| Wandertaube | ||||||||||||
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| : | Vögel (Aves) |
| : | Neukiefervögel (Neognathae) |
| : | Taubenvögel (Columbiformes) |
| : | Tauben (Columbidae) |
| : | Wandertauben (Ectopistes) |
| : | Wandertaube |
Die Wandertauben hatten eine rostrote Brust, einen weißen Bauch und einen blaugrauen Kopf und Rücken. Die Augen waren rot gefärbt; der Schnabel war schwarz.
Wandertauben lebten in der östlichen Hälfte Nordamerikas. Sie überwinterten in den südlichen Teilen der USA, nördlich vom Golf von Mexiko. Ihre Brutgebiete nahmen den größten Teil von Kanada und der USA östlich der Rocky Mountains ein. Sie waren sehr gesellige Vögel. Sie lebten in Kolonien, die sich über mehrere hundert Quadratkilometer erstreckten, mit bis zu hundert Nestern in einem einzigen Baum.
Schlafplätze der Wandertauben waren dadurch gekennzeichnet, dass sie mit mehreren Zentimetern von Vogelkot bedeckt waren. Äste selbst großer Bäume brachen unter der Last der Zahl der dort eingefallenen Vögel ab.
Die Wandertaube war möglicherweise einmal die Vogelart mit der größten Individuenzahl weltweit. Man schätzte ihren Bestand auf 3-5 Milliarden Tiere. Sie bildeten zum Teil riesige Schwärme. Es gibt einige Berichte von Schwärmen, die mehr als 100 Millionen Vögel umfasst haben sollen, ein Schwarm soll eine Länge von 360 Kilometern gehabt haben.
Die Wandertaube wurde in großen Stückzahlen gejagt und gegessen. So verkaufte ein Händler an einem einzigen Tag im Jahr 1855 18.000 Tauben. Der Vogelmaler John James Audubon hat das rigorose Abschlachten beschrieben:
Besonders begehrt war das zarte und sehr fette Fleisch der Nestlinge. Bereits die nordamerikanischen Indianer hatten das Taubenfett als Butter- und Speckersatz genutzt. Die Jagd auf die Vögel professionalisierte sich mit dem technischen Fortschritt. Nachrichten über Nistplätze der Vögel wurde über Telegraphen weitergegeben und eine Vielzahl unterschiedlicher Jagdmethoden verwendet. Häufig fällte man die Bäume, in denen sich Hunderte von Nestern mit Jungen befanden. Abtransportiert wurden die erjagten Vögel mit der Eisenbahn. Ab 1880 brach die Population der Wandertauben zusammen.
Die Wandertaube legte immer nur ein Ei, sodass sich der Bestand nur sehr langsam wieder hätte erholen können. Die Wandertaube war eine sozial brütende Art; die Anwesenheit von Artgenossen wirkte stimulierend auf das Brutgeschäft. So sank der drastisch verkleinerte Bestand zusätzlich, weil die Einzelpaare nicht mehr in Brutstimmung kamen.
Fast alle Tiere des letzten verbliebenen Schwarms, der etwa eine Viertelmillion Individuen zählte, wurden an einem einzigen Tag im Jahr 1896 von Sonntagsjägern erlegt, denen bewusst war, dass sie den letzten wildlebenden Schwarm beschossen. Versuche, die Tauben in Gefangenschaft zu züchten, hatten keinen Erfolg. Die letzte bekannte Wandertaube, die man auf den Namen Martha getauft hatte, starb im Zoo von Cincinnati am 1. September 1914 im Alter von 29 Jahren. Ihr ausgestopfter Balg wird im Smithsonian Institution aufbewahrt.
Taubenvögel | Ausgestorbener Vogel
Holub stěhovavý | Passenger Pigeon | Ectopistes migratorius | Pigeon migrateur | יונה נודדת | リョコウバト | Trekduif | Vandredue | Gołąb wędrowny | Pombo passageiro | 旅鴿
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