Wasserburg am Inn ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und liegt etwa 55 km östlich der bayerischen Landeshauptstadt München.
Geografie
Wasserburg am Inn bietet mit ihrer landschaftlichen Lage eine Besonderheit: Die Altstadt liegt malerisch auf einer vom
Inn umflossenen Halbinsel, die nur über eine schmale Landzunge erreichbar ist. Vom gegenüberliegenden Steilufer, der sogenannten Innleiten, überblickt man fast die ganze Altstadt mit ihrer bis ins Mittelalter zurückreichenden Bausubstanz.
Ortsteile
Ortsteile sind Attel, Attlerau, Au, Edgarten,
Elend, Gabersee, Gern, Heberthal, Kobl, Kornberg, Kroit, Langwiederberg, Limburg, Osterwies, Reisach, Reitmehring, Rottmoos, Seewies, Staudham, Viehhausen, Wasserburg a. Inn selbst sowie Weikertsham.
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Geschichte
Hallgraf Engelbert verlegte 1137 seinen Stammsitz von Limburg in seine "Wasserburg" und nahm die am Fuße des Berges gelegene Siedlung unter seinen Schutz - dieser Vorgang gilt als Gründung der Stadt Wasserburg, wenngleich diese Siedlung noch in den Karten Apians im 17. Jh. als "Newenhochenaw" (Neuenhohenau) bezeichnet ist. Der Name weist damit auf die ältere Siedlung "Hohenoue" hin, ca. 7 km südlich von Wasserburg a.I. gelegen, die heute unter dem Namen
Altenhohenau bekannt ist, wohl ein Übersetzungsfehler aus der Stiftungsurkunde des dortigen Klosters von 1235, in der von "veteri Hohenawe" (eigentlich dem "
ehrwürdigen Hohenau") die Rede ist. Durch die Innschiffahrt, den
Salzhandel und die hiermit verbunden Einnahmen gelangte die am Fuße der Burg bald entstandene Siedlung zu Wohlstand und erwarb in der ersten Hälfte des 13. Jhd. Stadtrechte. 1247 wurde Wasserburg nach 17-wöchiger Belagerung durch Herzog Ludwig (später Ludwig II der Strenge) erobert. Seither war Wasserburg Wittelsbacher Besitz (Erbvertrag). 1248 erfolgt die Aufnahme Wasserburgs in die Bayer. Landtafel (Landstände).
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Wasserburg am Inn war vor 1803 Pflegamt und Sitz des Landgerichts. Wasserburg besaß jedoch ein Stadtgericht mit wichtigen magistratischen Eigenrechten. 1807 wurde dem Landgericht Wasserburg das Landgericht Haag zugeschlagen.
Beim Bau der am 1. Mai 1876 eröffneten Bahnstrecke Rosenheim - Mühldorf erhielt Wasserburg zunächst nur einen rund vier Kilometer westlich des Ortes gelegenen Bahnhof im Nachbardorf Reitmehring, da die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Strecke aus topographischen Gründen nicht über Wasserburg geführt werden konnte. Am 27. September 1905 wurde eine Zweigstrecke Ebersberg - Wasserburg eröffnet, die von Ebersberg kommend über die nun "Wasserburg Bahnhof" genannte Station in Reitmehring hinaus bis "Wasserburg Stadt" gebaut wurde. Der Streckenabschnitt zwischen "Wasserburg Bahnhof" und dem Stadtzentrum Wasserburgs wurde im Frühjahr 1987 nach einem Dammrutsch gesperrt und seither nicht mehr wiedereröffnet. Im Sommer 2005 wurden nach dem Hochwasser die Gleise zwischen Bahnhof "Wasserburg Stadt" und dem Kraftwerk entfernt und durch einen Gehweg ersetzt. Die Bahnstation in Reitmehring stellt hingegen nach wie vor die Anbindung Wasserburgs an das Eisenbahnnetz sicher.
Bei der Gebietsreform von 1972 wurde der Großteil des bis dahin existierenden Landkreises Wasserburg mit der Stadt selbst dem Landkreis Rosenheim zugeordnet. 1985 bis 1987 erfolgte der Bau der Umgehungsstraße der B304, die vorher direkt durch die historische Altstadt führte. 1992 erfolgte die Wiederaufnahme der einstmals bedeutenden Schifffahrt auf dem Inn.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Erstes Imaginäres Museum - Sammlung Günter Dietz
- Städt. Museum Wasserburg (Herrengasse 13, sehr umfangreich!)
- Wegmachermuseum
- Galerie im Ganserhaus
- Bierkellermuseum
- Skulpturenweg am Inndamm rund um die Altstadt
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Bauwerke
- Brucktor mit roter Innbrücke
- Heilig-Geist-Spital mit "Imaginärem Museum" (Zeigt Reproduktionen bekannter Kunstwerke)
- Marienplatz mit Rathaus
- Kernhaus (Patrizierhaus mit Rokokofassade von Johann Baptist Zimmermann)
- Frauenkirche (älteste Kirche der Stadt, Barock umgestaltet)
- St. Jakob (spätgotische Hallenkirche)
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Bildung
- Grundschule
- Hauptschule
- Anton-Heilingbrunner-Realschule
- Luitpold Gymnasium Wasserburg
- Berufsschule
- Fach- und Berufsoberschule Wasserburg
- Landwirtschaftsschule
- Berufsfachschule für Krankenpflege
- Beamtenfachhochschule für Sozialverwaltung
- Sonderpädagogisches Förderzentrum
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- 1493, 27. Dezember, Johann Pfeffinger, † 1. Januar 1573, Theologe
- 1779, 23. Februar, Johann Kaspar Aiblinger, † 6. Mai 1867, Komponist
- 1830, 25. Juni, Franz Lorenz Gerbl, † 11. Juni 1857, Missionar
- 1881, 8. März, Dr. Fritz Huber † 14. April 1942, Ingenieur, Vater des Bulldogs.
- 1898, 28. Dezember, Josef Estermann, † 08. November 1982, Mitglied der "Freiheitsaktion Bayern" am 28. April 1945, Erster Bürgermeister des besetzten Wasserburg am Inn, später Landrat
- 1915, 10. Juni, Josef Bauer, † 15. Juli 1989, deutscher Politiker (CSU), MdB, MdL (Bayern), letzter Landrat im Landkreis Wasserburg am Inn
- 1918, 8. Januar, Sepp Bradl, † 3. März 1982 in Mühlbach am Hochkönig, Skispringer, Sieger der Vierschanzentournee (1953)
- 1923, 24. Januar, Manfred Bacher, † 31. Juli 1994, Segelflieger
- 1931, Josef Anton "Toni" Meggle III, deutscher Unternehmer, Aufsichtsratsvorsitzender der Meggle AG, Ehrenbürger seit Mai 2006
- 1947, 19. Oktober, Rudolf Herfurtner, Schriftsteller
- 1966, 6. März, Christian Lerch, Schauspieler
- 1984, 7. September, Anne Breitreiner, Basketballerin, DBBL-Rookie of the Year 2003, DBBL-Allstar 2005, 3x Deutscher Meister, 2x Deutscher Pokalsieger, EM-Teilnahme, MVP der DBBL-Finalserie 2006
- Quasselkasper von Wasserburg, fiktive Figur aus Erzählungen des Schriftstellers Janosch
- Heidi Haas, Sängerin
- Renate Stautner, Textdichterin
Stiftung "Attl"
Im Ortsteil Attel befindet sich eine (nicht kirchliche) Anstalt für Geistig-Behinderte.
Stiftung Attl
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