Ein Währungsregime ist das System, nachdem sich der Wechselkurs, also die Tauschrelation zwischen zwei Währungen, bildet. Im Prinzip kann sich der Preis entweder frei bilden (flexibler Wechselkurs) oder von einer Notenbank festgelegt werden (fixer Wechselkurs). Daneben existieren zahlreiche Zwischen- und Sonderformen. In der Regel sollten die Wechselkurse umso fixer sein, je enger zwei Volkswirtschaften realwirtschaftlich miteinander verzahnt sind.
Die Zentralbank bestimmt den Kurs der Währung gegenüber
Arten von fixen Wechselkursen:
(1) Wechselkurssicherung durch Interventionen der Zentralbank am Devisenmarkt: Gerät die eigene Währung unter Abwertungsdruck, muss die Notenbank die eigene Währung gegen Abgabe fremder Währungen aufkaufen und so den Kurs stabilisieren (Herstellung einer künstlichen Währungsverknappung). Bei Aufwertungsdruck muss die Notenbank eigene Währung abgeben und fremde Währungen aufkaufen.
(2) Currency Board (Währungsrat): Hierbei wird die Aufgabe der Wechselkurssteuerung einer exogenen Institution (dem Currency Board) übertragen. Die Zentralbank wird somit zum bloßen Ausführungsgehilfen des Currency Boards degradiert.
(3) Wechselkurssicherung ohne Interventionen: Die Gewährleistung des fixierten Wechselkurses kann zumindest theoretisch auch ohne Intervention sondern lediglich per Gesetz erfolgen. Dies schränkt jedoch de facto die Konvertibilität der unter Abwertungsdruck stehenden Währung ein und führt zum Schwarztausch. Ein Beispiel für eine solche Wechselkursbindung ist der frühere Wechselkurs zwischen DDR-Mark und D-Mark. Besagter Wechselkurs wurde von der DDR gesetzlich bei 1 fixiert. Die Folge war ein horrender Schwarzhandel bei vom offiziellen Kurs stark abweichenden Preisen, dabei wurden durchschnittlich 5-6 DDR-Mark für eine D-Mark gezahlt.
(4) Währungsunion: Der Extremfall einer festen Wechselkursbindung ist die Währungsunion. Hierbei handelt es sich um die am schwersten rückgängig machbare Wechselkursfixierung.
(5) Übernahme einer fremden Währung: Statt einer (gleichberechtigten) Währungsunion kann auch ein kleines Land die Währung eines großen übernehmen. Häufig wird aber nur eine in der Realität schon vollzogene Wandlung legalisiert. So hat Ecuador seine Währung Sucre im Jahre 2000 gegen den US-Dollar getauscht, der schon seit Jahren im Gebrauch dominierende Währung war.
In der Praxis haben sich innerhalb des durch fixe und flexible Wechselkurse abgesteckten Spektrums eine Reihe weiterer Wechselkursarrangements herausgebildet, so zum Beispiel:
(1) Crawling Peg: Wechselkursbindung mit regelmäßigen, vorher bekannt gegebenen Auf- bzw. Abwertungen.
(2) Adjusted Peg: Wechselkursbindung mit unregelmäßigen, vorher bekannt gegebenen Auf- bzw. Abwertungen.
(3) Wechselkursbandbreiten: Um den Investoren und Außenhändlern zumindest in einem bestimmten Bereich Wechselkurssicherheit zu gewährleisten, können Wechselkurse auch innerhalb von Bandbreiten fixiert werden. (4) Dirty Floating (Schmutziges Floaten) oder auch Managed Floating: Hierunter versteht man ein System offiziell flexibler Wechselkurse, in dem jedoch die Zentralbank von Zeit zu Zeit interveniert, um ihre Wechselkursziele zu erreichen.
Fixe Wechselkurse haben die Vorteile:
| Regimetyp | Besonderheiten | Beispiel | Spezifische Vorteile |
|---|---|---|---|
| Währungsunion | zwei Länder schaffen eine neue, gemeinsame Währung | Euro, DDR und BRD | |
| Fremdwährung | Übernahme einer fremden Währung, „einseitige Währungsunion“, „Dollarisierung“, „Euroisierung“ | Ecuador seit 2000 | |
| Currency Board | institutionalisierte Kopplung mit fester Deckung | Argentinien von 1991 bis 2002, Hong-Kong seit 1983 | schafft durch Institutionalisierung großes Vertrauen |
| Fixer Wechselkurs zu Ankerwährung | fixierter Kurs zu einer andere Währung, den die Zentralbank durch Interventionen sichert | sinnvoll bei Abhängigkeit von einem großen Handelspartner | |
| Fixer Wechselkurs zu Währungskorb | fixierter Kurs zu einem Korb von Währungen, den die Zentralbank durch Interventionen sichert | sinnvoll bei Abhängigkeit von mehreren großen Handelspartnern | |
| Bandbreite | fixierter Kurs mit Schwankungsbandbreite | Bretton Woods, EWS | Übergangslösung bei Wechsel zwischen flexibel und fix |
| Crawling Peg | fester Kurs, regelmäßige und angekündigte Ab-/Aufwertung | Polen von 1991 bis 2000 | Vertrauen durch Berechenbarkeit, reale Überbewertung durch Inflation kann vermieden werden. |
| Adjusted Peg | fester Kurs, unregelmäßige und angekündigte Ab-/Aufwertung | ||
| Managed Floating | offiziell freier Kurs, jedoch regelmäßig unangekündigte Interventionen | ||
| Dirty Floating | offiziell freier Kurs, jedoch seltene, unangekündigte Interventionen zur (groben) Erreichung eines Zielkurses | zahlreiche Südostasiatische Länder, $-€-Kurs | es muss kein offizieller Kurs verteidigt werden, deswegen weniger anfällig für Schocks und Spekulation |
| Flexibler Kurs | nur durch privates Angebot und Nachfrage bestimmt | Kurs zwischen DKK und ARS (für beide Zentralbanken irrelevant) | |
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