Das Warschauer Ghetto wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten für die europäischen Juden errichtet und war das bei weitem größte Ghetto seiner Art. Es entstand Mitte 1940 im Stadtzentrum Warschaus, westlich der Altstadt. Hierher wurden nicht nur Juden aus Warschau, sondern auch aus anderen polnischen Regionen und aus dem unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft stehenden deutschen Reichsgebiet und anderen besetzten Ländern deportiert.
Warsaw_Ghetto.jpg Das Warschauer Ghetto wurde in der Nacht vom 15. auf den 16. November 1940 mit einer Umfassungsmauer hermetisch abgeriegelt und die anfangs 22 Tore von Wachen der SS bewacht. Das Warschauer Ghetto erhielt - wie andere Ghettos - eine (machtlose) „Selbstverwaltung“ in Form eines Judenrats, dem eine jüdische „Ordnungspolizei“ unterstand.
Trotz Überfüllung wurden immer mehr Juden in das Warschauer Ghetto verlegt. Dessen Bevölkerung lag bei etwa 350.000 Menschen, insgesamt wurden etwa 500.000 Menschen in das Ghetto verschleppt. (Zum Vergleich: Ende 1939 lebten in Warschau insgesamt 1,31 Millionen Menschen.) Eine strikte Nahrungsrationierung zog Hunger und Seuchen nach sich. Viele Ghettobewohner wurden von der SS zu Arbeiten in verschiedenen Großbetrieben gezwungen.
Am 19. April 1943 begann die Jüdische Kampforganisation (poln. Żydowska Organizacja Bojowa oder ŻOB bzw. ZOB) den mehrere Wochen dauernden Aufstand im Ghetto. Der Aufstand wurde bis zum 8. Mai von der SS unter Jürgen Stroop blutig niedergeschlagen. Der Widerstand hielt aber noch bis zum 16. Mai an. Erst mit der vollständigen Niederbrennung des gesamten Ghettos konnte die SS das Gebiet unter ihre Kontrolle bringen. Der Kampf um das Ghetto dauerte länger, als der Einmarsch in Polen gedauert hatte. Das Ghetto selbst wurde nun endgültig aufgelöst und vollständig zerstört, die noch verbliebenen Bewohner wurden entweder an Ort und Stelle erschossen oder aber in Vernichtungslager abtransportiert. Ein anderes Konzentrationslager, das KZ Warschau, wurde inmitten der Stadt bis Juni 1943 errichtet, in das weitere Menschen aus dem Deutschen Reich und den besetzten Ländern deportiert wurden.
Die Geschichte des Ghettos wurde 2001 unter dem Titel „Uprising“ (dt. „Der Aufstand“) verfilmt.
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