| Wissenschaftlicher Name
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| Falco peregrinus
|
| Tunstall, 1771
|
Der
Wanderfalke (
Falco peregrinus) ist eine fast weltweit verbreitete
Falkenart (
Europa,
Asien,
Afrika,
Nord- und
Südamerika,
Australien,
Tasmanien, pazifische Inselwelt).
Erscheinungsbild
Der Wanderfalke ist fast so groß wie ein
Bussard und an seinen langen, spitzen Flügeln sowie seinem relativ kurzen Schwanz im Flug recht gut zu erkennen. Markant sind seine schnellen, kraftvollen Flügelschläge.
Lebensraum
Der Wanderfalke jagt überwiegend im freien Luftraum und ist deshalb in fast allen Landschaftsformen zu beobachten – vorzugsweise jedoch über offenem Gelände und an Gewässern mit Vogelreichtum. Er ist mittlerweile in einigen Städten zum
Kulturfolger geworden. Er brütet dann in hohen Gebäuden wie Kirchtürmen, alten Fabriken, o. ä. und jagt auf die unzähligen Stadttauben der jeweiligen Städte. Sonst bevorzugt der Wanderfalke steile Felshänge als Brutort, seltener auch verlassene Horste von anderen Greifvögeln oder Krähennester.
Jagdweise
Die Jagdweise des Wanderfalken ist überaus spektakulär: Er jagt hauptsächlich fliegende Vögel im freien Luftraum – entweder von einer Ansitzwarte aus oder aus hohem Kreisflug heraus. Das Beutespektrum reicht von zahlreichen Kleinvogelarten bis zu mittelgroßen Arten wie
Ringeltaube und
Lachmöwe und ist je nach örtlichem Angebot verschieden. Zu seiner bevorzugten Beute zählt jedoch die
Haustaube. Die Partner eines Paares jagen im Winter gelegentlich gemeinsam in der sog.
Kompaniejagd.
Es wird oft vermutet, dass der Wanderfalke bei seinen Sturzflügen konkurrenzlose Spitzengeschwindigkeiten von 340 km/h oder mehr erreichen kann, verlässliche Radarmessungen ergaben bisher jedoch nur Spitzengeschwindigkeiten von 140 km/h.
Fortpflanzung
Die Partner eines Wanderfalkenpaares bleiben meist ein Leben lang zusammen. Die Brutdauer beträgt 33 Tage bei einer Gelegegröße von einem bis fünf Eiern.
Der Wanderfalke erreicht ein Höchstalter von ca. 15 Jahren in der freien Natur und von durchschnittlich 20 Jahren in Gefangenschaft.
Bestandsentwicklung
Horsteten in
Mitteleuropa um
1950 noch ca. 430 Brutpaare, so kam es in den
1950er und
1960er Jahren zu einem dramatischen Populationseinbruch und einer akuten Bestandsgefährdung. Aufgrund der erheblichen Belastung durch Pestizide, aber auch durch Fang und illegalen Abschuss durch Taubenzüchter sowie durch Eierdiebstahl war der Wanderfalke vom Aussterben bedroht. Erst durch das Verbot von
Pestiziden wie
DDT und durch umfassende Schutz- und Auswilderungsprogramme konnte sich der Bestand des Wanderfalken wieder nach und nach erholen. Im Jahr
1989 wurde das Brutvorkommen wieder auf 430 Paare in Mitteleuropa geschätzt - zur Jahrtausendwende ging man bereits von 700 Brutpaaren aus.
Der Wanderfalke war Vogel des Jahres 1971.
Literatur
- Theodor Mebs: Greifvögel Europas. Biologie, Bestandsverhältnisse, Bestandsgefährdung. Kosmos Naturführer. Stuttgart 1989.
Quellen
Greifvögel | Kulturfolger
Сокол скитник | Sokol stěhovavý | Vandrefalk | Πετρίτης | Peregrine Falcon | Migra falko | Falco peregrinus | Muuttohaukka | Faucon pèlerin | Falco peregrinus | ハヤブサ | Sakalas keleivis | Сив сокол | Slechtvalk | Vandrefalk | Sokół wędrowny | Falcão peregrino | Sokol sťahovavý | Сиви соко | Pilgrimsfalk | Bayağı doğan | Сапсан | 游隼