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Unter dem Wasserhaushalt versteht man die Bilanzierung der Wasserhaushaltsgrößen des Wasserkreislaufes. Man kann dabei zwischen einem globalen und einem regionalen Wasserhaushalt unterscheiden, wobei man sich in der Praxis meist mit dem Wasserhaushalt eines geschlossenen Wassereinzugsgebietes beschäftigt. Grundlage der Bilanzierung eines Wasserhaushaltes ist die Wasserhaushaltsgleichung.

Betrachtungsräume für die Wasserhaushaltsbilanzierung können zum Beispiel sein:

Der Wasserhaushalt einer Pflanze ist genauer dort beschrieben.

Untersucht werden die Wasserzufuhr und die Wasserabgabe des Systems, sowie die Verwendung bzw. Speicherung des Wassers innerhalb des Systems.

Um einen langfristig konstanten Wasserhaushalt zu erhalten, ist eine ausgeglichene Wasserbilanz notwendig, das heißt, die Summe aus Wasserzufuhr und Wasserabgabe muss Null sein.

Änderungen in einem funktionierenden Wasserhaushalt deuten auf eine Erkrankung oder eine negative Entwicklung im Systems hin, die unter Umständen weitreichende Auswirkungen haben können. Daher sollten solche Änderungen immer Korrekturmaßnahmen nach sich ziehen, wobei diese je nach untersuchtem System unterschiedlich sein können. Beispiele hierfür sind eine ärztliche Behandlung der Bevölkerung, eine Änderung des Verbraucherverhaltens oder eine Verringerung der Wasserentnahme.

Wasserhaushalt in Deutschland


Der Wasserhaushalt steht in Deutschland unter strenger staatlicher Kontrolle. Jede Benutzung und jeder Verbrauch von Wasser sind ohne gesetzliche oder behördliche Erlaubnis auch dem Eigentümer verboten. Die Gewässer, also Grundwasser, oberirdische Gewässer und Küstengewässer, sind zu sichern und so zu bewirtschaften, dass sie größtmöglich geschont werden. Hierzu sind einheitliche Regeln zur Messung wichtiger Wasserhaushaltsgrößen erstellt worden, zum Beispiel zur Abflusshöhe. Die gesetzliche Grundlage für diese Maßnahmen bilden das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes (WHG) und die Wassergesetze der Bundesländer.

Arten des Wasserhaushaltes


Die Arten des Wasserhaushaltes werden unterschieden nach der Menge des Niederschlags (N) und der Verdunstung (V). Somit ergeben sich folgende Arten:

Humider Wasserhaushalt - Hier gilt N>V, Gebiete mit solch einem Wasserhaushalt sind gezeichnet durch viele Flüsse, See, Sickerwasser und einem sinkendem Bodenwasserstrom.

Arider Wasserhaushalt - Hier gilt V>N, dies führt dazu das Wasserrücklagen aufgebraucht werden. Typisch sind hier Salzseen, Endseen und lediglich periodisch fließende Flüsse. Ebenfalls ein Merkmal ist die Salzkrustenbildung am Boden, die durch den steigenden Bodenwasserstrom hervorgehoben wird.

Nivaler Wasserhaushalt - Hier gilt N->R d.h. Der gefallene Niederschlag wird als Eis, Schnee oder Gletscher dem Wasserhaushalt langfristig entzogen und dient als Rücklage (R). Diese Art des Wasserhaushaltes ist eine Unterform des Humiden Wasserhaushaltes und kommt besonders in Polargebieten und Gebirgen oberhalb der Schneegrenze vor.

Zu diesen Grundarten des Wasserhaushaltes, kommen noch 2 weiter Mischformen:

Semihumide Wasserhaushalt - So werden Gebiete bezeichnet, in denen mehr als 6 Monate im Jahr ein humider Wasserhaushalt herrscht, welcher jedoch dann durch einen ariden Wasserhaushalt abgelöst wird.

Semiarider Wasserhaushalt - Im Gegensatz zum Semihumiden Wasserhaushalt werden so Gebiete mit mehr als 6 Monaten aridem Wasserhaushalt bezeichnet. In der restlichen Zeit herrscht ein humider Wasserhaushalt.

Ökologie | Wasser | Hydrologie

 

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