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Der Wechselstrommotor wird im Gegensatz zum Drehstrommotor mit Einphasenwechselstrom betrieben. Er ist im Prinzip ein Asynchronmotor mit Kurzschlussläufer, muss aber, da beim Einphasenwechselstrom kein natürliches Drehfeld vorliegt, mit einer Anlaufvorrichtung versehen sein. Deshalb hat er in der Regel eine Haupt- und eine Hilfswicklung (Ausnahme: Anwurf- und Spaltpolmotor).

Die einfachste Ausführung des Wechselstrommotors ist der Anwurfmotor. Er wird mit der Hand angeworfen. Ab einer gewissen Drehzahl läuft der Motor dann selbst in Anwurfrichtung bis auf Nenndrehzahl hoch. Zum Wechseln der Drehrichtung muss der Motor gestoppt werden und in der anderen Richtung angeworfen werden.

Bei selbständig anlaufenden Motoren muss ein künstliches Drehfeld durch elektrische oder magnetische Phasenverschiebung erzeugt werden. Widerstände, Kondensatoren oder Induktionsspulen bewirken eine elektrische Phasenverschiebung in der Hilfswicklung, während Spaltpole mit Kurzschlussring eine magnetische Phasenverschiebung hervorrufen.

Am meisten verbreitet sind Kondensatormotoren, deren Hauptwicklung direkt an der Netzspannung liegt, während die Hilfswicklung ihren Strom über einen in Reihe geschalteten Kondensator erhält, der für die Pasenverschiebung sorgt. Es entsteht ein "ellyptisches Drehfeld", das zwar zum Betrieb des Motors ausreicht, die Laufruhe aber beeinträchtigt. Um das Anlaufdrehmoment zu erhöhen, kann dem Betriebskondensator ein Anlaufkondensator parallel geschaltet werden, der bei höherer Drehzahl über einen Fliehkraftschalter oder ein Stromrelais weggeschaltet wird. In ähnlicher Weise funktionieren auch Motoren mit Spulen oder Widerständen als phasenverschiebende Elemente.

Beim Spaltpolmotor dagegen wird das Drehfeld durch zeitlich versetzte Magnetfelder erzeugt. Dabei ist jeder Pol des Ständers gespalten und eine Hälfte mit einem Kurzschlussring versehen, so dass dort das Magnetfeld verzögert aufgebaut wird.

Eine besondere Art des Wechselstrommotors ist der Reluktanzmotor, der im Gegensatz zum normalen Asynchronmotoren nach dem Hochlaufen als Synchronmotor mit synchroner Drehzahl weiterläuft. Besondere Läuferbleche mit ausgeprägten Polen bewirken dieses Verhalten.

Auch Drehstromasynchronmotoren können am einphasigen Netz betrieben werden, wenn sie mit Kondensatoren beschaltet werden (Steinmetzschaltung). Eine andere Möglichkeit ist der Betrieb mit Umrichtern, die die Wechselspannung gleichrichten und dann in Drehstrom umwandeln. Mit diesen ist dann auch eine Drehzahlverstellung in weiten Bereichen möglich.

Universalmotoren laufen zwar auch mit Wechselstrom, sind aber eigentlich Gleichstrommotoren mit Anker- und Feldwicklung. Da beide Wicklungen mit jedem Polaritätswechsel der Spannung auch gleichzeitig das Magnetfeld gleichsinnig wechseln sind sie für Gleich- und Wechselstrom geeignet. Sie eignen sich wegen ihrer kleinen Baugröße, des hohen Drehmoments und der möglichen Drehzahlverstellung vor allen für Werkzeuge und Küchengeräte.

Elektrische Maschinen

 

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