Die Warjag (russisch: Варяг, englisch Varyag) war ein russisches Kriegsschiff. Der Name bedeutet übersetzt Waräger.
Bekannt wurde die Warjag schließlich durch das dort stattfindende Seegefecht zu Beginn des Russisch-Japanischen Krieges. Die russische Marineführung hatte im Vorfeld des sich abzeichnenden Krieges versäumt, die Warjag und das begleitende Kanonenboot Korejez wieder der Flotte von Port Arthur anzugliedern. Der Kapitän des Schiffes, Rudnoff hatte nach Port Arthur zurückkehren wollen. Dies wurde ihm jedoch ausdrücklich untersagt.
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In der Nähe von Incheon kam es schließlich am 9. Februar 1904 zum Aufeinandertreffen mit einer überlegenen japanischen Flotte, bestehend aus einem Panzerkreuzer sowie fünf kleinen Kreuzern und acht Torpedobooten unter der Flagge des Konteradmirals Uriu. Das Schiff war damit in die ersten Kampfhandlungen des Russisch-Japanischen Krieges verwickelt. Nachdem der Kapitän die Aussichtslosigkeit der Situation erkannte zogen sich die Warjag und die Korejez in den Hafen zurück. Das Angebot der Japaner zu kapitulieren, lehnte Kapitän Rudnoff jedoch ab. Die japanische Flotte begann unterdessen mit der Anlandung von Truppen. Da die Warjag und die Korejez inmitten neutraler Schiffe lagen, konnten sie von den Japanern nicht angegriffen werden. Um die Neutralität des Hafens zu gewährleisten, wollten die russischen Schiffe einen Ausbruchsversuch aus dem Hafen unternehmen und lichteten gegen 11.20 Uhr ihre Anker. Sie wurden jedoch gegen 11.45 Uhr von den Japanern gestellt. In dem etwa halbstündigen Gefecht erlitt die Warjag schwere Beschädigungen. Von der Hauptbewaffnung wurden 10 ihrer 152-mm-Geschütze sowie alle Kleingeschütze außer Gefecht gesetzt. Des weiteren erhielt das Schiff vier schwere Treffer an und unterhalb der Wasserlinie. Alle oberen Aufbauten waren zerstört und mindestens vier Brände waren ausgebrochen, konnten jedoch von der Besatzung gelöscht werden. Von der 580 Mann starken Besatzung waren 31 Offiziere und Matrosen gefallen sowie 91 schwer und über 100 leicht verwundet worden.
Die Korejez blieb relativ unbeschädigt, konnte jedoch nichts gegen die Japaner ausrichten. Beide Schiffe kehrten schließlich in den Hafen zurück, wo sie von ihren Besatzungen selbst versenkt wurden. Die Mannschaft wurden von verschiedenen europäischen Handelsschiffen übernommen und gelangte auf diesem Wege nach Russland zurück, wo sie als Helden gefeiert wurden.
Das Schiff wurde von am 8. August 1905 von den Japanern gehoben, modernisiert und unter dem Namen Soya wieder in Dienst gestellt. In der Folgezeit diente das Schiff als Ausbildungsschiff für japanische Kadetten. Im März 1916 wurde das Schiff zum Verkauf angeboten und im April von Russland für 4.000.000 Yen erworben. Im November des gleichen Jahres erreichte die Warjag den Hafen von Murmansk. Es wurde anschließend zur Modernisierung zu Cammel Laird in Liverpool überführt. Zum Zeitpunkt der Oktoberrevolution wurde von den verbliebenen Matrosen die Rote Fahne gehisst. Kurz darauf wurde das Schiff von der britischen Armee gestürmt, die Fahne eingeholt und das Schiff von der Royal Navy übernommen. Die Warjag wurde anschließend nach Irland geschleppt und diente dort bis 1919 als Hulk. Im Jahre 1920 wurde sie zur Verschrottung verkauft und in Schottland zwischen 1923 und 1925 abgewrackt.
In Russland ist das Lied Kreuzer Warjag (russisch: Крейсер Варяг, englisch: Krejser Varyag) relativ bekannt, welches die Heldentaten der Besatzung der Warjag schildert.
Auf dem Friedhof von Wladiwostok befindet sich ein Denkmal für die gefallenen Matrosen der Warjag. Im Februar 2004 wurde anlässlich des 100. Jahrestages des Gefechtes auch in Incheon eine Gedenktafel für die russischen Seeleute und ein Denkmal enthüllt.
Der Name Warjag wurde auch für einen 1985 gebauten russischen Flugzeugträger verwendet.
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