Warrant Officer (WO) sind spezialisierte Angehörige des Militärs, die einen bestimmten Rang in der Laufbahn der Unteroffiziere oder der Offiziere, abhängig von der Armee, bekleiden und herausragende Aufgaben haben.
Diese Matrosen wurden für weniger erfahrene Offiziere unverzichtbar und wurden mit einer Vollmacht (Royal warrant) ausgestattet. Diese Vollmacht war eine spezielle Aufgabe, die sie von normalen Matrosen abhob, jedoch nicht zu Offizieren machte und so das strikte Standessystem dieser Zeit nicht verletzte.
Mit der Army Order 70 von 1915 wurden die WO in der British Army vereinheitlicht, denn es gab zuvor schon bevollmächtigte Unteroffiziere, die als Regimental Sergeant Major seit 1879 in Infanterie- und Kavallerie Regimentern den Posten des höchsten Unteroffiziers ausfüllten. Der höhere Posten des Regimental Sergeant Major wurde nun von einem WOI und der Posten des Company/Squadron Sergeant Major von einem WOII ausgefüllt.
Jeder Warrant Officer hat einen speziellen Aufgabenbereich und wird im Allgemeinen mit diesem bezeichnet.
WO1 tragen das königliche Wappen als Abzeichen am Ärmel, welches von einem Kranz umrandet sein kann, je nach Verwendung. Verwendungen für WO1 sind:
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WO2 tragen eine Krone als Abzeichen am Ärmel, die bei Quartermaster Sergeants mit einem Kranz umrandet sein kann. Zwischen 1938 und 1947 galt dies für alle WO2 (siehe unten: WO3).
Verwendungen für WO2 sind:
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Seit 1938 gibt es auch den nicht mehr verwendeten Rang des Warrant Officer III (WO3). Die einzigen Verwendungen dieser Ränge waren als Platoon Sergeant Major, Troop Sergeant Major und Section Sergeant Major . WO3 trugen eine Krone als Abzeichen am Ärmel, weshalb alle WO2 während dieser Zeit eine von einem Kranz umrandete Krone als Abzeichen trugen. Der Rang wurde in den 1940ern aufgehoben und es wurden keine neuen Soldaten in diesem Rang eingestellt, der Rang an sich wurde aber nie offiziell abgeschafft.
WO sollen eigentlich ihren Rang und ihre Verwendung kenntlich machen, beispielsweise "WO2 (CSM) Smith" oder "WO1 (BM) Jones". Jedoch werden sie meist als "CSM Smith" oder "Bandmaster Jones" angesprochen. WO2 in der Verwendung eines Sergeant Major oder Corporal Major werden häufig als "Sergeant Major" oder "Corporal Major" gerufen. WO1 hingegen werden nur mit ihrem vollen Verwendungstitel oder dessen Abkürzung angesprochen, beispielsweise "RSM" oder "Garrison Sergeant Major".
Wie WO angesprochen werden, hängt, wie vieles andere in der British Army auch, stark von den Traditionen ihres Regiments oder Korps ab. Jedoch gibt es ein paar Faustregeln:
Die vier höchsten WO Verwendungen in der British Army sind in absteigender Reihenfolge:
Der heutige WO (NATO Besoldungsstufe OR-9) trägt das königliche Wappen als Abzeichen am Ärmel. WO werden von ihren Untergebenen "Mr.", "Mrs.", "Miss" oder "Sir" und "Ma´am" genannt. Sie haben keine verschiedenen Verwendungsnamen, wie in der British Army oder bei den Royal Marines.
Der niedere Dienstgrad ist der Flight Sergeant und der nächsthöhere der Pilot Officer, der niedrigste Offiziersrang.
1946 benannte die RAF die Warrant Officer ihrer Aircrews in Master Aircrew und 1950 ihre technischen WO in Master Technicians um. Im Gegensatz zum "Master Technician", der nur bis 1964 überlebte, gibt es den "Master Aircrew" noch heute als Rang in der RAF.
Wie in der Army haben alle WO einen Verwendungstitel mit dem sie angesprochen werden.
WO2 Verwendungen sind:
WO1 Verwendungen sind:
Der niedere Dienstgrad zum WO2 ist der Colour Sergeant, das RM Äquivalent des Staff Sergeant. Im Gegensatz zur Army und der RAF sind die WO der Royal Marines in der Laufbahn der Offiziere angesiedelt.
Ursprünglich waren Warrant Officer, wie in der Einleitung geschildert, altgediente Matrosen, deren Erfahrung und Autorität formal gewürdigt wurde. Dies schloss den Sailing Master (Segelmeister), den Gunner (Kanonier), den Boatswain (Bootsmannsmaat) und den Carpenter (Schiffszimmerer) ein.
Ihre Position in der Hierarchie hing stark von ihrer genauen Aufgabe ab. Den dienstältesten Midshipman (Offizieranwärter), dem Kaplan, dem Chirurg und dem Proviantmeister war es erlaubt mit dem Kapitän und den anderen Offizieren in der Offiziersmesse zu essen. Diese Ränge wurden "Warrant Officers of Wardroom Rank" genannt.
Seit dem 19. Jahrhundert wurden immer mehr WO zu Offizieren gemacht. 1949 hörte die Royal Navy mit dieser Praktik auf.
1973 schuf die RN den Rang des Fleet Chief Petty Officer (FCPO) als Äquivalent zum WO1 der British Army. Dieser wurde in den 1980ern zum "Warrant Officer" umbenannt.
Seit 2004 gibt es in der RN auch einen WO2, nachdem der WO, wie in der Army, zum WO1 gemacht wurde. Der WO2 ersetzte den Verwendungstitel "Charge Chief Petty Officer" (CCPO). Letzteres war ein dienstalter Chief Petty Officer, jedoch kein eigentlicher Rang. Nur diejenigen mit der speziellen Verwendung als "Charge Chief Arificier" (ein CCPO in einer speziellen technischen Verwendung) wurden nach der NATO Soldstufe OR-8 besoldet, wie andere WO2.
Die Royal Navy verwendet also inzwischen dieselben WO Ränge wie die British Army und die Royal Marines. Sie tragen dieselben Abzeichen wie die WO der Royal Marines, das königliche Wappen (WO1) und die Kranzumrandete Krone (WO2) als Ärmelabzeichen.
Warrant Officer Class 1 können zum Captain befördert werden, dies wird dann vorschriftsgemäße Dienstbeförderung ("Prescribed Service Commission") genannt. Es ist sehr selten für einen solchen Offizier den Rang eines Major zu übersteigen oder einen Kommandoposten zu übernehmen.
Das Ärmelabzeichen des WO2 ist eine Krone, wohingegen der WO1 das australische Wappen als Ärmelabzeichen trägt.
Warrant Officers werden in der Australian Army von ihren Untergebenen mit "Sir" oder "Ma´am" angesprochen. Von Offizieren können sie mit ihrem Verwendungstitel angesprochen werden, beispielsweise Regimental Sergeant Major oder Company Sergeant Major.
Warrant Officer bilden in der Hierarchie eine eigene Laufbahn. Wird ein Soldat mit dem ersten Dienstgrad der Laufbahngruppe, Warrant Officer 1 (WO1), eingestellt, erhält er vom Minister der Teilstreitkraft eine Vollmacht (warrant) um beschränkte Befehlsgewalt auf seinem Gebiet auszuüben. Bei der Beförderung zum Chief Warrant Officer (CW2 und darüber) werden die Soldaten vom US Präsidenten auf denselben Schwur wie Offiziere vereidigt und erhalten damit die gleiche Form der Autorität (Offizierspatent). Von da an sind sie technisch gesehen Offiziere.
Chief Warrant Officer können Kommandoabteilungen, Einheiten und militärische Fahrzeuge führen, sowie unterstellte Soldaten ausbilden, führen und beraten. Als militärische Führer und technische Experten bilden sie, mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen auf ihrem Spezialgebiet, eine wichtige Ressource für die Kommandeure ihrer Einheiten.
Selbst wenn sie, ähnlich dem Offizierstand, vereidigt sind, bleiben sie im Gegensatz zu Offizieren, die Alleskönner sein müssen, Spezialisten. Jedoch werden CWO in der US Navy häufig auf Posten eingesetzt, die eigentlich den Rang eines Lieutenant oder Lieutenant Commander erfordern.
In der US Army und dem US Marine Corps können CWO auf ähnlich Posten wie in der US Navy eingesetzt werden. Die US Army setzt, im Gegensatz zu den anderen Teilstreitkräften, viele ihrer Warrant Officer als (Hubschrauber-)Piloten ein. In Einheiten von der Bataillonsgrenze an aufwärts werden WO häufig als Adjutanten, medizinische Experten oder Instandsetzungsspezialisten eingesetzt.
Jede der Teilstreitkräfte hat eine eigene, leicht abgewandelte, Chief Warrant Officer Laufbahn. Die Vorteile und Privilegien der WO sind dieselben, wie die der Offiziere, abhängig vom WO Dienstgrad. Warrant Officer bekommen nahezu denselben Sold wie vergleichbar eingesetzte Offiziere, da sie aber meist wesentlich mehr Dienstjahre vorzuweisen haben, ist ihr Sold oft höher.
Zum Vergleich:
Die CWO der US Navy sind technische Experten, deren Fähigkeiten und Erfahrungen eine wichtige Rolle im Schiffsbetrieb spielen. Wie die Briten auch hat die US Navy WO, der einen oder anderen Art, seit dem 23. Dezember 1775 in ihren Rängen. An diesem Tag erhielt John Berriman eine Vollmacht ("warrant") um als Proviantmeister an Bord der USS Andrea Doria zu dienen. Die Vollmacht war dabei ein Patent des Vertrauens und der Ehre, jedoch kein Offizierspatent, das zum Kommando berechtigte.
Chief Warrant Officer (CWO2-CWO5), die im MOS (Military Occupational Specialty) 0306 Infantry Weapons Officer dienen, bekommen einen Sonderrang verliehen, der Marine Gunner heißt. Ein Marine Gunner ersetzt die Chief Warrant-Abzeichen am rechten Kragen mit einer explodierenden Bombe. Auch andere Chief Warrants werden manchmal als Gunner bezeichnet, aber diese Bezeichnung ist sachlich falsch. Die Bezeichnung als Gunner ist eher informell und dessen Nutzung hängt stark vom protokollarischen Rahmen der Situation und dem CWO selbst ab. Normalerweise wird es als mangelnder Respekt angesehen, wenn ein Mannschaftsmitglied (E-1 bis E-3) den CWO mit "Gunner" anspricht. Im normalen Dienstalltag gebrauchen Unteroffiziere, sowie Offiziere, den Begriff nur in informellen Situationen und wenn der CWO und seine Vorgesetzten es erlauben.
Im US Marine Corps und der US Army kann ein Soldat, anders als bei der US Navy, auch aus den niederen Unteroffizierrängen zum CWO aufsteigen. Daher haben diese Soldaten eine längere CWO Karriere und größere Aufstiegsmöglichkeiten.
Die AWO Laufbahn begann 1896 mit einem Büroangestellten im Hauptquartier. In der Army, wie im USMC, ist es möglich aus der Laufbahn der niederen Unteroffizierränge in die der AWO aufzusteigen.
Als die USAF 1947 von der US Army getrennt und eine eigene Teilstreitkraft wurde, übernahm sie die Laufbahn der Warrant Officer. Jedoch wurde ihr Platz in der Air Force Hierarchie nie ganz klar. Als der Kongress in den späten 1950ern zwei neue hohe Unteroffizierränge genehmigte, beschloss die Air Force, dass diese zwei Dienstgrade die Lücke in der Kommandokette füllen könnten und Aufgabenbereiche übernehmen sollten, die vorher der Laufbahn der WO zugeteilt war.
So stellte die USAF ab 1959 keine Warrant Officer mehr ein. Im selben Jahr wurden auch die ersten Beförderungen in die neuen Unteroffizierdienstgrade (Chief Master Sergeant) erteilt. Viele der existierenden WO stiegen in den 1960er zu Offizieren auf, jedoch verblieb eine kleine Anzahl in der Laufbahn und diente für weitere 21 Jahre.
Der letzte Warrant Officer im aktiven Dienst war Chief Warrant Officer (CWO) James H. Long, der 1980 in den Ruhestand ging. CWO Bob Barrow, der letzte Warrant Officer der Air Force Reserve, schied 1992 aus dem Dienst aus. Ab diesem Zeitpunkt verschwanden die Warrant Officer Ränge aus der Air Force.
| US Navy und US Coast Guard | ||||
|---|---|---|---|---|
| Chief Warrant Officer 5 CWO5 | Chief Warrant Officer 4 CWO4 | Chief Warrant Officer 3 CWO3 | Chief Warrant Officer 2 CWO2 | Warrant Officer 1 WO1 |
| WO5 | WO4 | WO3 | WO2 | WO1 |
| US Marine Corps | ||||
|---|---|---|---|---|
| Chief Warrant Officer 5 CWO5 | Chief Warrant Officer 4 CWO4 | Chief Warrant Officer 3 CWO3 | Chief Warrant Officer 2 CWO2 | Warrant Officer 1 WO1 |
| WO5 | WO4 | WO3 | WO2 | WO1 |
| US Army | ||||
|---|---|---|---|---|
| Chief Warrant Officer 5 CW5 | Chief Warrant Officer 4 CW4 | Chief Warrant Officer 3 CW3 | Chief Warrant Officer 2 CW2 | Warrant Officer 1 WO1 |
| WO-5 | WO-4 | WO-3 | WO-2 | WO-1 |
Militär (USA) | Offiziersdienstgrad | Unteroffiziersdienstgrad
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"Warrant Officer".
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