| Wappen | Karte |
|---|---|
| Warstein Wappen.png | Lage der Stadt Warstein in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Arnsberg |
| Landkreis: | Soest |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 220,0-580,9 m ü. NN |
| Fläche: | 157,91 km² |
| Einwohner: | 29.567 (01. Okt. 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 187 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 59581 (alt: 4788) |
| Vorwahl: | 02902 (Warstein)/ 02925 (Allagen) |
| Kfz-Kennzeichen: | SO |
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 74 044 |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Dieplohstraße 1 59581 Warstein |
| Website: | www.warstein.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Manfred Gödde (BG) |
| Ortsvorsteher (des Stadtteils) | Elisabeth Wiese (BG) |
Höchster Punkt über NN: 580,9m (Nähe Stimm-Stamm), niedrigster Punkt über NN: 220,0m (Möhnetal bei Ortsteil Niederbergheim)
Die urkundliche Ersterwähnung Warsteins fällt angeblich in das Jahr 1072. Diese Urkunde - die Gründungsurkunde des Klosters Grafschaft im Sauerland - ist aber seit 80 Jahren als spätere Fälschung erkannt. An diese gefälschte Urkunde wurde um das Jahr 1200 noch einmal ein Nachtrag angefügt; und erst in diesem späten Nachtrag erscheint der Ortsnamen Warstein (als "Warsten"). Die urkundliche Ersterwähnung hängt mit Streitigkeiten um den Zehnten zu Warstein zusammen, die sich in die größere Auseinandersetzung zwischen den Grafen von Arnsberg und den Erzbischöfen von Köln einordnen lassen.
Mit "Warstein" ist in dieser Zeit noch nicht der Bereich der heutigen Altstadt Warsteins gemeint. Vor der Gründung der befestigten Stadt auf dem Stadtberg trug eine Siedlung am westlichen Talabhang der Wester den Namen Warstein - der heutige Bereich Altenwarstein. In diesem Bereich befand sich auch die erste nachgewiesene Kirche im Warsteiner Raum. Ihre Fundamente wurde in den 50er Jahren in einer fachlich kaum begleiteten Ausgrabung freigelegt.
Die übliche Ansicht, Warstein habe im Jahr 1276 Stadtrechte von Siegfried von Westerburg erhalten ist sicher widerlegt. Das genaue Datum der Stadtrechtsbewidmung ist nicht überliefert. Viel spricht dafür, dass Warstein zeitgleich mit der Nachbarstadt Belecke im Jahr 1296 Stadtrechte erhielt. Erst nach 1307 - unter dem Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg, dem zweiten Nachfolger Siegfrieds - wurde der Stadtberg bebaut.
Karte1630.jpg und Eisenhütte, direkt darunter der Warsteiner Stadtberg]] In der letzten Zeit wird diskutiert, ob montanwirtschaftliche Hintergründe bei den Stadtgründungen des späten Mittelalters im nördlichen Sauerland eine Rolle gespielt haben und, wenn ja, wie hoch diese Motivation zu bewerten ist. Auffällig ist die Gründung der Stadt Eversberg (1242) mit eigener Münze. Feldarchäologische Ergebnisse legen nahe, dass die Eversberger Münze eigene, vor Ort gewonnene Rohstoffe - Kupfer und Silber - verarbeitete. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass alle drei Städtegründungen des Siegfried von Westerburg im Arnsberger Wald - Belecke, Kallenhardt und Warstein - eine große Nähe zu Erzlagerstätten aufweisen. Im Belecker Raum kommen Bleierzlagerstätten vor (Külbe, Lanfer), im Raum Kallenhardt Blei- und Eisenerz, im Warsteiner Raum vor allem Eisenerz (daneben aber auch Kupfer- und Bleierze). Im Jahr 1364 wird Johann von Hückelheim mit einem ´Schmiedewerk´ belehnt. Dabei dürfte es sich um die erste urkundlich nachweisbare Eisenhütte im Raum Warstein gehandelt haben. Alles spricht dafür, dass sich diese erste Warsteiner Eisenhütte am Fuße des Oberhagens befand. Der Warsteiner Stadtberg liegt auf der gegenüberliegenden Talseite, ´bewacht´ geradezu das Gelände der ehemaligen Eisenhütte und des Bergbaus auf die sehr reichen Erze des Oberhagens. Diese besondere Situation ist auf einer Karte von 1630 noch deutlich zu erkennen.
Im Mittelalter war Warstein lange Mitglied der Hanse, was der Stadt einen gewissen Wohlstand bescherte. Die damaligen Hauptwirtschaftszweige waren wegen großer Waldgebiete die Forstwirtschaft, zudem die Eisengewinnung und -verarbeitung, sowie der Ackerbau. Insbesondere die Montanindustrie erlebte seit dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts einen beträchtlichen Aufschwung. So entstand 1739 an der Grenze zur (damaligen) Nachbargemeinde Suttrop ein Eisenwerk auf Basis der örtlichen Eisenerzlagerstätten. Die Weiterverarbeitung erfolgte durch Hammewerke und eine heimgewerbliche Fertigwarenproduktion. Anknüpfend an diese Traditionen wurden Warstein und Nachbargemeinden wie Belecke und Suttrop zu einem Schwerpunkt der Frühindustriellen in Westfalen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Am Ende des 18. Jahrhunderts begannen die großen politischen Zeitereignisse auch auf Warstein auszustrahlen. Wohl im Zusammenhang mit der französischen Revolution kam es seit 1789 zu erheblichen Unruhen in der Bürgerschaft. Im sogenannten Warsteiner "Patriotenkrieg" standen sich die sogenannten "Prinzen" als Partei der bislang führenden Bürger und die "Patrioten" gegenüber. Erst 1794 setzten sich die Prinzen wieder durch. Allerdings sahen sich auch diese Gruppe angesichts der inzwischen desolaten finanziellen Lage zu Reformen gezwungen.
Große Teile der Stadt wurden am 31. Dezember 1802 durch einen Brand zerstört. In dessen Folge wurde der Kern der Stadt vom bisher besiedelten Stadtberg an den Fluss Wäster verlegt.
Bereits in den 1830er Jahren entstanden Puddelwerke und Weiterverarbeitungsanlagen mit beträchtlichen Beschäftigtenzahlen. (z.B. Fa. Bergenthal) Mit dem Aufstieg des Ruhrgebiets geriet diese Struktur aber nur wenige Jahrzehnte später wieder in die Krise. Die Folge waren Werksschließungen, Arbeitslosigkeit und hohe Abwanderungszahlen. Überwunden wurde die Krise im Wesentlichen durch die Aufgabe der Eisen- und Stahlproduktion und der Übergang zur Herstellung spezialisierter Produkte (v.a. Achsen für Wagen und Eisenbahnen).
1844 wurde das Amt Warstein gegründet, das bis 1902 dem Erzbistum Köln angehörte. Während der Revolution von 1848/49 kam es in Warstein erneut zu Konflikten in der Einwohnerschaft. Während des Kaiserreichs machten sich in Warstein dann deutlich früher und stärker als in den meisten anderen Gemeinden des Sauerlandes die Arbeiterbewegung bemerkbar.
Seit dem 1. Januar 1975, als im Rahmen einer Gebietsreform die Struktur Nordrhein-Westfalens völlig verändert wurde, besteht Warstein in seiner heutigen Form, denn das Amt Warstein wurde damals mit den umliegenden Städten und Gemeinden Allagen, Belecke, Hirschberg, Mülheim/Möhne, Niederbergheim, Sichtigvor, Suttrop und Waldhausen zur neuen Stadt Warstein zusammengefasst. Außerdem wurde Warstein vom Kreis Arnsberg, der zu großen Teilen zum heutigen Hochsauerlandkreis wurde, an den Kreis Soest gegeben.
Jüdische Gemeinde
Die traditionsreiche jüdische Gemeinde Warsteins (erste Erwähnung von Juden in Warstein 1664) ging während des Dritten Reiches unter. Schon im Laufe des 19. Jahrhunderts war die Gemeinde durch Wegzug auf drei Familien zusammengeschrumpft. Die kleine Fachwerksynagoge in der Rangestraße wurde in der Reichspogromnacht verwüstet, aber nicht zerstört. Sie diente in der Folgezeit als landwirtschaftliche Scheune, wohl auch als Viehstall (wobei es zu diesem Punkt widersprüchliche Aussagen gibt). Die Synagoge wurde 1971 abgerissen. Die noch in Warstein lebenden jüdischen Familien Cohn und Arensberg wanderten 1939 nach Argentinien aus, Irmgard und Julius Gonsenhäuser sowie Berta Kaufmann gelang die Auswanderung nicht. Julius Gonsenhäuser verstarb im KZ Buchenwald. Seine Urne wurde auf dem jüdischen Friedhof in Warstein beigesetzt.
Einen Neuanfang jüdischen Lebens nach dem Krieg gab es in Warstein nicht. Die ausgewanderten Familien kehrten nicht zurück. Hinweise auf das jüdische Leben in der Stadt finden sich noch in den neu geschaffenen Straßenbezeichnungen "Moritz-Kaufmann-Gasse" (Moritz Kaufmann war Vorsteher der Warsteiner Synagogengemeinde), "Synagogengasse" (eine Verbindungsgasse zwischen der Rangestraße und dem Salzbörnchen, der am ehemaligen Standort der Synagoge vorbeiführt).
Der jüdische Friedhof ist weitgehend erhalten, wenngleich es offensichtlich zu Umsetzungen von Grabdenkmälern gekommen sein muss. Seit 2002 ist der jüdische Friedhof in die Denkmalliste der Stadt Warstein eingetragen.
Eine Flurbezeichnung "Judenkirchhof" wurde in der lokalen Literatur manchmal mit einem jüdischen Begräbnisplatz in Verbindung gebracht. Das ist aber sicher falsch. Die Waldflur "Judenkirchhof" liegt knapp unterhalb der Plackweghöhe, ca. 5 km südlich der Stadt. Die Bezeichnung rührt wahrscheinlich von den zahlreichen Hügeln her, die hier und an vielen anderen Stellen des Arnsberger Waldes gefunden wurden. Diese Hügel wurden in der Vergangenheit häufig als Grabhügel (z. B. auch im Zusammenhang mit der Varusschlacht) gedeutet. Archäologische Untersuchungen anderer Hügel im Arnsberger Wald haben gezeigt, dass es sich nicht um Grabhügel handelt. Der genaue Hintergrund konnte bisher nicht geklärt werden.
jeweils zum 31. Dezember:
| Partei / Gruppierung | Sitze |
|---|---|
| CDU | 16 (+1) |
| SPD | 12 (-2) |
| BG | 7 (+1) |
| WAL (Warsteiner Liste) | 2 (-1) |
| FDP | 1 (+1) |
Historisch bedeutsam ist auch die Altstadt Beleckes, aber auch die Ortskerne der anderen Ortsteile werden in ihrem Aussehen von Fachwerkhäusern bestimmt.
Eine bedeutende Attraktion ist durch die jährlich stattfindene Warsteiner Internationale Montgolfiade der Ballonsport. Auch der Reitsport ist durch durch die Brauerei in Warstein populär geworden. Jährlich findet die Warsteiner Champions Trophy in der Nähe des Montgolfiade-Geländes statt. Sie soll vor allem jungen Reitern eine Chance bieten, sich im Profigeschäft zu etablieren.
Die Belecker feiern den Jahrestag des letzten Angriffes auf den Ort im Zuge der Soester Fehde mit dem Sturmtag kurz vor Pfingsten. Tradition sind die Schnadezüge in fast jedem Ortsteil und die ebenso fast in jedem Ortsteil stattfindenden Schützenfeste.
Groß geschrieben wird auch der Karneval. In vielen Ortsteilen bestehen Karnevalsgesellschaften, für die der Rosenmontag mit den bunten Umzügen stets der Höhepunkt ist. Im Stadtgebiet finden zwei Rosenmontagszüge statt: einer organisiert von den Warsteiner und Suttroper Karnevalisten zusammen, der andere in Belecke.
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