Als Wattenmeer bezeichnet man das Teilgebiet eines Meeres im Küstenbereich beziehungsweise die dortige Landschaft, die unter einem starken Einfluss der Gezeiten steht.
View_From_Mont-Saint-Michel.jpg bei Niedrigwasser am Mont St. Michel.]] Ein Wattenmeer (sprachlich: "watend begehbares Meer") ist regelmäßig zwei Mal täglich während eines Hochwassers überflutet und fällt während eines Niedrigwassers trocken. Die bei Niedrigwasser trocken fallenden Flächen bezeichnet man als Watt.
Ein Wattenmeer entsteht im Allgemeinen durch einen dauerhaften Anstieg des Meeresspiegels, wodurch ehemalige Landmassen regelmäßig beim Hochwasser der Gezeiten überflutet werden.
Bei einem Wattenmeer verfügt der Meeresboden, also die ehemalige Landmasse, nur über ein geringes Gefälle, wobei der Höhenunterschied im Allgemeinen weniger als einen Meter auf einer Länge von einem Kilometer aufweist. Gleichzeitig beträgt der Unterschied des Wasserstandes zwischen Hochwasser und Niedrigwasser mindestens zwei Meter, damit eine genügend große Fläche trockenfällt.
Geringe Höhenunterschiede im Watt verursachen die Bildung von Prielen, natürliche Wasserläufe die unterschiedliche Wasserhöhen ausgleichen.
Im Bereich von Flussmündungen werden feinkörniges Material und Schwebstoffe durch Flüsse in das Wattenmeer eingeführt, die zuvor in relativ niederschlagsreichen, flachen Gebieten vom Land in die Flüsse gespült wurden. Auch landseitige Winde führen dem Wattenmeer dieses Material zu, welches dann Bestandteil des Wattsediments wird.
Oft bilden vorgelagerte Inseln und Sandbänke einen Schutz vor der Brandung des Meeres.
Ein Wattenmeer bietet einen speziellen, in Teilen auch extremen Lebensraum. Viele Tiere und Pflanzen leben ausschließlich im jeweiligen Wattenmeer, in dem sie angesiedelt sind und haben sich den dort herrschenden Bedingungen angepasst. Zudem ist ein Wattenmeer oft ein wichtiges Rastgebiet für Zugvögel. Außerdem bietet das Wattenmeer den Lebensraum für Wattwürmer und viele Muschelarten.
Der Lebensraum Wattenmeer ist sehr sensibel und empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, die zum großen Teil menschlichen Ursprungs sind. Daher gibt es weltweit Initiativen zum Schutz der Wattenmeere, die schon heute Ansätze zu einer internationalen Zusammenarbeit zeigen
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