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Walter Moers (* 24. Mai 1957 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Comic-Zeichner, Illustrator und Autor.

Leben


Walter Moers lebte nach der Schule zunächst von Gelegenheitsarbeiten, begann dann eine kaufmännische Lehre und brachte sich selbst das Zeichnen bei. Er gilt als öffentlichkeitsscheu, gibt selten Interviews und lässt sich nicht fotografieren. Am 9. September 2005 wurde Moers für sein Werk Die Stadt der Träumenden Bücher mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar, der mit 4000 Euro dotiert ist, ausgezeichnet.

Werk


Geschichten für Kinder

1988 erschien die erste Geschichte um Käpt’n Blaubär, die seitdem weite Verbreitung in Fernsehen, Kinderbüchern und Hörspielen fand. Eine andere in Buch und Fernsehen (Wolf und Rüffel) bekannte Figur für Kinder wurde das alleswissende Genie Schimauski, das allen möglichen gestellten und nicht gestellten Fragen auf den Grund zu gehen vermag. Schimauski, dann allerdings als Prof. Dr. Abdul Nachtigaller, und Käpt’n Blaubär finden eine komplexe Weiterentwicklung in den für Erwachsene gedachten Zamonien-Romanen.

Comics

Moers veröffentlicht seit 1984. Bekannt wurde er zunächst mit cartoonartigen Comics, die sich durch eine ironische Grundhaltung und bewusste Verletzung von politischer Korrektheit auszeichnen. Viele seiner Werke veröffentlichte er damals in den Satirezeitschriften Kowalski und Titanic. Bei Titanic wird er auch heute noch als ständiger Mitarbeiter geführt.

Seine bekanntesten Comicfiguren sind:

  • Das kleine Arschloch, ein altkluger und respektloser kleiner Junge, der den Erwachsenen grundsätzlich überlegen ist.
  • Der alte Sack, ein todgeweihter Rentner im Rollstuhl, der seine Umgebung auf sarkastische Art kommentiert.
  • Adolf, die Nazi-Sau, eine Interpretation von Adolf Hitler in der heutigen Welt.

Zamonien-Romane

In Anlehnung an Käpt’n Blaubär erschien 1999 der erste Zamonien-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär. Mit dem Käpt’n Blaubär aus der Sendung mit der Maus hat dieser Roman allerdings nur noch bedingt zu tun. Im Gegensatz zu dem großväterlichen Erzähler aus dem Fernsehen ist Blaubär im Buch noch jung und zielt mit seiner Art von Geschichten auf ein zumindest jugendliches wenn nicht erwachsenes Lesepublikum ab, das einen ausgeprägten Sinn für schwarzen Humor haben sollte. Die besondere Leistung Käpt’n Blaubärs bzw. seiner Lebensgeschichte liegt in den Schilderungen der fiktiven Welt Zamoniens, die, auf eigener Landkarte detailliert vorgestellt, Heimstätte unzähliger Monster aber auch genialer Wissenschaftler ist. Diese komplexe Welt voller Ironie und satirischer Querverweise wurde zur Grundlage bislang dreier weiterer Romane. Sämtliche Illustrationen darin stammen, wie in nahezu all seinen Büchern, vom Autor selbst.

Der zweite Zamonien-Roman, Ensel und Krete hat erstmals Hildegunst von Mythenmetz zum "Autor". Walter Moers fungiert hierbei nur als "Übersetzer" ins Deutsche. Käpt’n Blaubär kommt hierin nur noch am Rande vor, auch das sich im Titel andeutende Märchen Hänsel und Gretel ist kaum noch wiederzuerkennen.

In den Zamonien-Romanen geht es teilweise recht derb zu. Beispielsweise spielen in dem dritten Band der Reihe, Rumo & Die Wunder im Dunkeln, Zyklopen eine Rolle, deren Ernährungsgrundlage aus Lebewesen aller Art besteht, je zappeliger desto besser. Die Beute wird bei lebendigem Leib verspeist. Auch Fechtduelle, Schlachten und Foltermaschinen werden nicht minder blutig dargestellt.

Am 9. September 2004 erschien der vierte Band der Reihe, Die Stadt der Träumenden Bücher, erneut mit Hildegunst von Mythenmetz als zamonischer Autor in der Hauptrolle. Am Ende dieses Buches fordert Walter Moers seine Leser dazu auf, ihm bei der Entscheidung zu helfen, welches Buch er als nächstes aus der zamonischen Sprache „übersetzen“ soll. Zur Auswahl stellt er das zweite Abenteuer von Mythenmetz in den Katakomben von Buchhaim und eines seiner Abenteuer in der Friedhofsstadt Dullsgard.

In Planung

Am 2. November 2006 erscheint voraussichtlich der fünfte Zamonien Roman "Der Schrecksenmeister". Zuerst dachte man, in diesem Roman wird sich das Geschehnis voraussichtlich wieder um den zamonischen Großdichter und Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz drehen. Walter Moers kündigte an, es würde sich um ein weiteres Abenteuer aus "Reiseerinnerung eines sentimentalen Dinosauriers" (Mythenmetz' Erinnerung an die Kindheit, 10.000 Seiten, in Europa, Amerika, Asien, Australien und Afrika nie erschienen), das entweder in den Friedhofssümpfen von Dullsgard (Westzamonien) oder wiederum in Buchhaim spielt. Doch nun ganz anders, Zitat aus dem Piper Prospekt: Am 2.November ist es für über 1,5 Millionen Zamonienfans so weit: Ein neues Zamonienbuch. Jeder Buchling kennt Hildengunst von Mythenmetz' fabelhaften Roman über Echo, das Krätzchen - eine zamonische Kratze unterscheidet sich übrigens von unserer Katze lediglich dadurch, dass sie sprechen kann: In Sledwaya, der traurigsten Stadt Zamoniens, ist Echo dermaßen in Schwierigkeiten geraten, dass er gezwungen ist, mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen verhängnisvollen Vertrag zu schließen. Dieser gibt dem Schrecksenmeister Sledwayas das Recht, die Kratze beim nächsten Vollmond zu töten und ihr das Fett auszukochen. Als Gegenleistung muss Eißpin Echo dreißig Tage lang auf höchstem kulinarischem Niveau durchfüttern. Doch der Schrecksenmeister hat nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet - vor allem nicht mit seinen neuen Freunden, der letzten Schreckse von Sledwaya, dem Einäugigen Schuhu und einem Gekochten Gespenst. Dank der großartigen Übersetzungskunst von Walter Moers werden wir erstmals bekannt gemacht mit Sledwaya, einem der faszinierendsten Schauplätze Zamoniens, wo das Gesunde krank, das Richtige verkehrt und das Falsche richtig ist, und wo der Schrecksenmeister nicht nur für das schlechte Wetter verantwortlich zeichnet.

Andere Prosa

In dem Roman Wilde Reise durch die Nacht aus dem Jahr 2001 schildert Moers, dabei den romantischen Zeitgeist des 19. Jahrhunderts aufnehmend und zugleich satirisch brechend, die Reise des zwölfjährigen Gustave, der ein großer Zeichner werden möchte. Es ist das bislang einzige Werk, in dem Moers seiner Prosa nicht eigene Illustrationen anfügte, sondern sie auf der ihn dazu inspirierenden Grundlage von 21 Illustrationen des französischen Zeichners Gustave Doré konstruierte.

Übersicht


Kinderbücher

  • Die Schimauski-Methode, 1987 (Kinderbuch)

Satirische Comics
  • Die Klerikalen, 1985
  • Aha!, 1985
  • Herzlichen Glückwunsch, 1985
  • Hey!, 1986
  • Schweinewelt, 1987
  • Von ganzem Herzen, 1989
  • Kleines Arschloch, 1990
Englisch: Little asshole, 1991
Finnisch: Jago, 1998
Französisch: Le petit connard, 1992
Italienisch: Piccolo stronzo, 1992
Spanisch: El pequeño hijoputa, 2001
  • Schöne Geschichten, 1991
  • Das kleine Arschloch kehrt zurück, 1991
  • Schöner leben mit dem kleinen Arschloch, 1992
  • Es ist ein Arschloch, Maria!, 1992
  • Der alte Sack, ein kleines Arschloch und andere Höhepunkte des Kapitalismus, 1993
  • Arschloch in Öl, 1993
  • Du bist ein Arschloch, mein Sohn, 1995
  • Sex und Gewalt, 1995
  • Wenn der Pinguin zweimal klopft, 1997
  • Adolf, 1998
  • Feuchte Träume, 1999
  • Adolf, Teil 2, 1999
  • Schwulxx-Comix, (mit Ralf König) 2000
  • Schamlos!, (mit Zusatzmaterial), 2001
  • Adolf, Der Bonker, (mit DVD "Ich hock in meinem Bonker"), 2006, ISBN 3-492-04646-0

Illustrierte Prosa

Englisch: A wild ride through the night, 2004
  • Der Fönig, Bildergeschichte, 2002, ISBN 3-8218-2947-8, Taschenbuch ISBN 3-453-87398-X, Hörbuch ISBN 3-8218-5222-4

Zamonien-Romane

Dänisch: Kaptajn Blåbjørns 13 1/2 liv, 2001
Niederländisch: De 13 1/2 levens van kap'tein Blauwbeer, 2000
Norwegisch: Kaptein Blåbjørns 13 1/2 liv, 2002
Englisch: Rumo & his miraculous adventures : a novel in two books, 2004
Italienisch: Rumo e i prodigi nell'oscurità : romanzo in due parti, 2004
Englisch: The city of Dreaming Brooks, 2006
  • Der Schrecksenmeister. Ein Mythenmetz-Roman - November 2006

Drehbücher

  • Kleines Arschloch – Der Film, Drehbuch und Liedtexte, 1997
  • Käpt’n Blaubär – Der Film, Drehbuch, 1999 -
  • Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße, Drehbuch, 2006
  • Ein Drehbuch zu einem Zamonien-Roman ist derzeit in Arbeit.

Weblinks


Mann | Deutscher | Comiczeichner | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Fantasy-Literatur | Geboren 1957

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