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Weißtanne
: Kiefernartige (Pinales)
: Kieferngewächse (Pinaceae)
: Abietoideae
: Tannen (Abies)
Sektion: Abies
: Weißtanne
Wissenschaftlicher Name Abies alba Mill.

Die Weißtanne (Abies alba, syn. A. pectinata), auch Edeltanne oder Silbertanne genannt, ist eine Nadelbaumart der Tannen (Abies) aus der der Kieferngewächse (Pinaceae). Der Name leitet sich von der im Gegensatz zur Gemeinen Fichte auffallend weißgrauen Rinde ab. Die Weißtanne war im Jahr 2004 Baum des Jahres in Deutschland.

Beschreibung


Habitus

Sie erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 50 m, im Einzelfall sogar bis 60 m. Mit 500 bis 600 Jahren kann sie ein sehr beachtliches Alter erreichen. Die Wipfelform variiert im natürlichen Verbreitungsgebiet beträchtlich, schmal kegelige Formen sind beispielsweise in Südeuropa häufig (Bosnien, Makedonien); die schmalen Tannen im Bosnischen Perucica Urwald sehen dabei Fichten sehr ähnlich und erreichen auch die größten bekannten Höhen. Für die Alpen gilt, dass der Wipfel zunächst pyramidal ist, im Alter aber oft recht zerzaust und entfernt einem Storchennest gleicht. Ein unterschiedliches Wachstum der terminalen Knospe im Wipfel ist für die Ausprägung dieses Merkmals verantwortlich.

Belaubung

Abies alba 01.jpg Die Zweige der Weißtanne sind stumpf graugelb und weisen verstreute kleine dunkle Haare auf. Sie sind rau und nicht gefurcht. Leittriebe von Jungpflanzen sind glänzend blaßgrau. Die Zweige des Gipfelquirls sind aufwärts gekrümmt. Die Knospen sind eiförmig, rotbraun und harzig. Die Nadeln sind 2 bis 3 cm lang, 2 bis 3 mm breit, im Querschnitt flach, oberseits dunkelgrün, mit schwach eingesenkter Mittelrippe. Die Unterseite ist dunkelgrün und weist zwei bläulichweiße (Wachs) Spaltöffnungen und eine erhabene Mittelrippe auf. Die Nadeln sind am Ende stumpf, nicht stechend, ein wenig eingekerbt, mit grüner Basis und dem Zweig aufsitzend. Die Nadeln können aber auch stachelig und dann ohne Einkerbung sein. Sie sind schraubig am Zweig angeordnet und stehen etwas gedreht. Sie fallen nach sieben bis elf Jahren ab. Beim Zerreiben riechen die Nadeln der Weißtanne aromatisch nach Orangenschale.

Rinde

Abies_alba_Schleus_Berg_b_Suhl_ThW_Th_Dreger.jpg Die Rinde der Weißtanne ist weißgrau; glatt bei jungen Individuen, mit Harzbeulen; bei älteren Bäumen immer mehr in kleine Felder mit schmalen, tiefen Rissen zerbrechend.

Wurzeln

Die Weiß-Tanne bildet eine Pfahlwurzel aus und wurzelt tiefer als die Gemeine Fichte. Daher ist sie sehr sturmsicher und besiedelt auch feuchtere Böden.

Vorkommen


Man findet die Weißtanne vor allem im Schwarzwald, im Fichtelgebirge, im Bayerischen Wald, im Frankenwald, im Thüringer Wald und in den Pyrenäen. In Mittel- und Südeuropa kommt sie besonders im Gebirge vor, sie wächst allerdings nicht gern an trockenen Steilhängen, in Flussauen oder an stark versauerten Standorten. Das nördlichste Vorkommen in Europa befindet sich im Forst "Maientännig" (ca. 80 ha), südöstlich von Kranichfeld in Thüringen. Im westlichen Balkan wie den Karpaten sind noch großflächig Urwaldreste mit bedeutendem Tannenanteil vorhanden. Als stabilisierende Baumart ist die Weißtanne insbesondere im Bergschutzwald der Alpen unentbehrlich. Die durch winterliche Wildfütterung und Ausrottung von Wolf und Luchs stark angestiegenen Bestände an Hirsch, Reh und Gemsen haben die verbißempfindliche Weiß-Tanne in den letzten 100 Jahren vielerorts an den Rand des Aussterbens gebracht. Unverbissene Tannen-Naturverjüngung ist seit wenigen Jahren wieder häufiger zu finden und ist ein Zeichen für waldverträgliche Wildbestände und verantwortungsbewußte Jäger vor Ort.

Holz


Das Holz der Weißtanne weist keine Kernverfärbung auf, ist gelblichweiß bis grauweiß, leicht, weich, elastisch, trocknet schnell, schwindet wenig und arbeitet gering. Es ist harzfrei und von relativ gleichmäßiger Struktur. Das Holz wird als Bauholz, für Dielen, Schindeln, Kisten und Schachteln und in der Möbel- und Papierindustrie verwendet. Auch für Musikinstrumente findet es Verwendung (z.B. Orgeln und Geigen).

Weblinks


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