Walter Momper (* 21. Februar 1945 in Sulingen) ist ein deutscher Politiker (SPD) und seit 2001 Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin. In den Jahren 1989 - 1991 war der Politikwissenschaftler der elfte Regierende Bürgermeister von Berlin.
1975 wurde Momper in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Dort war er ab 1985 Vorsitzender der SPD-Fraktion.
Aus den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus ging die SPD 1989 unter Mompers Spitzenkandidatur als Siegerin hervor, wohingegen die CDU/FDP-Koalition unter dem Regierenden Bürgermeister Diepgen überraschend eine schwere Niederlage erlitt. Vorausgegangen war u.a. der in den Medien breit diskutierte Bauskandal um den Charlottenburger Baustadtrat Wolfgang Antes (CDU).
Am 16. März 1989 wurde Momper Regierender Bürgermeister von Berlin, der sich auf eine Rot-Grüne Koalition zwischen SPD und Alternativer Liste (AL) (dem damaligen Berliner Äquivalent der Grünen) stützen konnte. Aufsehen erregte die Bildung seines Senats: Zum ersten mal in Deutschland gehörten einer Landesregierung mehr Frauen als Männer an (8 zu 6). KohlModrowMomperBrandenburgerTor.jpg, Bundeskanzler Helmut Kohl, der Regierende Bürgermeister (West-Berlin) Walter Momper und im Hintergrund zwischen Kohl und Momper der Oberbürgermeister (Ost-Berlin) Erhard Krack während der Öffnung des Brandenburger Tores am 22. Dezember 1989]] In die Amtszeit Mompers fiel die für die Stadt Berlin dramatische Zeit der Wende und der Wiedervereinigung. In der Nacht vom Donnerstag, dem 9. November, zum 10. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Mompers Satz "Berlin, nun freue dich" ging um die Welt. Momper wurde in dieser Zeit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die Grundlage für das Zusammenwachsen der beiden Stadthälften und Berlins mit dem Umland wurde am 12. Dezember 1989 gelegt: Bei einem Treffen Mompers mit DDR-Ministerpräsident Hans Modrow wurde als erstes grenzüberschreitende Gremium der provisorische Regionalausschuss gegründet.
Bekannte Entscheidungen seines rot-grünen Senats waren eine Geschwindigkeitsbegrenzung (100 km/h) auf der bis dahin tempolimitfreien AVUS sowie die Einrichtung von Busspuren für die BVG, den Berliner öffentlichen Personennahverkehr.
Als Regierender Bürgermeister von Berlin war er vom 1. November 1989 bis zum 31. Oktober 1990 Bundesratspräsident und damit Stellvertreter des Bundespräsidenten.
Nach der Beendigung einer Reihe von Hausbesetzungen mittels der Räumung der Mainzer Straße durch die Polizei am 14.11.1990 kündigte die AL die Koalition mit der SPD auf, da sowohl Momper als auch der zuständige Innensenator Erich Pätzold (SPD) diesen Einsatz als politisch richtig einstuften.
Daher ging Momper mit einem SPD-Minderheitssenat in die Wahlentscheidung vom 2.12.1990.
Bei dieser Wahl lag die SPD zehn Prozentpunkte hinter der CDU, so dass am 24. Januar 1991 sein Vorgänger im Amt Eberhard Diepgen, CDU, erneut zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt wurde.
1995 trat er bei der parteiinternen Urwahl der Berliner SPD für die Spitzenkandidatur zu den Abgeordnetenhauswahlen an, unterlag aber der Sozialsenatorin Ingrid Stahmer. Bei der Wahl 1995 schied er zunächst aus dem Abgeordnetenhaus aus. Nachdem er sich 1999 bei der Urwahl des SPD-Spitzenkandidaten gegen den Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Klaus Böger, durchsetzen konnte, wurde er zwar wieder Mitglied des Abgeordnetenhauses, unterlag aber deutlich dem Regierenden Bürgermeister Diepgen. Er wurde jedoch zum Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses gewählt. Nachdem die SPD bei den vorgezogenen Wahlen im Oktober 2001 stärkste Partei geworden war, wurde er zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses gewählt.
Sein Verhältnis zu seinem Vorgänger und Nachfolger Eberhard Diepgen blieb selbst für Politiker ungewöhnlich unterkühlt. Diepgen, so wird berichtet, nimmt es Momper bis heute übel, dass dieser Diepgens Amtszeit just genau in dem Zeitintervall unterbrach, in welchem die Mauer fiel, die Wiedervereinigung erfolgte und das Land Berlin die Bundesratspräsidentschaft innehatte.
Mann | Deutscher | Regierender Bürgermeister (Berlin) | SPD-Mitglied | Geboren 1945
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