article

Walter Truckenbrodt (* 19. Dezember 1914 in Hermsdorf; † 1. Mai 1999 in Bonn) war ein deutscher Jurist und Diplomat. 1946 übersetzte er als wissenschaftlicher Assistent an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Charta der Vereinten Nationen in die deutsche SpracheWilhelm Grewe/Walter Truckenbrodt, Die Satzung der Vereinten Nationen. Mit den vorbereitenden Dokumenten und dem Statut des Internationalen Gerichtshofs. Göttingen 1948.

In seiner 1941 publizierten Dissertation„Deutschland und der Völkerbund. Die Behandlung reichsdeutscher Angelegenheiten im Völkerbundsrat von 1920-1939“, Veröffentlichungen des Deutschen Instituts für Außenpolitische Forschung, Hg. Fritz Berber, Band 9, Essen 1941 vertrat er die These, im Rahmen der Entwicklung nach 1918 habe nicht das Deutsche Reich, sondern der Völkerbund Unrecht getan und damit die Deutschen zur Aufrüstung und zum Krieg gezwungen.

Truckenbrodt kritisiert die Haltung des Völkerbundes in der Zwischenkriegszeit, z.B. die Volksbefragung in Eupen-Malmedy (1920), rechtfertigt die Besetzung des Saarlandes 1935 und den Einmarsch der Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland 1936 sowie die deutsche Besetzung Österreichs. Er wirft dem Völkerbund bei der Ausführung des Friedensvertrages von Versailles Einseitigkeit vor. Ihn träfe die Verantwortung dafür, dass die Nationalsozialisten den 2. Weltkrieg begannen, (es) zu einem Kampf auf Leben und Tod zwischen den größten Völkern Europas kam. Der Autor fällt ein objektives Urteil über die wahren Ursachen des gegenwärtigen Kampfes: Dieser Krieg sei ein deutscher Freiheitskampf.

Frankreichs Regierung Laval hatte gegen eine neue deutsche Luftwaffe und die Wehrpflicht protestiert. Der Autor bedauert, dass 16 von 17 zuständigen Staaten den Bruch des Versailler Abkommens kritisierten (nur Dänemark war dafür). Die deutsche Wiederbewaffnung sei Selbsthilfe gewesen, dem Völkerbund habe ein Recht auf Kritik daran nicht zugestanden.

1952 trat Truckenbrodt in den höheren auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein. Er war über Jahrzehnte als Diplomat tätig und wurde bis zum Ministerialdirigenten befördert. Von 1969 bis 1973 war er Botschafter in Venezuela. 1973 schied Truckenbrodt aus Protest gegen die Unterzeichnung des Grundlagenvertrags aus dem diplomatischen Dienst aus. 1991-93 vertrat er die rechtskonservative Deutsche Soziale Union in einem erfolglosen WahlprüfungsverfahrenEntscheidung im Wahlprüfungsverfahren Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 23.11.1993, 2 BvC 15/91 , Rubrum vor dem Bundesverfassungsgericht als deren Rechtsanwalt. 1992 hielt er eine Rede vor der Staats- und Wirtschaftspolitischen GesellschaftStaats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft: Homepage der swg unter: Vortragsveranstaltungen, einem dem rechtskonservativen Spektrum nahestehenden Verein.

Quellen


Literatur


  • Gideon Botsch "Politische Wissenschaft" im 2. Weltkrieg. Die "deutschen Auslandswissenschaften" im Einsatz 1940 - 1945 Paderborn: Schöningh, 2006 ISBN 3506713582

Diplomat | Nationalsozialismus (Person) | Deutscher | Mann

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Walter Truckenbrodt".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld