaw sich zur lutherischen Lehre hingezogen fühlten. Die Universität enthob den letzten katholischen Pfarrer der Gemeinde von seinem Amt, da er in Verdacht stand, den evangelischen Glauben zu verbreiten. Dies war
1533. Als
1547 die evangelischen Dekanate Leonberg und Cannstatt gebildet wurden, kam Weilimdorf zum letzteren. Der erste evangelische Pfarrer Samuel Isenmann legte auch das hiesige Taufbuch an. Die lutherische Lehre hatte sich gefestigt. Auch von der
Gegenreformation blieb die Gemeinde verschont.
Das 16. Jahrhundert
In der zweiten Hälfte des
16. Jahrhunderts erfasste den Ort eine rege Bautätigkeit. Seit
1551 gab es in Weilimdorf eine Schule, in der Anfangs nur Jungen im Winter unterrichtet wurden. In Württemberg erlies
Herzog Christoph erst 1559 die erste Schulordnung.
1559 wurde ein neues Pfarrhaus errichtet und
1583 verlegte man den Friedhof von der Kirche an den Ort, auf der heute die Seelachschule steht. Herzog Ludwig von Württemberg unterstützte den Bau mit 60 Gulden.
1595 renovierte die Gemeinde ihren Kirchturm und bauten das erste Uhrwerk ein. In den Jahren von
1585 bis
1597 wütete die
Pest mehrmals im Ort und raffte 387 Einwohner dahin. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts zeigte sich Weilimdorf als wohlhabendes Dorf, das sich halbkreisförmig um die Kirche hinzog und mit Zäunen, Hecken, Mauern und Gräben befestigt war. Von den Straßen die durch den Ort führten werden in der Chronik von
1926 die Allmandgasse (heutige Glemsgaustraße), die Bauerngasse (Ditzinger Straße) und die Gemeine Gasse (?) genannt.
Das 17. Jahrhundert
Anfang des
17. Jahrhunderts brach nochmals die Pest über die Gemeinde herein. Es starben 58 Menschen.
1722, als der bayerische General
Tilly in Württemberg einmarschieren wollte, rief Herzog Johann Friedrich die Menschen in den Oberämtern
Leonberg und
Vaihingen zu den Waffen. Im Zuge der Schlacht bei
Ölbronn starben 500 Württemberger, darunter auch sieben Weilimdorfer. Truppendurchzüge von schwedischen, französischen und kaiserlich habsburgischen Armeen stürtzten das Herzogtum und damit auch die Oberämter und Gemeinden in die Armut. Missernten (
1626) und Pest dezimierten die Bevölkerung von Weilimdorf zusätzlich. So vielen zwischen 1625 und 1632 wieder 275 Menschen der Seuche zum Opfer. Nach der
Schlacht von Nördlingen 1634 besetzten die kaiserlichen Truppen das evangelische Württemberg und hielten es bis
1638 besetzt. Die Truppen hausten schlimm unter der Bevölkerung und beschlagnahmten Geld und Ernteerträge. Die Einwohner flohen in die Wälder aus Furcht vor Einquartierungen und weiteren Fronen. Zwischen 1635 und 1638 starben insgesamt 619 Menschen, darunter 60 an Hunger. Gegen Ende des
Dreißigjährigen Krieges hatte das Oberamt Leonberg durch Truppeneinquartierungen insgesamt 52.919 Gulden aufgebracht. Nach dem Ende des Krieges im Jahre
1648 lag die Gemeinde in Schutt und Asche und die Felder und Weingärten waren unbestellt. Durch gute Ernten in den nachfolgenden Jahren kam die Ortschaft wieder zu Kräften.
1693: Um in Württemberg festgehaltene Franzosen zu befreien, bezogen französische Soldaten zwischen Oberriexingen und Gerlingen Stellung. Sie drohten damit, falls die Geiseln nicht freigelassen würden, Dörfer anzuzünden. Bevor die bemessene Zeit um war, brandten Weilimdorf und Fellbach. Außerdem wurde die Kirche geplündert und die Franzosen nahmen sowohl die Rathaus als auch die Kirchenglocke mit. Auch in den nachfolgenden Jahre waren weiterhin von Einquartierungen, Sachlieferungen und Plünderungen geprägt. Während des
Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) ging es damit weiter.
Das 18. Jahrhundert
Im Jahre
1707 richteten die französischen Truppen große Schäden an (über 1.943
Gulden. Durch die württembergische Landschaft entschädigte die Gemeinde mit 406 Gulden und 31 Kreuzern dafür. Um die Jahrhundertwende entstanden auch wieder neue Ortsstraßen: Die "Krumme Gasse", die "Schmale Gasse" (heute Dachtlerstraße) und das "Keimengäßle", das sich in das "Hirschgäßle" (Kimmichstraße) und das "Webergäßle" (Spießgasse) aufteilt. Im August
1710 kam Markus Hellwag als neuer Universitätspfleger nach Weilimdorf. Dieser erbaute
1716 die "Linde", ein herrschaftliches Haus, außerhalb des eigentlichen Dorfes an der heutigen Ditzinger Straße. Im Jahre
1718 kam Weilimdorf durch den Bau
Ludwigsburgs und der Einrichtung des gleichnamigen Oberamtes vom OA Leonberg zum OA Cannstatt. Während des
Polnischen Erbfolgekrieges, des
Österreichischen Erbfolgekrieges und des
Siebenjährigen Krieges musste die Bevölkerung immer wieder unter den Truppendurchmärschen und Einquartierungen leiden. Erst 1763 kehrte Ruhe ein. Allerdings fuhren die Weilimdorfer Bauern Fronen für Herzog Karl Eugen, der in der Zeit von
1763-
1767 das Schloss Solitude oberhalb der Gemeinde teilweise auf deren Markung errichten lies. In der Folge des Schlossbaus wurde eine Chaussee zwischen Schloss Solitude über Weilimdorf, Korntal, Stammheim, Kornwestheim nach Ludwigsburg in schnurgerader Ausführung gebaut. Die heutige Solitudestraße diente während der Landesvermessung von Württemberg Mitte des 19. Jahrhunderts als Grundlage. Die Bautätigkeit des Herzogs erfasste auch den Ort. So entstand als erster Haus an der Solitudestraße das "Gasthaus zum Ritter Georg", in der auch Pferde zum Wechseln abgestellt wurden. Auch brach man das Alte Schulhaus ab und errichtete dafür für 1.500 Gulden einen Neubau. Am 17. August 1797 wüteten Flammen im Dorf. Es brannten die Zehntscheuer, einige Wohnhäuser und Scheunen nieder. Soldaten, die in dieser Zeit einquartiert waren, halfen beim Löschen mit und verhinderten so ein Übergreifen der Flammen auf die Kirche. Die Zehntscheuer wurde bereits
1798 wieder erbaut.
Das 19. Jahrhundert
Durch die
Napoleonischen Kriege und den damit verbundenen Truppendurchzügen wurden die Felder vernachlässigt, so dass es
1816 zur Not kam. Um dieser Hungersnot entgegenzuwirken, gründete der Pfarrer und der Ortsvorsteher
1817 einen Wohltätigkeitsverein. Durch diesen wurden 434 Gulden und 17 Kreuzer an Naturalien eingesammelt und an die Bedürftigen ausgegeben. Es folgten weitere Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung durch Hagelschäden in den Jahren
1837,
1838 und durch eine Dürreperiode
1847. Als Folge davon setzte die Armenfürsorge der Gemeinde wieder ein. Von der
Revolution 1848 ist wenig bekannt. Einige der Bürger zählten zu den Anhängern von
Karl Friedrich Hecker andere rüsteten sich zum Kampf gegen die Revolutionisten und Franzosen. Das
19. Jahrhundert brachte viele Erleichterungen für die Einwohner mit sich. So wurde
1818 die
Leibeigenschaft abgeschafft,
1836 das Ende der
Frondienste verkündet und
1849 Geldabgaben anstatt des Zehnten eingeführt. So ergab es sich, dass die Landwirtschaft wieder erblühte. Im Jahre
1850 zählte man in Weil im Dorf 596 Rinder, 42 Pferde, 238 Schweine, 79 Ziegen und 84 Bienenvölker. An Gebäuden waren 212 Häuser und 184 Scheunen und andere Nebengebäude vorhanden. Einige Häuser, die von der Solitude abgetragen wurden, entstanden in Weil im Dorf neu. Auch die Bergheimer Straße entstand 1849. Nach neuen Missjahren von 1852 bis 1854 wanderten 62 Bürger aus. Weitere 24 folgten. Durch die Erleichterungen den Herrschaften gegenüber, stieg der Wohlstand und im Ort wurde vieles erneuert und neu gebaut. Durch die gestiegene Anzahl an Schülern war es nötig die Schule zu erweitern und eine weitere Lehrstelle einzurichten.
1851 bekam der Ort eine Handarbeitsschule für Mädchen und
1865 eine Kleinkinderschule. Auch stieg die Bevölkerung weiter an, so dass der Friedhof mehr Platz benötigte und
1869 ins Gewand "Hipplen" verlegt werden musste.
Das 20. Jahrhundert
1929 schlossen sich Weil im Dorf, Oberamtsbezirk
Leonberg (
Württemberg), und die benachbarte Stadt
Feuerbach, die zum Oberamt
Stuttgart-Amt gehörte, zur neuen Stadt Feuerbach-Weil im Dorf zusammen, doch erfolgte bereits am
1. Mai 1933 die Eingemeindung der vergrößerten Stadt Feuerbach-Weil im Dorf nach
Stuttgart. Danach wurden Feuerbach und Weil im Dorf als Stadtteile geführt. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre
1956 wurde der Stadtteil
Weilimdorf mit dem
1940 -
1955 ausgebauten Stadtteil
Bergheim, dem ab
1953 entstandenen Stadtteil
Giebel, dem ab
1948 entstandenen Stadtteil
Hausen und dem
1932 -
1934 bzw.
1950/
51 erbauten Stadtteil
Wolfbusch zum
Stadtbezirk Weilimdorf vereinigt. Bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum
1. Januar 2001 wurde vom Stadtteil Weilimdorf ein weiterer Stadtteil
Weilimdorf-Nord abgetrennt. Seither gliedert sich der Stadtbezirk Weilimdorf in sechs
Stadtteile.
Bevölkerung
Die Weilimdorfer Bevölkerungsentwicklung dargestellt anhand von verschiedenen Daten. Erst ab 1786 gab es regelmäßige Volkszählungen. Zwischen 1350 und 1786 lag die Bevölkerungszahl von Weilimdorf zwischen 400 und 900 Einwohner. Nach dem Ende des
Dreißigjährigen Krieges verlor Weil im Dorf fast seine ganze Einwohnerschaft. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im 19. Jahrhundert und der Eingemeindung nach Stuttgart wurde die Gemeinde immer größer. Nach dem Ende des Weltkrieges und der Schaffung der neueren Wohngebiete Wolfbusch, Bergheim, Hausen und Giebel nahm die Bevölkerung weiter zu. Seit sechs Jahren ist sie nun fast konstant bei 30.000 stehen geblieben.
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Wirtschaft und Infrastruktur
Großes Industriegebiet mit vielen bekannten Firmen. Es bietet 14.000 Menschen einen Arbeitsplatz mitten im Grünen. Die Straßen des Industriegebiets wurden nach westlich der Landeshauptstadt gelegenen Ortschaften wie
Rutesheim,
Mönsheim oder
Friolzheim benannt.
Ansässige Firmen
Bosch Sicherheitssysteme GmbH, Alcatel AG, Nextira One, Siemens AG, VPV Versicherungen, Schrauben Roth, Ernst&Young, Widder Holzhandlung, Scharr Büro, Andreae-Noris Zahn AG, Autohaus Stecher, D2 Vodafone, Autohaus Hahn und Lang, Raber & Märcker, BäKo, Kühne & Nagel, Hetzel, Kirchhoff, Bauder, Zeeb, Westwall Tonträger, Holiday Inn, joySO Ltd, Vector Informatik GmbH.
Verkehr
Weilimdorf liegt nahe der Autobahn
A81 und dem Kreuz Leonberg, wo diese mit der
A8 zusammentrifft. Des weiteren führt die
B295 (Stuttgart-Leonberg-Calw) um den Ort herum. Von Bedeutung ist außerdem die Bergheimer Steige, die die schnellste Verbindung von Weilimdorf nach Leonberg, auf die Fildern und zum Flughafen ist. Der öffentliche Nahverkehr wird von den
Stuttgarter Straßenbahnen AG (U6/U13/90/N3), der
Deutschen Bahn AG (S6) und der
Württembergischen Eisenbahngesellschaft mbH (90) bedient.
- U6 Gerlingen - Weilimdorf - Feuerbach - Hauptbahnhof - Degerloch - Möringen (- Vaihingen)
- U13 Giebel - Weilimdorf - Feuerbach - Bad Cannstatt - Untertürkheim - Wangen - Hedelfingen
- Weil der Stadt - Leonberg - Weilimdorf - Zuffenhausen - Nordbahnhof - Hauptbahnhof - Schwabstraße
- (Borkumstraße -) Korntal - Weilimdorf - Hausen - Giebel
- Nachtbus Schloßplatz - Hauptbahnhof - Feuerbach - Weilimdorf - Gerlingen (Sa/So Nacht)
Schulen/Jugend
- Grund-und Hauptschulen:
- Wolfbuschschule - Köstlinstraße 76-77 - Telefon 216-4365
- Reisachschule - Maierwaldstraße 14 - Telefon 889 41 10
- Engelbergschule - Engelbergstraße 83 - Telefon 86 57 58
- Maria-Montessori-Schule - Beim Fasanengarten 9 - Telefon 889 55 06
- Rappachschule - Sandbuckel 45 - Telefon 86 50 71
- Förderschule: Seelachschule - Glemsgaustraße 6 - Telefon 887 43 91
- Realschulen und Gymnasien:
- Realschule Weilimdorf - Engelbergstraße 81 - Telefon 86 59 59
- Solitude-Gymnasium - Spechtweg 40 - Telefon 86 50 71
Freizeit/Sport
Weilimdorf hat bedingt seiner Zugehörigkeit zu einer Großstadt ein umfangreiches Kulturangebot gleich neben an. Die Stuttgarter Stadtmitte mit ihren Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten ist nur 20 Minuten mit der U-Bahn entfernt. Auch das SI-Zentrum in
Stuttgart-Möhringen ist in zwanzig Minuten mit dem Auto bequem zu erreichen. In Weilimdorf selbst lohnt vor allem das viele Grün zur Freizeitgestaltung. Trim-Dich-Pfade sind im Fasanengarten vorhanden. Ansonsten ist der Wald oder ein Feld in weniger als fünf Minuten zu erreichen. Der Grüne Heiner ist zudem noch ein Paradies für Modellflugzeugflieger. Für Kinder sind zahlreiche große und kleine Spielplätze vorhanden. Im Ort gibt es außerdem zwei Sportvereine: TSV Weilimdorf e.V., SG Weilimdorf e.V.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Weilimdorfer Heimatstube im ehemaligen Pfarrhaus
- Altes Rathaus Weilimdorf von 1551
- Evangelische Pfarrkirche St. Oswald - erbaut im 12. Jahrhundert mit wertvoller Innenausstattung
- Jagdpavillon im Fasanengarten zwischen Hausen und Giebel
- Windkraftanlage Grüner Heiner
- Ehemalige Vogtei in Weilimdorf - erbaut 1716 als Vogtei der Universität Tübingen
- Hasenbrünnele im Lindental
- Ruine der Burg Dischingen
Bild:SchlossSolitude.jpg|Schloss Solitude
Image:Stuttgart_gruener_heiner_02.jpg |Der "grüne Heiner" im Herbst vom weiten aus dem Industriegebiet Weilimdorf gesehen
Image:Stuttgart_gruener_heiner_03.JPG|Der "grüne Heiner" im Herbst
Image: Stuttgart_weilimdorf_01.jpg|Weilimdorf (im Vordergrund ein Teil des Industriegebiet, vom "Grünen Heiner" gesehen)
Bauwerke
Burg Dischingen
Das Geschlecht der Edelknechten von Dischingen ist in den Lagerbüchern der Gemeinde Weilimdorf verzeichnet. Es taucht zwischen dem 12. und dem 14. in Weilimdorf auf. Diese bewohnten ihre Burg oberhalb des Lindenbaches im Gewand Stellenrain südwestlich von Weilimdorf. Im 12. Jahrhundert brannte die Burg, die vermutlich aus Holz errichtet war, aus und an ihrer Stelle erbaute man Burg wieder auf, allerdings aus Stein. Nach einem erneuten Feuer im Jahre 1311 wurde Dischingen endgültig aufgegeben. Nach Plünderungen im 14. und 15 Jahrhundert und dem Aushub eines Steinbruchs nahe der Burg zerfiel sie ganz. Anschließend war über Jahrhunderte die genaue Lage der Ruinen nicht bekannt. Erst 1950 wurde die alte Räuberburg (so der Spitzname im Volksmund) ausgegraben und in den heutigen Zustand versetzt. Bei den Ausgrabungen wurden auch einige alte Tonscherben gefunden. Die Reste geben Aufschluss darüber, wie die Feste einst ausgesehen haben möchte:
- 20 Meter hoher Bergfried (Mauerstärke auch heute noch beeindruckend)
- Wohngebäude, wahrscheinlich mit Fachwerk (Kellereingang und Stufen noch heute deutlich zu erkennen)
- 10 bis 12 Meter hohe Schildmauer zwischen dem Bergfried und dem Wohngebäude
- Ausgang oder Tor vermutlich zum Tal des Lindenbaches hin (keine Reste)
- tiefer Burggraben mit vorgelagerten Wällen und Palisadenaufbau
- nordwestlich eine Vorburg
Hasenbrünnele
Nachdem einige Wege im Lindental neu gebaut oder befestigt werden mussten, fasste man einige der Quellen des Lindenbaches in einem Brunnen zusammen. Der Bildhauer Fritz von Graevenitz (Solitude) gestaltete das Motiv mit zwei Hasen im Jahre 1955, das die Quelle ziert.
Jagdpavillon im Fasanengarten
Herzog Karl Eugen gründete 1765 im Hardtwald auf Weilimdorfer Gemarkung eine Fasanerie. In dieser zog ein Fasanenmeister bis zu 600 Fasanen pro Jahr auf. Regelmäßig veranstaltete der Herzog nun Jagden im Fasanenwald (Hardtwald). Die Bauern der Gemeinde mussten Futter, Brennholz und andere Güter der Fasanerie zur Verfügung stellen und gleichzeitig um die Ernte bangen, da die Fasanen die Felder so beschädigten, dass die Ernte rückläufig war. Erst im Jahre 1818 errichtete man den Jagdpavillon und die Versorgungsgebäude der Fasanerie. Der Pavillon selbst ist ein zwölfeckiger klassizistischer Bau. Auf seinem Dach ist ein goldener Fasan als Windfahne angebracht. Vier Alleen führen geradeaus auf den Pavillon zu. Auf diesen Alleen schossen die Herzöge und Könige von Württemberg bis 1918 Fasanen. Nach der Abdankung von Wilhelm II. kam auch die Bevölkerung in den Genuss des Waldes und nach dem Zweiten Weltkrieg zog hier die Forstliche Versuchsanstalt ein. Noch heute unterhält das Staatliche Forstamt hier einen Betriebshof.
Feste/Veranstaltungen
Jährlich am 31. Dezember (Silvester) findet der Stuttgarter Silvesterlauf von Weilimdorf rund um den Fasanengarten und zurück statt. Es gibt jeweils einen Hauptlauf (11.111m), einen Hörnleshasenlauf (5.555m), sowie einen Schülerlauf (2.300m). Dieses Ereignis zieht jedes Jahr zahlreiche Mitläufer und Zuschauer an. Des weiteren veranstalten der Musikverein, die Chorvereinigung Weilimdorf,die Ringer des SG Weilimdorf und andere ortsansässige Vereine ihre jährlichen Hocketse; alle zwei Jahre findet bei der Freiwilligen Feuerwehr Weilimdorf ein Tag der offenen Tür statt. Im Jahre 2006 ist zudem ein Stadtfest geplant, an dem alle Vereine, städtische Einrichtungen und Firmen sich beteiligen sollen.
Schultheißen und Bürgermeister
Kunz Stotzinger um 138, Heinrich Blendner um 1430, Hans Schühing um 1510, Claus Ger um 1560, Martin Widmann um 1568, Michael Veit um 1573, Martin Schweizer um 1576, Ludwig Widmann um 1580, Endris Widmann um 1590, Israel Kimmich um 1598, Michael Widmann um 1611, ....
Literatur/Heimatbücher
- Wilhelm Ostertag, Oberlehrer in Weil im Dorf: Ortschronik von 1926, umfassenste Beschreibung aller historischen Ereignisse von Weyl im Glemsgaw bis unmittelbar zur Vereinigung mit Feuerbach.
- Heinrich Schmidt: Weilimdorfer Bilder und Geschichten, Stuttgart 1969.
- 750 Jahre Weilimdorf, herausgegeben vom Weilimdorfer Heimatkreis 1993
Weblinks
Ort in Stuttgart