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EisrandlagenNorddeutschland.jpg.]] Die Weichsel-Eiszeit, auch Weichsel-Kaltzeit oder Weichsel-Glazial, ist die bisher jüngste der in Nord- und Mitteleuropa aufgetretenen Vergletscherungsphasen durch das skandinavische Inlandeis. Das zeitliche Pendant der Vergletscherungen des Alpenraumes wird dort als Würm-Eiszeit bezeichnet. Namensgeber ist der Fluss Weichsel in Polen.

Die Weichsel-Eiszeit begann vor etwa 115.000 Jahren nach der Eem-Warmzeit und endete vor etwa 11.000 Jahren. Der Hauptvorstoß des skandinavischen Inlandeises setzte aber erst vor ca. 25.000 Jahren ein. Die heutige Ostseeküste Mitteleuropas war wohl vor etwa 13.000 Jahren wieder eisfrei, der Berliner Raum schon vor mehr als 16.000 Jahren.

Ausdehnung des Inlandeises


Die Ausdehnung des Eisschildes war in der Weichsel-Eiszeit, verglichen mit den älteren Eiszeiten (Elster- und Saale-Eiszeit), deutlich geringer. In Deutschland endete der maximale Eisvorstoß des Weichsel-Glazials etwa an der Linie der heutigen Städte Flensburg, Rendsburg, Ahrensburg, südlich Schwerin, Havelberg, Brandenburg an der Havel, Luckenwalde, Lübben und Guben, also innerhalb des nordostdeutschen Tieflandes. Die Elbe sowie der warthe-stadiale (saale-eiszeitliche) Südliche Landrücken wurden von dem weichselzeitlichen Inlandeis nicht überschritten, wohl aber periglazial beeinflusst, unter anderem durch Bildung von Niederterrassen und Aufwehungen von Binnendünen und Löß.

Gliederung


Während des Hochglazials der Weichseleiszeit gab es in Norddeutschland drei große Vorstoßphasen des Eises, das Brandenburger, das Pommersche und das Mecklenburger Stadium, welche kurz aufeinander folgten. Jedes der Stadien hat einen eigenen Geschiebemergel abgelagert. Die kleineren Staffeln wie die Frankfurter Staffel haben keinen eigenen Geschiebemergel. Während des Brandenburger Stadiums erreichte das Eis seine maximale Ausdehnung (siehe oben). Diese Linie wird auch als Brandenburger Eisrandlage bezeichnet. Zum Brandenburger Stadium gehört auch die Frankfurter Staffel, die nordöstlich von Berlin verläuft. Die zweite große Vorstoßphase ist das Pommersche Stadium mit der sehr gut ausgebildeten Pommerschen Eisrandlage nördlich von Eberswalde. Der dritte große Vorstoß, das Mecklenburger Stadium erreichte nur noch Mecklenburg-Vorpommern. Umstritten ist nach wie vor, wie weit das Inlandeis zwischen den einzelnen Stadien nach Norden zurückschmolz. Ebenso strittig ist ein früherer weichselzeitlicher Eisvorstoß während des Frühglazials vor etwa 70.000 Jahren, der zumindest bis an die südliche Ostseeküste vordrang.

Landschaftsbild im Vereisungsgebiet


Diese letzte Kaltzeit hat durch ihr Vordringen und Zurückweichen eine vielfältige Jungmoränenlandschaft hinterlassen. Typisch dafür sind frische, gut ausgebildete Formen der Glazialen Serie. Dazu gehören die Urstromtäler mit Talsandflächen, in denen sich auch Abschnitte der heutigen Flussläufe von Elbe, Oder, Havel und Spree befinden. Zu nennen ist das Glogau-Baruther Urstromtal das die Brandenburger Eisrandlage entwässerte, das Warschau-Berliner Urstromtal mit der zugehörigen Frankfurter Staffel und das Thorn-Eberswalder Urstromtal, welches die Pommersche Eisrandlage entwässerte.

Relikt aus der Zeit ist auch die fast unüberschaubare Seenlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte (vgl. u. a. Müritz). Auch Brandenburg und das Schleswig-Holsteinische Hügelland (Ostholstein) sind reich an weichsel-glazialen Seen (vgl. u. a. Plöner See in der Holsteinischen Schweiz). Einige Seen sind in Gletscherzungenbecken entstanden (Beispiele: Schweriner See, Ratzeburger See). Besonders der Baltische oder Nördliche Landrücken besteht aus lebhaft gegliederten und vielfach hintereinander gestaffelten Endmoränenwällen. Er begleitet die heutige Ostseeküste bis nach Nordpolen. In Pommern und Masuren werden dabei stellenweise Höhen bis über 300 m NN erreicht (329 m, südwestlich von Danzig; 312 m, südlich von Osterode). Die höchsten Erhebungen im deutschen Teil sind aus dem Pommerschen Stadium die Helpter Berge (179 m, südöstlich von Neubrandenburg) in Mecklenburg-Vorpommern.

Ausklang der Weichseleiszeit


Der Ausklang der bisher jüngsten Eiszeit in Mitteleuropa ist außerdem gekennzeichnet durch die zunehmende menschliche Wiederbesiedlung des Raumes in verschiedenen Siedlungswellen, die als Jäger- und Sammlerkulturen zu bezeichnen sind.

Die folgende stratigrafische Gliederung zeigt die – stark vereinfachte – zeitliche Abfolge von Klimaphasen in Norddeutschland vom Interglazial zwischen der Saale- und der Weichsel-Eiszeit bis heute. Die genauen Altersangaben für das Spätglazial und das Holozän stammen von Untersuchungen jahreszeitlich geschichteter Seeablagerungen in Nordwestdeutschland und aus Maaren der Eifel (kombiniert aus verschiedenen Quellen - Überarbeitungsbedarf!!).


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Phase Beginn (Jahre vor heute) Ende (Jahre vor heute)
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Eem-Warmzeit (Interglazial) 130.000 115.000
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Frühglazial 115.000 25.000
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Hochglazial: Brandenburger Stadium 25.000 18.000
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Hochglazial: Frankfurter Staffel 18.000 16.000
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Hochglazial: Pommersches Stadium 16.000 14.420
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Spätglazial: Meiendorf 14.420 13.800
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Spätglazial: Älteste Dryas 13.800 13.670
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Spätglazial: Bölling 13.670 13.540
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Spätglazial: Ältere Dryas 13.540 13.325
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Spätglazial: Alleröd 13.325 12.700
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Spätglazial: Jüngere Dryas 12.700 11.560
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HOLOZÄN: Präboreal 11.560 10.640
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HOLOZÄN: Boreal 10.640 9.218
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HOLOZÄN: Atlantikum 9.218 5.660
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HOLOZÄN: Subboreal 5.660 2.378
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HOLOZÄN: älteres Subatlantikum 2.378 818
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HOLOZÄN: jüngeres Subatlantikum 818 heute
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Siehe auch:

Glaziologie | Historische Geologie

Weichsel-istiden | Wisconsin glaciation | Veiksel-jääkausi | Glaciation de Würm | Weichselien | Weichsel (nedisning)

 

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