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Horster Muehle Essen.jpg | Wasserkraftwerk_Horster_Muehle_Ruhr_Germany.jpg Die Horster Mühle ist ein Wasserkraftwerk an der Ruhr im Essener Stadtteil Horst. Sie gehört zur Themenroute 12 der Route der Industriekultur.

Der Standort hat eine sehr alte Geschichte. Etwa 300 Meter weiter flussaufwärts befand sich eine Mühle, die urkundlich erstmalig 1319 erwähnt wird. Sie gehörte den Herren von Horst. Diese besaßen Ländereien von der Maas bis ins Sauerland.

König Friedrich II. ließ von 1774 bis 1780 die Ruhr schiffbar machen und so wurde hier vom Freiherrn von Wendt ein Wehr (Schlacht) und eine Schleusenkammer errichtet. Sie besteht heute aus Ziegelsteinmauerwerk mit Abdeckplatten aus Naturstein. Sie wurde 1984 vom Land Nordrhein-Westfalen unter Denkmalschutz gestellt und aufwendig wiederhergestellt. Sie überwindet einen Höhenunterschied von 3,35 Meter. Das Schleusenwärterwohnhaus ist nicht mehr vorhanden.

Die neue Mühle liegt im heutigen westlichen Fabrikteil. Sie wurde als Öl-, Frucht- und Blaumühle betrieben. Das Blau (Thénards Blau) wurde aus Kobalt gebrochen, dass aus dem Hespertal am Baldeneysee stammte. Es wurde unter anderem zum Blaufärben der Sklavenkittel für Carolina verwendet.

Franz_Dinnendahl02.jpg Der Maschinenbauer Franz Dinnendahl (1775-1826) und sein Bruder Johann wurden als Söhne des Müllers auf der Horster Mühle geboren. Heute erinnert hier eine Gedenktafel an diesen Industriepionier des Bergbaus.

Die Mühle wurde 1840 vom Essener Industrieellen Friedrich Ludwig Niemann übernommen, der nahe gelegen eine Villa als Residenz errichten ließ.

Im Jahre 1910 ersteigerte der Unternehmer Wilhelm Vogelsang (1877-1939) aus dem Dammer-Konkurs die Mühle, das Hörster Feld und Umland, Haus Horst und die Residenz, die heutige Villa Vogelsang. Er errichtete mehrere Fabrikgebäude in Backsteinarchitektur. Der heute noch erhaltene Schornstein der Carbidfabrik enthält helle Steinbänder und den Schriftzug W. Vogelsang.

Vogelsang gründete auch die neue Zeche Wohlverwahrt (stillgelegt 1962) weiter oberhalb der Anlage. Von der einstigen Zeche ist heute noch ein Gebäude aus dem Jahre 1915 erhalten. Vogelsang schloss sich nicht dem Carbidsyndikat, einem europäischen Kartell, an und musste die Fabrik 1932 stilllegen. Das Kraftwerk blieb jedoch bis zu seiner Stilllegung 1971 (nach dem Bruch eines Kronrades) in Betrieb.

Der Bauunternehmer Franz Rudolph erwarb 1985 die Anlage zu einem symbolischen Preis von 1 DM und investierte etwa 17 Millionen DM in das denkmalgeschützte Gebäude. Seit 1989 liefert das Kraftwerk wieder Strom in das Netz der RWE. Etwa 2.500 Haushalte können mit dem Strom dieses Kraftwerks umweltfreundlich versorgt werden.

In sommerlichen Trockenzeiten dient das gegenüber gelegene Rückpumpwerk dazu, bis zu 2.200 Liter Wasser pro Sekunde um 4,03 Meter Höhe zurückzupumpen, um den Wasserstand für die Trinkwassergewinnung zu erhalten.

Lage


  • Anschrift: In der Lake, Essen-Horst
  • ÖPNV: S-Bahn-Haltepunkt Essen-Horst

Sehenswürdigkeit (Essen) | Laufwasserkraftwerk | Schornstein | Route der Industriekultur

 

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