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Ein Wat (Thai: วัด) ist die thailändische Bezeichnung für einen Komplex, der von einer Mauer umgeben ist und hauptsächlich religiösen Zwecken dient. Man ist geneigt, ihn auf Deutsch als Tempel zu bezeichnen, aber die Buddhisten haben keinen Gott, den sie anbeten könnten. Auch die Bezeichnung buddhistisches Kloster trifft nicht genau den Zweck eines Wat, denn es gibt auch Einrichtungen in einem Wat, die den Laien als Ort der Verehrung dienen. Außerdem gibt es einige Wat ohne Kloster, wie z.B. der Wat Phra Kaeo in Bangkok. Vielleicht wäre Gemeinde-Zentrum eine geeignete Beschreibung, aber im Westen hat sich die Bezeichnung Tempel oder auch Tempelanlage mittlerweile eingebürgert.
Der Wat ist der Mittelpunkt des buddhistischen Lebens in Thailand. Praktisch jedes Dorf in Thailand hat mindestens einen Wat, während sie in großen Städten recht zahlreich sein können. Bangkok, die Hauptstadt Thailands, hat z.B. mehr als 400 Wat, während die Anzahl der Wat im ganzen Land gut 30.000 beträgt.
Wat, deren Namen (oft eingeleitet von der Silbe Phra) mit Rat-, Racha- oder Maha- beginnen, wurden von königlichen Hoheiten gestiftet oder hüten hochverehrte Kultobjekte.
Siehe auch: Liste buddhistischer Tempel in Thailand
An den Gebäuden können verschiedene Verzierungen angebracht sein, z. B. Chofahs.
Der Sanghawat dagegen ist der Wohnbereich der Mönche. Auch er ist von einer Mauer gegen die weltliche Umgebung abgeschirmt. Hier befinden sich:
Ein Tempel in Zentral-Thailand (Wat Tham Krabok) ist z.B. weltbekannt für seine erfolgreiche Behandlung von Drogensüchtigen, ein weiterer Tempel, Wat Phra Bhat Nam Phu, ist in Thailand sehr bekannt als Hospiz für Aids-Kranke.
Eine andere typische Festlichkeit ist die Ngaan Sop oder Verbrennungs-Zeremonie. Diese ist in Thailand eher von Freude als von Trauer begleitet, die aber mit dem Wohlstand der Familie des/der Verblichenen variiert. Auf dem Lande beinhaltet eine Ngaan Sop meistens eine lebhafte Prozession (mit Musik-Kapelle!) vom Heim des/der Verstorbenen zum Tempel.
In manchen Wat, wie z.B. im Wat Phra Kaeo in Bangkok, herrscht eine besondere Kleiderordnung: Männer dürfen keine kurzen Hosen tragen, Frauen sollten Blusen mit Spagetti-Trägern vermeiden. Die Palastwache im Wat Phra Kaeo überprüft es beim Einlass. Am Eingang gibt es aber einen Pavillon, in dem man züchtige Kleidung ausleihen kann.
Frauen können sich im Tempelbereich natürlich frei bewegen. Allerdings sollten sie nicht ohne besondere Einladung ein Kuti (die Mönchs-Zelle) betreten. Da es Mönchen strikt verboten ist, Frauen zu nahe zu kommen, sollte man das nicht provozieren; eine langwierige Reinigungszeremonie wäre für den Mönch die Folge. Man achte mal in Thailand auf der Straße darauf, wie geschickt sich selbst im größten Getümmel auf dem Markt Frauen und Mönche aus dem Weg gehen. In Bussen ist meist die letzte Sitzreihe für Mönche reserviert, in Bahnhöfen und Flughäfen gibt es für sie eigene Sitzbereiche.
Vor Betreten eines Gebäudes werden die Schuhe ausgezogen - das gilt übrigens für jedes (Wohn-)Haus in Thailand. In Tempeln, die von vielen Touristen besucht werden, gibt es am Eingang Schuh-Regale, die benutzt werden sollten. (Man merke sich aber die Stelle, um seine Schuhe hinterher wiederzufinden.) Beim Betreten sollte man nicht auf die Türschwelle treten, da dieses Unglück bringt. Vor der Buddha-Statue im Innern der heiligen Hallen, setzt man sich auf den Boden. Aber man achte dabei auf seine Füße: ein absolutes Tabu ist es, die Füße in Richtung Buddha-Statue auszustrecken. Im sog. „Schneidersitz", also mit kreuzweise untergeschlagenen Beinen zu sitzen, ist für die Mitteleuropäer die am wenigsten anstrengende Haltung.