Hallig Hooge 2005.jpg]] Eine Warft (mit sekundärer t-Erweiterung, ursprünglich und in Ostfriesland noch immer „Warf“, abgeleitet von „werben“, und nicht wie oft volkstümlich angenommen „werfen“) ist eine in den nordwestdeutschen Marschgebieten und auf den Halligen zum Schutz vor Sturmfluten angelegte Aufschüttung für Gehöfte und Siedlungen. Die gleichbedeutende Bezeichnung „Wurt“ dagegen hängt wahrscheinlich mit Werder zusammen, das ursprünglich „Insel“ bedeutet. In den Niederlanden kommen sie vor allem in den Provinzen Friesland, wo sie „terp“ oder „wierde“ genannt werden, und Groningen vor. In Dänemark werden sie „vaerfter“ genannt.
Alt wellinghusen.JPG, Dithmarschen. Seit dem 9. Jahrhundert erbaut, im 14. Jahrhundert wieder verlassen]]
Die ersten derartigen, künstlich aufgeworfenen Erdhügel werden auf das 3. Jahrhundert v. Chr. datiert. Bereits der römische Chronist Plinius berichtete bei einer Seereise in den Norden vor 2.000 Jahren von einem Volk, welches entlang der Nordseeküste auf Hügeln im bzw. am Meer wohnte. „Dort haust ein bejammernswertes Volk auf hohen Erhebungen oder künstlichen, nach Maßgabe der höchsten Flut aufgeworfenen Hügeln *.“
In einer Phase eines niedrigen Meeresspiegels entstanden vielerorts in den nordwestdeutschen Seemarschen um Christi Geburt Flachsiedlungen, die infolge steigender Sturmflutspiegelstände zu Warften oder Wurten erhöht werden mussten. Aus dem Zusammenschluss mehrerer solcher Hofwurten bildeten sich seit dem 2./3. Jahrhundert n. Chr. größere Dorfwurten heraus, wie zum Beispiel Feddersen-Wierde Busenwurth. Nachdem diese alten Wurten meist im 4./5. Jahrhundert n.Chr. aufgegeben wurden, begann eine Neubesiedlung des niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Küstengebietes von Friesen und Sachsen im 7. Jahrhundert. Erneut entstanden in einer Phase eines niedrigen Meeresspiegels Flachsiedlungen, die im 9. Jahrhundert wiederum zu Wurten erhöht werden mussten. Beispiele solcher Wurtsiedlungen bilden: Oldorf, Wellinghusen. Besonders viele erhaltene Warftendörfer sind im ostfriesischen Küstenraum zu finden. Eine große Ansammlung alter Warftendörfer bietet die Gemeinde Krummhörn. Weitere Wurten liegen im Wangerland, in Butjadingen, im Land Wursten in Dithmarschen, Eiderstedt und Nordfriesland
Während des 1. Jahrtausends n. Chr. wurden Warften mit Mist (evtl. Abdeckung mit Kleisoden), seit dem 11. Jahrhundert hauptsächlich mit Klei aufgewarftet.
Warften wurden besonders bis zur im 11. Jahrhundert beginnenden Eindeichung der Marschen gebaut, und boten bis dahin den einzigen Schutz vor Sturmfluten.
Auf Halligen, die höchstens mit einem Sommerdeich geschützt sind, sind Warften unverzichtbar. Die größte Warft ist mit drei Hektar die Hanswarft auf der Hallig Hooge, die jüngste Warft ist die nach 5-jähriger Bauzeit 1896 fertiggestelle Neupeterswarft auf Langeneß.