Wegberg ist eine
Mittelstadt des
Kreises Heinsberg im
Regierungsbezirk Köln in
Nordrhein-Westfalen (
Deutschland).
Wegberg hat seit dem Jahr 1973 den Status mittlere kreisangehörige Stadt.
Geografie
Lage
Wegberg liegt wenige Kilometer west-südwestlich von Mönchengladbach im Quellgebiet der Schwalm. Die höchste Stelle im Stadtgebiet liegt 88 m über NN, die niedrigste bei 49 m Höhe. Wegberg grenzt auf etwa 8 km Länge direkt an die Staatsgrenze zu den Niederlanden.
Landschaft
Wegberg liegt auf der Schwalm-Nette-Platte, einer Teillandschaft des Niederrheinischen Tieflandes. Die Landschaft ist geprägt durch Äcker, Wälder und Bruchgebiete, die hier ständig wechseln. Die Umgebung der südlichen Gemeindegrenze stellt auch eine Landschaftsgrenze dar. Hier beginnt die Erkelenzer-Bördelandschaft der Niederrheinischen Bucht.
Naturpark
Wegberg liegt im internationalen
Naturpark Maas-Schwalm-Nette.
Naturschutzgebiete
- Helpensteiner Bachtal (1,76 km²)
- Schaggbachtal (1,76 km²)
- Schwalmquellen, Schwalmbruch, Mühlen- und Knippertzbachtal (4,88 km²)
- Petersholz (2,00 km²)
- Meinweg (2,67 km²)
Ausdehnung des Stadtgebiets
Die Gemeinde hat ihre größte Ausdehnung in NW-SO Richtung, sie beträgt 16,7 km.
Stadtgliederung
Durch die kommunale Neugliederung von 1972 wurde das Gemeindegebiet erweitert. Die Gemeinden Arsbeck und Wildenrath wurden aufgelöst und Wegberg zugeschlagen, dazu kam außerdem die Ortschaft Merbeck aus der Gemeinde
Niederkrüchten.
Die Stadt Wegberg selbst besteht aus 40 Ortsteilen:
Berg, Bissen bei Wegberg, Bischofshütte, Broich, Brunbeck, Busch, Harbeck, Holtmühle, Klinkum, Rickelrath, Tüschenbroich, Watern, Wegberg, Beeck, Beeckerheide, Bissen bei Beeck, Ellinghoven, Felderhof, Flassenberg, Gerichhausen, Gripekoven, Holtum, Isengraben, Kehrbusch, Kipshoven, Mehlbusch, Moorshoven, Rath-Anhoven, Schönhausen, Uevekove, Arsbeck, Dalheim-Rödgen, Merbeck, Petersholz, Schwaam, Tetelrath, Venheyde, Venn, Wildenrath.
Geschichte
Unter dem Namen
Berck wurde Wegberg erstmals in einer Urkunde
Otto I. aus dem Jahre
966 erwähnt. Der heutige Name
Wegberg entstand etwa im
14. Jahrhundert und erklärt sich aus der Lage des Ortes an einer alten Heerstraße, die hier die Schwalm überquerte.
Mitten durch den Ort Wegberg verlief, entlang der Schwalm zwischen Mühlenbach und Beeckbach, jahrhundertelang die Grenze zwischen dem Herzogtum Geldern und dem Herzogtum Jülich.
Von 1543 bis 1794 gehörte das ehemalige geldrische Wegberg, das im Oberquartier Roermond lag, zu den Habsburgischen Niederlanden.
Seit 1713 lag die Stadt in Österreichisch Geldern.
Der jülichsche Teil Wegbergs lag in der Unterherrschaft Tüschenbroich, die seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Freiherren von Spiering war.
1794 eroberte Frankreich das Rheinland.
1797 verzichtete der habsburgische Kaiser im Frieden von Campo Formio auf seine linksrheinischen Gebiete, die nunmehr völkerrechtlich zu Frankreich gehörten. Das ehemalige geldrische Wegberg lag nun im Kanton Cruchten (Niederkrüchten), Département de la Meuse Inferieure (Nieder-Maas).
Nach 1794 wurde das jülichsche Wegberg mit Tüschenbroich zur einer Gemeinde zusammengefasst. Diese wurde 1801 durch den Frieden von Luneville offizieller Bestandteil Frankreichs und lag im Kanton Erkelenz, Département de la Roer.
1815 gelangten beide Ortsteile an Preußen, aber erst 1820 wurden sie zur Bürgermeisterei Wegberg vereint.
Von 1816 bis 1972 lag Wegberg im Landkreis Erkelenz, seither im Kreis Heinsberg.
Am 28. Juni 1973 wurden der Gemeinde Wegberg die Stadtrechte zuerkannt.
Wegberg Kirche.jpg
Religionen
Die katholische Kirche St. Peter und Paul lag in dem jülichschen Teil von Wegberg. Der Pfarrbezirk erstreckte sich aber auch auf den geldrischen Teil des Ortes. Im 16. Jahrhundert hatten die Freiherren von Spiering das
Patronatsrecht an der Kirche.
1639 übertrug Franz von Spiering die Kollatur an den Kreuzherrenorden, der bis 1675 in Wegberg ein Kloster errichtete. 1802 wurde das Kloster von den Franzosen aufgehoben.
Einwohner
(ab 1998 jeweils zum 31. Dezember)
Politik
Gemeinderat
(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Flachsmuseum in Wegberg-Beeck
- Museum für europäische Volkstrachten in Wegberg-Beeck
- Schrofmühle bei Rickelrath
- Dauerausstellung "Bionik-Zukunftstechnik lernt von der Natur" im Naturparkzentrum Wildenrath
- Am Mühlenbach:
- Die Holtmühle
- Die Buschmühle
- Die Schrofmühle
- An der Schwalm:
- Die Bischofsmühle
- Die Bockenmühle
- Die Tüschenbroicher Mühle
- Die Ölmühle
- Die Molzmühle
Bauwerke
- Der Aldeberg – die größte Motte am gesamten Niederrhein (siehe auch: Arsbeck)
- Das Schloss Tüschenbroich
- Die Ulrichskapelle in Tüschenbroich
- Die Motte im Tüschenbroicher Weiher
- Die Burg Wegberg (heutzutage ein Hotelbetrieb)
- Das Kreuzherrenkloster in Wegberg
- Die Heiligkreuzkapelle in Kipshoven (ca. 1500 n. Chr.). Hier sind spätgotische Wandmalereien zu besichtigen.
- Die "Hl. Franziskus von Assisi" Kapelle (1746 n. Chr.) in Moorshoven
- In Schwaam und im Angerdorf Rickelrath stehen einige pittoreske Wohnhäuser, die ein Rietdach haben.
Naturschutzstation
In Wildenrath liegt die
NABU-Naturschutzstation
Haus Wildenrath.
Sport
- Golfclub Wildenrath
- Golf- und Landclub Schmitzhof
- Nordic Walking Park
- Hallenbad Wegberg
- FC Wegberg-Beeck 1920 e.V.
- Sportfreunde Uevekoven
- SC Wegberg
- SV Klinkum
- SV Helpenstein
- SV Merbeck
- Viktoria Rath-Anhoven
- Viktoria Wegberg
- Budo-Club Wegberg e. V.
- TTC Wegberg
- TuS 1900 Wegberg e.V.
- Tennisclub Grün-Weiss Arsbeck e.V.
- TT Dalheim e.V.
Vereine
- St. Antonius Schützenbruderschaft
- Computer-Club im Kreis Heinsberg e. V.
- Chorgemeinschaft "Cäcilia" Rath-Anhoven
- KG "Flöck op" 1878 Wegberg
- Trommler- und Pfeifercorps Klinkum
Regelmäßige Veranstaltungen
- Flachsmarkt in Beeck. Der Heimatverein Wegberg-Beeck veranstaltet alljährlich einen großen Handwerkermarkt.
- In Wegberg findet alle drei Jahre am Rosenmontag ein Karnevalsumzug statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Wegberg liegt an der Bahnstrecke von
Mönchengladbach nach
Dalheim und
Roermond in den Niederlanden. Der Streckenteil zwischen Dalheim und Roermond wird derzeit nicht von Zügen befahren, soll aber im Rahmen des
Eisernen Rheins reaktiviert werden. Die Strecke wird zur Zeit mit modernen so genannten
RegioSprintern der
Rurtalbahn im Stundentakt bedient. Auf dem Stadtgebiet von Wegberg befinden sich drei Bahnstationen: der Bahnhof Dalheim, der Haltepunkt Arsbeck und der Bahnhof Wegberg. Somit ist Wegberg die Stadt mit den meisten Bahnstationen im Kreis Heinsberg. An der Blockstelle in Klinkum zweigt eine Stichstrecke zum Bahnprüfzentrum in Wegberg-Wildenrath ab.
Durch die Bundesstraßen 57 und 221, die im Osten und Westen das Stadtgebiet schneiden, und durch verschiedene Landstraßen ist Wegberg an das überregionale Verkehrsnetz angeschlossen.
Ansässige Unternehmen
- St.-Antonius-Krankenhaus Wegberg
- Apfel- und Rübenkrautfabrik Bernd Spelten, in Holtum
- IDEEN-REICH - * - der einzige Esoterik-Laden im Stadtgebiet
- Fitzcairn Buch und Spiel - Lesen - Spielen - Lernen - Spass
Touristik
Bildung
- Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg
- Edith-Stein-Realschule Wegberg
- Gemeinschaftshauptschule Wegberg
- Gemeinschaftsgrundschule am Beeckbach
Persönlichkeiten
- Jakob Hoogen (* 1742; † 1805), letzter Prior des Kreuzherrenklosters und Schriftsteller im Zeitalter der Aufklärung.
- Alexander Josef Inderfurth (* 15. Januar 1781; † 19. September 1854), von 1808 bis 1854 Bürgermeister von Beeck. 1804 nahm er als einer von insgesamt 15 Deputierten an der Krönung Napoléons zum Kaiser teil.
- Anton Heinen (* 1869; † 1934), Pfarrer in Rickelrath und Volksbildner. Sein Werk umfasst rund 300 Bücher und Aufsätze. Er war Mitarbeiter beim Volksverein für das katholische Deutschland. Nach Anton Heinen ist auch die Volkshochschule des Kreises Heinsberg benannt.
- Matthias Eickels (* 1887; † 1942), Eisenbahner aus Beeckerheide. Als Katholik lehnte er das NS-Regime ab und ist für seine Überzeugung im KZ Dachau gestorben.
- Werner Oellers (* 18. Oktober 1904 in Wegberg; † 21. August 1947) war Schriftsteller und Journalist.
- Hans Heyer (* 16. März 1943 in Mönchengladbach), ehemaliger Automobilrennfahrer; Tourenwagen-Europameister (1974), mehrfacher Deutscher Rennsportmeister (1975, 1976, 1980), mehrfacher Gewinner der Automobil-Markenweltmeisterschaft (1976, 1980, 1981), einmaliger Start bei einem Formel-1-Rennen (GP Deutschland 1977), Sieger der Kategorie Trucks über 10 Tonnen der Paris-Dakar (1985).
- Kenneth Heyer, aktiver Automobilrennfahrer.
Sonstiges
Der Grenzlandring
Um die Stadt Wegberg herum führt eine ursprünglich 9.005 Meter lange und fast eiförmige Ringstraße, die zwischen
1940 und
1942 als „strategisch wichtige Aufmarschstraße für den
Westfeldzug“ mit einem Kostenaufwand von über 3 Millionen
Reichsmark gebaut wurde, der so genannte Grenzlandring. Auf diesem damaligen
Beton-
Ovalkurs mit leicht überhöhten Kurven wurden nach dem
Zweiten Weltkrieg vor bis zu 300.000 Zuschauern fünf Auto- und Motorradrennen ausgetragen. Das erste Rennen fand am 19. September
1948 statt, nachdem der damalige Ministerpräsident von
Nordrhein-Westfalen,
Karl Arnold, den „Wegbergring“ (unter diesem Namen war er im Ausland auch bekannt) im Beisein von 250.000 Menschen feierlich für den Rennsport in Betrieb genommen hatte. Am 31. August
1952 kam es dann zu einem schrecklichen Unfall mit insgesamt 13 Toten und 42 Verletzten, als der
Berliner Rennfahrer
Helmut Niedermayr in der
Roermonder Kurve mit seinem
BMW-Meteor-
Rennwagen aus nie geklärten Gründen von der Strecke abkam und die völlig ungeschützten Zuschauer niedermähte. Unmittelbar darauf sperrte Innenminister Arnold den Grenzlandring für alle weiteren Rennsport-Aktivitäten. Bis dahin galt dieser in den deutschen
Medien als die „schnellste Rennstrecke der Welt“, auf der Spitzengeschwindigkeiten von damals fast unglaublichen 250 km/h erreicht wurden. Den absoluten Rundenrekord stellte 1949 der
„Gußeiserne Schorsch“ Meier mit seinem
Motorrad, einer BMW-
Kompressor mit 500
ccm Hubraum, auf und fuhr dabei einen Schnitt von 216 km/h. Auch später wurde der Grenzlandring nie wieder für den
Motorsport genutzt und seine tragische Sporthistorie geriet weitestgehend in Vergessenheit. Heutzutage ist er
asphaltiert und präsentiert sich dem Verkehrsteilnehmer, nach verschiedenen Umbauten, nicht mehr als ein echter bzw. vollständiger Ring.
RAF-Militärflugplatz Wildenrath
Von 1952 bis 1992 betrieb die
Royal Air Force einen Flugplatz bei Wildenrath. Die Bauarbeiten begannen 1950 mit der Rodung von Waldparzellen. Es entstand eine Start- und Landebahn von 1.830 m, diese wurde später um 610 m verlängert. Neben dem Flugplatz wurde eine Wohnsiedlung mit 180 Gebäuden gebaut. 1970 wurden die
Senkrechtstarter Harrier hier stationiert, 1976 die
Phantom Flugzeuge.
In den ersten Jahren nach Beendigung des Flugbetriebes wurde das riesige Areal des ehemaligen Flugplatzes als Musikfestivalgelände genutzt. 1993 fand hier das dreitägige Rockkonzert Rock over Germany statt. In den folgenden zwei Jahren wurde hier Summerjam, ein Reggae Festival veranstaltet.
Heute befindet sich hier, nach erfolgreicher Konversion, der Gewerbe- und Industriepark Wegberg-Wildenrath, u. a. mit dem Siemens-Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge.
Weblinks
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