Die Wanka (Huanca) waren bzw. sind ein indianisches Volk im heutigen Departement Junín in Peru. Das Gebiet gliederte sich in drei Reiche, Hanan Wanka (Hanan Huanca, Ober-Wanka, heutige Provinzen Huancayo und Chupaca), Lulin Wanka (Hurin Huanca, Unter-Wanka, heutige Provinz Concepción und Hatun Shawsha (Hatun Xauxa, Groß-Jauja, heutige Provinz Jauja).
Die Wanka bauten befestigte Städte in den oberen Bergregionen, deren Gebäude einen runden Grundriss und kleine Fenster aufwiesen.
Ihren Ursprung (paqarina) führten sie auf die Quelle (pukyu) Wariwillka zurück, sechs Kilometer südlich der Stadt Huancayo. Wie andere Andenvölker erkannten sie die Gottheit Tiksi Wiraqucha als Weltenschöpfer an. Als lokale Gottheit (Berggeist) verehrten sie Wallallu Qarwinchu (Huallallo Carhuincho), der im Manuskript von Huarochiri als Menschenfresser beschrieben wird und dem die Wanka nach dessen Niederlage durch Paryaqaqa nur noch Hunde opferten (darum auch spöttisch Allqu mikuq, "Hundeesser", genannt).
Die Wanka leisteten hartnäckigen Widerstand gegen die Expansion der Inkas, wurden jedoch ca. 1460 durch den Inka Pachacútec Yupanqui erobert. Während der Conquista leisteten die Wanka den Spaniern Unterstützung.
Die Sprache der Wanka ist das Wanka-Quechua (Quechua: Wanka Nunashimi, Spanisch: Quechua Huanca), welches sich trotz sprachlicher Verwandtschaft besonders in der Aussprache so stark vom südlichen Quechua (Chanka, Qusqu-Qullaw) unterscheidet, dass eine Verständigung nicht möglich ist. Vergleichende Untersuchungen von Alfredo Torero, ebenso wie von Rodolfo Cerrón Palomino und Serafín Coronel Molina, die beide Wanka-Quechua als Muttersprache sprechen, beweisen, dass das Quechua bereits Sprache der Wankas war, bevor es von den Inkas in Cuzco gesprochen wurde. Mario Vargas Llosa irrt sich also, wenn er behauptet, die Inkas hätten den Wanka ihre Sprache aufgezwungen (Lituma en los Andes, S. 83). Allerdings haben sie Spuren in der Sprache in Form von Lehnwörtern hinterlassen, z. B. kari (Mann) oder irki (schwächliches Kind). Wanka-Quechua gehört zum Quechua I (nach Torero), während die Inkas eine Variante von Quechua II (wie z. B. die heutigen Dialekte von Ayacucho und Cuzco) verwendeten. Diese Hauptzweige des Quechua hatten schon zur Inkazeit die Qualität verschiedener Sprachen, wie man auch an den so unterschiedlichen Quechua-Wörterbüchern von Domingo de Santo Tomás und Fray Diego González Holguín aus dem 16. und 17. Jahrhundert erkennt.
Wanka-Quechua zerfällt in drei Dialekte (Waylla, Waycha, Shawsha), die ungefähr den drei historischen Reichen entsprechen. Der Dialekt von Shawsha wird zum Teil nicht mehr zum Wanka gerechnet, da er sich phonetisch und lexikalisch von den anderen beiden stark unterscheidet (genauer: ursprüngliche Quechua-Merkmale bewahrt hat).
Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist das Wanka-Quechua durch staatliche Politik der Hispanisierung (Castellanización) (z. B. Sprechverbot in der Schule) besonders im Mantaro-Tal durch das Spanische verdrängt worden und hält sich nur noch in Berggegenden als Alltagssprache.