Waltrop ist eine Stadt am Nordrand des
Ruhrgebiets. Sie ist die kleinste der zehn Städte des
Kreises Recklinghausen,
Nordrhein-Westfalen (
Deutschland).
Geografie
Geografische Lage
Waltrop liegt nordwestlich von
Dortmund im
Ruhrgebiet zwischen dem
Dortmund-Ems-Kanal im Süd-Westen und dem
Datteln-Hamm-Kanal im Norden.
Nachbargemeinden
Folgende
Städte und
Gemeinden grenzen an die Stadt Waltrop. Sie werden im
Uhrzeigersinn beginnend im
Norden genannt:
Selm, Lünen (beide Kreis Unna), Dortmund (kreisfreie Stadt), Castrop-Rauxel und Datteln (beide Kreis Recklinghausen).
Stadtgliederung
Waltrop hat keine Stadtteile, doch gibt es sechs Bauernschaften, die rund um Waltrop liegen: (von Norden im Uhrzeigersinn):
Lippe (Unterlippe/Oberlippe),
Elmenhorst,
Brockenscheidt,
Leveringhausen,
Oberwiese und Holthausen.
Aus den Anfangsbuchstaben der Bauernschaften und den Anfangsbuchstaben W (für Waltrop) lässt sich der Abschiedsgruß "Leb Wohl" zusammensetzten.
Geschichte
Etwa vier Kilometer südlich der Lippe entstand Waltrop, am östlichen Rand des Kreises Recklinghausen. Schon in der Zeit um Christ Geburt wurde die Fläche des heutigen Waltrop besiedelt. Zu dieser Zeit waren hier die
Sugambrer ansässig (Ein Stamm der Rein-Weser-Germanen zwischen Sieg und Lippe). Sie waren sesshafte Ackerbauern die mit ihren von Ochsen gezogenen Räderpflügen den schweren Lehmboden bearbeiteten und mit Getreidearten bebauten, welche hier noch heute gesät und geerntet werden.
Das Dorf Waltorpe entstand um die Pfarrkirche St. Peter herum, welche auch heute noch zu Gottesdiensten genutzt wird. Von der Pfarrkirche St. Peter ist bereits 1032 in einer Schenkungsurkunde des Kölner Erzbischofs Pilgrim an die Benediktinerabtei in Deutz die Rede. In dieser Schenkungsurkunde ist der Ortsname Waltorpe allerdings nicht ausdrücklich erwähnt, vielmehr werden in ihr die übrigen Kirchen „in Saxonie partibus“ genannt. Das mit dieser Urkunde aber auch die Kirche zu Waltorpe gemeint war zeigt eine Bestätigungsurkunde aus dem Jahre 1164. In jener Bestätigungsurkunde wurden alle Kirchen die 1032 verschenkt wurde aufgeführt. Für das hohe alter der Besiedlung spricht auch die Tatsache, dass die meisten Höfe der Gemeinde Eigentum der Abtei Werden oder Bestandteil des Reichshofs Elmenhorst waren. Der Reichshof Elmenhorst wurde erstmals 1292 Urkundlich erwähnt. Die zum Reichshof gehörigen Höfe lagen zum größten Teil im Kirchspiel Waltrop und befanden sich überwiegend in den Bauernschaften Elmenhorst und Lippe.
Die dem heiligen Petrus geweihte Pfarrkirche bildet das Herzstück des Mittelalterlichen Waltrops. Um die Kirche herum befand sich damals der Friedhof. Bodenuntersuchungen aus dem Jahr 1978, bei denen verrottetes Eichenholz und ein stück Kugeltopfkeramik gefunden wurden, untermauern die Vermutung dass eine Wall- und Grabenanlage den Wehrkirchbereich umgrenzt hat.
Namensträger begegnen uns ab 1189 mit dem zu den Ministerialen der Kölner Kirche gehörenden Ritter Ludwig zu Waltorpe. 1234 wurde erstmals ein Freistuhl zu Waltrop erwähnt der am linken Ufer der Lippe. Im Jahre 1428 wurde Waltorpe dann als Freiheit bezeichnet. Zum Kirchdorf Waltrop gehören schon durch die Jahrhunderte hindurch die Bauernschaften Leveringhausen, Brockenscheid, Elmenhorst, Holthausen, Lippe und Oberwiese. 1343 wurde erstmals die St. Laurentius Kapelle in der Bauernschaft Leveringhausen erwähnt, ihre Glocke ist die älteste im Vest Recklinghausen (sie wurde auf die Zeit um 1100 Datiert).
Am 30. Januar 1939 erhielt Waltrop die Stadtrechte.
Politik
Gemeinderat
Im
Rat der Stadt Waltrop ist seit der Kommunalwahl 2004 die
SPD mit 16 Sitzen die größte
Fraktion.
Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen * ist durch seine Gründung im Jahr 2005 nicht im Rat vertreten.
Bürgermeisterin
Nach der Kommunalwahl 2004 löste Anne Heck-Guthe (
SPD) den ehemaligen Bürgermeister Willi Scheffers (
CDU) ab.
Wappen
In dem goldenen Schild befindet sich ein schwarzer, rot bewehrter Adler. Das Zentrum des Wappens stellt ein Herzschild dar, das in schwarzem Feld eine goldene, verkürzte Spitze zeigt. Waltrop erhielt im Jahr 1939 Stadtrecht. Das Wappen geht auf das Siegel des alten Reichshofes Elmenhorst zurück. Dieser befand sich im Gebiet der Stadt Waltrop und wurde ursprünglich von Karl dem Großen gegründet. In diese Zeit fällt auch die Besiedlung des „Dorfes im Walde“ – historisch „ Wallthorpe“. Der Adler erinnert an die Familie Goy, die im 15. und 16. Jahrhundert in der Gemeinde ansässig war. Sie führte dieses Symbol in ihrem Schild.
Städtepartnerschaften
Altes Schiffshebewerk Henrichenburg.jpg
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Das Heimatmuseum des Heimatvereins neben dem Allwetterbad dokumentiert die Waltroper Geschichte anhand zahlreicher Exponate.
Das
Schiffshebewerk Henrichenburg von
1899 ist heute als Museum zu besichtigen.
Bauwerke
Waltrop-Tempelchen.jpg |
04_2006_Waltrop_st_Peter.jpg
Die ehemalige
Zeche Waltrop wurde zu einem Gewerbepark umgestaltet. Das älteste bewohnte Fachwerkhaus Westfalens wird auch "Tempel" genannt. In Waltrop-Leveringhausen liegt die St. Laurentius Kapelle.
Parks
- Rieselfelder (Spaziergänger- und Radwegrouten)
- Kanalsystem (Ruder- und Jachthäfen)
- Moselbachpark mit großem Ententeich
- Kleingartenanlage Gartenstadt Waltrop
Sport
Größte Sportvereine in Waltrop sind:
- Teutonia SuS 1920/1958 (Fußball, www.teutoniasuswaltrop.de )
- VfB Waltrop 1912 e.V. (Fußball)
- Spielvereinigung Oberwiese (Fußball)
- Eintracht Waltrop (Fußball)
- Gymnastikverein Waltrop 1961 (Gymnastik, Volleyball, Basketball, Inline-Hockey)
- Turnverein Einigkeit 07/52 Waltrop (Gymnastik, Jazz-Dance, Judo)
- Tennisclub Rot-Weiss Waltrop (Tennis)
- Ruderverein Waltrop von 1928 e.V. (Rudern) http://www.rvwaltrop.de/
- Roll-Kunstlauf-Verein Waltrop (Rollkunstlauf)
- Roll-Sport-Club Waltrop (Rollkunstlauf)
- Waltroper-HV (Handball)
- SV DJK Teutonia Waltrop (Schwimmverein)
- Kanu- Club- Waltrop 1932
- BSV Brockenscheidt 1962 e.V.
- AMC Waltrop (Kartslalom,ADAC Fahrradturnier) http://www.amc-waltrop.de/
- Deutsche Lebends Rettungs Gesellschaft DLRG
Regelmäßige Veranstaltungen
- Pyjamaball (Karnevalssonntag, Publikum zwischen 16 und 40)
- Waltroper Parkfest (im August, Familienstadtfest)
- Amore-mio-Party (für alle ab 25, in der Stadthalle)
- Beach Party mit 30 Tonnen Sand im Pfarrgarten (jedes Jahr kurz vor den Sommerferien)
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Waltrop ist im Personenverkehr nur mehr auf der Straße erreichbar, nachdem die
Hamm-Osterfelder Bahn auf ihrem durch Waltrop führenden Abschnitt seit 1983 nur mehr dem
Güterverkehr dient. Insgesamt fahren in Waltrop neben Taxis sechs Buslinien der Vestischen Straßenbahen: Die Linien 283/285 innerhalb der Stadt, die Linien 231/284 zwischen Recklinghausen und Lünen-Brambauer, SB24 zwischen Recklinghausen und Dortmund-Mengede sowie die NachtExpress-Linie NE14 (nur am Wochenende) führen durch die Stadt. Außerdem gibt es noch die Linie 289, die nur Wochentags zwischen Dortmund-Mengede BF und Waltrop Am Moselbach fährt, jedoch nur einmal in jede Richtung (Schulverkehr).
Des weiteren ist Waltrop direkt am Deutschen Autobahnnetz angeschlossen (A2).
Ansässige Unternehmen
Waltrop_Zeche.jpg
Der historische Ortskern ist auch als Einkaufszone bekannt.
Heute befindet sich auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Waltrop ein Gewerbepark mit Logistikunternehmen wie dem Versandhandel manufactum. Weitere große Arbeitgeber sind Nutzfahrzeugbauer Langendorf, das Depot 146 des Deutschen Paketdienstes und der Arzneimittelhersteller PHARBIL Waltrop GmbH welcher zur Next Pharma Gruppe gehört.
Bildung
- Grundschulen
- weiterführende Schulen
- Sonderschulen
- Paul-Dohrmann-Schule (Sonderschule für Lernbehinderte)
- Schule Oberwiese (Sonderschule für geistig Behinderte)
- Volkshochschule
- Musikschule
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- Heinrich Ferkinghoff †, Bürgermeister der Stadt Waltrop von 1951 - 1964, Ehrenbürger seit 08.10.1965
- Käthe Engelhaupt †, AWO-Vorsitzende, Ehrenbürgerin seit 29.03.1990
Träger des Goldenen Ehrenringes der Stadt Waltrop
- Arthur Kalaba †, 06.01.1978
- Fritz Schänzer †, 30.08.1984
- Käthe Engelhaupt †, 02.06.1989
- Pfarrer Wilhelm Lammers †, 20.10.1993
- Karl-Heinz Merl †, 22.09.1997
Weblinks
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