Walfang_zwischen_1856_und_1907.jpg Walfang ist die Jagd auf Wale, meist von Schiffen aus. Ziel ist dabei vor allem die Gewinnung von Tran, der als Brennstoff und als industrieller Grundstoff dient. Die Fleischgewinnung hingegen spielt erst seit dem späten 20. Jahrhundert eine nennenswerte Rolle bei der Waljagd. Außerdem meinen einige Fischer, die Wale müssten dezimiert werden, da diese außer Krankheitserregern keine natürlichen Feinde hätten und deshalb andernfalls das Ökosystem zu destabilisieren drohten. Dieses Argument wird von Tierschutzorganisationen, die den Walfang ablehnen, zurückgewiesen.
Im 12. Jahrhundert bejagten die Basken intensiv den kleinen Grindwal wie den Atlantischen Nordkaper, der daraufhin in ihrer Region ausstarb.
Als dann 1583 William Poole und 1596 Willem Barents auf der Suche nach der Nordost-Durchfahrt nördlich von Sibirien bei Spitzbergen ein reiches Vorkommen an Grönlandwalen feststellten, begannen 1611 die Engländer und 1612 die Holländer eine umfangreiche Jagd auf Wale, denen sich 1644 deutsche Schiffe aus Hamburg und Altona und 1650 die englischen Kolonisten in Nordamerika anschlossen.
Der Tran des Wals war ein wichtiger Grundstoff für künstliche Beleuchtung. Daneben wurden aus ihm Seifen, Salben, Suppen, Farben, Gelatine oder Speisefette (z.B. Margarine) sowie Schuh- und Lederpflegemittel produziert. Walöl war ursprünglich nötig, um Nitroglycerin herzustellen. Noch nach dem Ersten Weltkrieg meinte die britische Armeeführung: „Ohne das Walöl wäre die Regierung nicht in der Lage gewesen, sowohl die Ernährungsschlacht als auch die Munitionsschlacht zu schlagen.“
Cook-whaling.jpgs Fahrten]] Der Pottwal wurde wegen des in seinem Kopf enthaltenen Walrats sowie des seltenen Ambras im 19. Jahrhundert besonders stark vor allem von amerikanischen Walfängern aus Nantucket gejagt und im Bestand erheblich dezimiert. Das Ambra, das möglicherweise aus den unverdaulichen Resten von Tintenfischen im Darm des Pottwals besteht, war ein wichtiger Grundstoff der damaligen Parfümindustrie. Der Walrat eignet sich zur Herstellung von besonders hell brennenden Kerzen, zum Reinigen von Wäsche, zur Herstellung von Kosmetika und als Schmiermittel. Aus den Barten der Bartenwale, bevorzugt des Blauwals, wurde vom 17. Jahrhundert an Fischbein hergestellt, bis im 20. Jahrhundert steife aber elastische Kunststoffe (z.B. Nylon) sowie leichte Federedelstähle den nachwachsenden Werkstoff ersetzten.
Anfangs jagte man den Wal mit kräftigen kleinen Ruderbooten, die sechs bis acht Mann Besatzung trugen, und erlegte ihn mit Handharpunen und Lanzen. Der erlegte Wal wurde dann längsseits des Walfangschiffes geschleppt und dort abgespeckt. Alles Übrige überließ man den Möwen und Raubfischen. aquarell Pottwallmutter.jpg Um 1840 waren etwa 900 Fangschiffe unterwegs, die in guten Jahren bis zu 10.000 Wale erlegten. Auf einem durchschnittlichen amerikanischen Walfänger im 19. Jahrhundert fuhren etwa 20 bis 30 Mann. Die Schiffe führten einschließlich Reserven bis zu sechs Boote mit sich. Üblicherweise wurden bei der Jagd drei bis vier Boote gleichzeitig eingesetzt, die mit je sechs Seeleuten bemannt waren. Als Schiffswache wurden bei der Jagd nur ein bis zwei Mann zurückgelassen. Auch „Facharbeiter“ wie der Schiffskoch oder Schiffszimmermann mussten zur Jagd in die Boote steigen und rudern. Der Speck der erbeuteten Wale wurde bereits auf dem Schiff zu Tran verkocht und in Fässer abgefüllt. Eine normale Fangreise dauerte etwa zwei bis vier Jahre je nach Ertrag und Haltbarkeit der Vorräte. Steamwhaler.jpg]] Durch die deutsche Konstruktion einer Harpunenkanone, die um 1863 auf einem norwegischen Walfangdampfer eingebaut wurde, war es möglich geworden, auch den schnelleren Blauwal und Finnwal zu jagen. Die Harpune erhielt einen Granatkopf. Die explodierende Granate tötete den Wal schneller. Um 1935 verbesserte man dieses Gerät nochmals, indem durch die Harpunenleine ein elektrischer Strom geleitet wurde, der das Tier sofort betäubte. Trotzdem brachte die Erfindung des Petroleums 1859, das über ähnliche Einsatzzwecke wie Waltran verfügt, den Fang mittelfristig fast zum Erliegen.
Erst die Erfindung der Margarine, deren wichtigster Grundstoff anfangs Waltran war, verhalf der Industrie wieder zu einem Aufstieg. Als Grundstoff für Nitroglycerin wurde es Anfang des 20. Jahrhundert im Rahmen der weltweiten Aufrüstung interessant.
In den 1930er Jahren wurde erkannt, dass der Walbestand durch die starke Bejagung gefährdet war. Allein in den Jahren 1930/1931 wurden 30.000 Blauwale getötet, mehr als heute in allen Ozeanen leben. Der Völkerbund beschloss 1931 ein Abkommen zur Begrenzung des Walfangs, das 1935 in Kraft trat. Allerdings war dieses Abkommen kaum effektiv, da bedeutende Walfangnationen wie Norwegen und Großbritannien keine Mitglieder des Völkerbundes waren. Im gesamten 20. Jahrhundert wurden circa drei Millionen Wale erjagt.
Der Walfang in japanischen Gewässern erreichte in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Höhepunkt, als das Fleisch zur Versorgung der Not leidenden Bevölkerung gebraucht wurde, sonderlich angesehen war es allerdings nicht.
Für die Jagd bis an den Rand der Ausrottung sind allerdings vorrangig einige europäische Nationen verantwortlich, deren Walfangstationen in der Antarktis bis in die 1960er Jahre betrieben wurden, zum ausschließlichen Zweck der industriellen Rohstoffgewinnung. Im Nordatlantik wurden die einstmals großen Herden der Nordkaper, eine langsamen und daher gefährdeten Spezies, bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts so stark dezimiert so das sich eine Bejagung nicht mehr rentierte. Die Walfänger konzentrierten sich daraufhin auf den Pottwal und erlegten ihn in so großer Stückzahl daß auch diese Art im Atlantik selten wurde. Nun gingen die Walfänger in den Pazifik und den Indischen Ozean, wo sie so viele Pottwale, Südkaper, Buckelwale und später auch Grönlandwale fanden, das zur damaligen Zeit kein Walfänger sich vorstellen konnte das die Bestände irgendwann einmal erschöpft würden. Außerdem gab es noch andere Walarten, die früher überhaupt nicht jagdbar waren. Die meisten waren sogenannte Furchwale darunter der Blauwal, Finnwal und der Seiwal sie waren zu groß und zu schnell, als das sie von Menschen von einen Boot aus mit einer Harpune erlegt werden konnten. Und wenn es einmal gelang einen Furchenwal zu erlegen, verlor dieser fast immer sehr rasch seinen Auftrieb und ging unter. Aber mit Beginn des modernen europäischen Walfangs wurde dies alles anders mit Harpunen die aus Kanonen abgeschossen, mit Sprengladungen versehene Harpunen, schnelle dampfgetrieben Fangschiffe, die Luft in den erlegten Wal pumpten, um ihn am Sinken zu hindern und mit riesigen Fabrikschiffen, auf denen täglich Öl und Fleisch von mehreren duzend Wale verarbeitet werden konnten sorgten dafür, dass die erbarmungslose Jagd auf den Wal ungeahnte Dimensionen annahm. Zwischen 1842 und 1846 kehrten die Walfänger mit den Öl von rund 20000 Pottwalen in ihren Laderäume heim. Von 1960 bis 1964 fielen den – zumeist japanischen und sowjetischen Walfangflotten nicht weniger als 127000 Pottwale zum Opfer.
Auf einem durchschnittlichen Walfänger arbeiteten etwa 40 bis 50 Personen. Die Schiffe führten sechs bis sieben Schaluppen mit sich, die mit je sechs Seeleuten bemannt waren. Zu den Schaluppengasten kamen noch einige nicht direkt am Fang beteiligte Personen: Koch, Schiffsjunge(n), Steuermann, Barbier. Letzterer fungierte als so genannter „Schiffsarzt“, wobei seine medizinische Qualifikation in vielen Fällen zweifelhaft blieb. Durch die Größe der Mannschaft entfiel auf den einzelnen Matrosen weit weniger Arbeit als auf einem Handelsschiff. Die eigentliche Arbeit begann erst mit dem Beginn der Jagd. Der Kommandant des Schiffes war meist auch als Harpunier registriert. Die weiteren Offiziere waren der Steuermann, der Speckschneider, der Speckschneidermaat, der Bootsmann, der Zimmermann, der Oberküper und der für das Stauen der Speckfässer zuständige Schiemann.
Insbesondere auf den nordfriesischen Inseln, vor allem ist hier Föhr zu nennen, arbeitete anfangs ein großer Teil der männlichen Bevölkerung auf Walfängern und erlangte so teils beträchtlichen Wohlstand, wie etwa der als „Glücklicher Matthias“ berühmte Föhrer Kapitän. Später verschob sich dieses Verhältnis. Den damaligen dänischen Staatsbürgern wurde das Anheuern auf ausländischen Schiffen verboten. Mehr Seeleute stammten danach aus den Elbmarschen. Zudem sanken im gesamten 19. Jahrhundert die Erträge und damit auch die Heuer der Seeleute. Die qualifizierten Nordfriesen wechselten zur Handelsschifffahrt, während die Walfahrer von der Unterelbe oft Landarbeiter waren, die sich im Frühsommer, der arbeitsärmsten Zeit der Landwirtschaft, als Saisonarbeiter einen Nebenverdienst sicherten.
Der von Deutschland aus im 19. Jahrhundert betriebene Walfang war nicht sonderlich effektiv, statt Walen wurden überwiegend Robben gefangen. Das mit über 50 Mann besetzte Schiff „Flora“ von Elmshorn brachte im Juli 1817 von seiner mehrmonatigen Fangreise 650 Robbenfelle mit, die sich als schwer verkäuflich erwiesen. Aus dem inzwischen großenteils angefaulten und an Land verkochten Speck dieser Robben wurden 50 Tonnen Tran gewonnen. Demgegenüber hatte das Schiff bei der Ausreise etwa 90 Tonnen Lebensmittel unterschiedlichster Variation geladen, darunter auch für damalige Verhältnisse kulinarisch hervorstechende Artikel wie Senf, Butter, Kaffee, Suppenkraut, Bier, Branntwein, Sirup etc.
Das Elmshorner Schiff „Stadt Altona“ kehrte im August 1862 mit Speck und Fellen von 1500 Robben, 2 Walen und 3 Eisbären zurück. Der letzte Walfahrer von den Städten der Unterelbe startete 1872 von Elmshorn aus.
Es darf bei der Unausgewogenheit von Einsatz und Ertrag vermutet werden, dass kein sonderliches ökonomisches Interesse hinter dem damaligen deutschen Walfang stand. Angesichts der vergleichsweise zahlreichen Mannschaft und deren guter Versorgung muss auch in Betracht gezogen werden, ob diese Unternehmungen mehr eine Art Jagdausflug aus dem eintönigen bäuerlichen Leben, gewissermaßen ein Vorläufer der Butterfahrten des späteren 20. Jahrhunderts waren.
Erst im Rahmen der wirtschaftlichen Autarkiebestrebungen in der Zeit des Nationalsozialismus wird wieder eine nennenswerte deutsche Fangflotte aufgebaut. Im Herbst 1936 schickte die Erste Deutsche Walfang-Gesellschaft, einer Tochterfirma von Henkel, mit der Jan Wellem ihr erstes Fangschiff aus. Bis 1939 laufen insgesamt sieben deutsche Fangflotten in die Arktis und Antarktis aus. Sie erjagen in dieser Zeit etwa 15.000 Tiere.
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Humpback_Whale_fg1.jpg | Pottwal: Durchschnittschlich 17 Meter und etwa 60 Tonnen schwer. Der männliche Pottwal ist fast doppelt so groß wie das Weibchen. Wegen seiner scheinbar unendlichen Zahl Anfang des 19. Jahrhunderts (möglicherweise ca. 1,5 Millionen Exemplare) hatte er in dieser Zeit die größte Wirtschaftliche Bedeutung. Er erbracht bis zu 7000 Liter Öl von einem Tier und war damit die begehrteste Art.
Grönlandwal der bis zu 15 Meter und 40 Tonnen schwere Wal, er hat nicht nur die längsten Barten. Dieser in der Arktis beheimate Wal hat auch eine Speckschicht von ca. 50 cm. Da die Barte so wertvoll waren, warfen die Walfänger oft die Kadaver los ohne sie abzuspecken.
Südkaper, Nordkaper: Sein englischer Name ist „right whale“ (richtiger Wal) weil er sehr träge ist und er schwamm an der Oberfläche wenn er tot ist, er besitzt eine bis zu 40 cm dicke Fettschicht und hat bis zu zweieinhalb Meter lange Barte.
Buckelwal bis zu 13 Meter lang und mit einem Gewicht bis zu 35 Tonnen, er hat eine bis zu 65 cm dicke Speckschicht und war in den Küstenvorfeldern weit verbreitet, er war bei den Wallfängern wenig beliebt da er nach dem Erlegen meist unterging.
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Langeweile und Enttäuschungen der Erfolge gehörten zum täglichen Brot des Walfängers, und nirgendwo fanden die Gefühle deutlicheren Niederschlag als in den Logbüchern der Walfänger. Diese Logbücher wurden traditionell mit Walbildern verziert, die mit selbstgemachten Stempel eingetragen wurden. Auf den Walfängern oblag es den ersten Steuermann das Logbuch zu führen. So stempelte der Steuermann der William Baker am 21. November 1838 einen Wal mit dem Kopf nach oben in das Logbuch und beschreibt dabei das die Besatzung mehrere Nordkaper gesichtet hatte. Neben denn Wal schrieb er „S.B.B. 55 bbs“ – Steuerbordbug-Boot, 55 Fass Öl – und malt noch auf wie der Wal harpuniert wurde. Die übrigen Stempel und Eintragungen berichten von einer lagen Pechsträhne. Der Stempel mit einem halben Wal mit dem Schwanz nach oben bedeutet, dass der Wal gejagt wurde, aber entkam, Ein Walkopf bedeutete das der Wal harpuniert wurde aber entkam. Und unter dem 24. November zeichnet er einen ganzen Wal mit den Kopf nach unten, dies bedeutetet das der Wal erlegt wurde aber unterging bevor er am Schiff festgemacht werden konnte. Bei denn Tieren mit den langen Schnauzen handelt es sich um Tümmler die zu Nahrungszwecken gejagt wurden. Am 28. November ist dargestellt wie ein Fangboot von einen harpurnierten Wal zertrümmert wurde.
Viele Walfänger hatten einen Satz Stempel die aus Holz oder Walbein angefertigt waren und in stilisierter Form Wal, Tümmler, Grindwale und Schildkröten darstellten.
Die United States Navy wollt Einblick in die Logbücher der Walfänger nehmen um Informationen über die Winde und Strömungen zu erhalten um diese Informationen zu erhalten musste der amerikanische Marineoffizier Matthew Fontaine Maury den Walfänger versprechen eine Seekarte anzufertigen wo eine Aufstellung aller gesichteten Wale eingezeichnet waren. Diese Seekarte wurde 1851 herausgeben
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Walharpunen.jpg Die doppelflügige Harpune oder Bartharpune gehörte zur Standardausrüstung der Walfänger bis etwa 1840 bis sich die einflügige durchsetzte, die tiefer eindrang und besser hielt. Noch besser war die ab 1848 erfundene Spannagel. Er drang wie eine Nadel ein und hielt trotzdem, wie der Widerhaken sich quer stellte. Mit der Stoßlanze wurde dem Wal der Todesstoß versetzt. Die seit 1860 verwendete Stachelpistole enthielt eine Sprengladung, die einen zweiten Pfeil abschoss.
Am Beispiel einer Blauwaljagd: Die Jagd auf einen Blauwal ist schwierig sobald ein Wal gesichtet wurde mit den Ruf „Er bläst“ vom Ausguck nimmt das Fangboot mit äußerster Kraft, Kurs auf den Wal. In einer Entfernung von etwa einen Kilometer verringert man seine Geschwindigkeit auf langsame Fahrt. Der Harpunier studiert währenddessen die Eigenheiten des Tieres. Es gibt neugierige Wale. Ihnen wird Gelegenheit gegeben, ihre Neugierde zu befriedigen. Bis sie mit etwas Nachhilfe des Steuermanns, vor dem Bug des Fangbootes geraten. Solange sie nicht beunruhigt werden, zeigen ausgewachsene Wale eine beachtliche Beständigkeit in ihren Atemrhythmus und damit in ihren Auftauchen. Aus der Anzahl der aufsteigenden Blasen schließt der Harpunier auf die Dauer des Schwimmens unter Wasser und auf die mutmaßliche Stelle ihres Auftauchens. Bleibt ein Blauwal ungewöhnlich lange unter Wasser, und kommt er jedes mal in Abständen von 500 bis 1000 Meter Abstand vom Fangboot hoch, handelt es sich meist um ein schon öfter gejagtes älteres Tier. Blauwale, die sich verfolgt fühlen, werden unruhig. Das Tier bewegt sich dann mit wechselnden Tempo und Richtungsänderungen vom Fangboot weg. Wann und wo er auftauchen wird, ist nicht vorauszusehen. Während der Verfolgung durchlaufen die Fangboote die ganze Skalla von äußerster Kraft voraus bis ganz langsame Fahrt. Die Fangboote müssen mindestens auf eine Entfernung von 20 Meter an den Wal herankommen, um die Harpune richtig ansetzen zu können. Diese Kunst ist – wenn überhaupt – sehr schwer erlernbar und weit wichtiger als die Harpune zu werfen. Geduldiges Anschleichen war damals die bewährte Art des Jagens. Diese Kunst war das Ergebnis von jahrelanger Erfahrung und Einfühlungsvermögen in die Psyche und Gewohnheiten des Wales. Der Harpunier musste Wissen welche Strömungsverhältnisse sind vor Ort, wie verhalten sich zwei oder drei Wale einer bestimmten Art, die miteinander schwimmen, und er musste Wissen welche Schliche und Listen ein erfahrener Einzelgänger anwendet, um die Verfolger irrezuführen
Ein erlegter Wal wurde mit den Kopf nach achtern an der Steuerbordseite festgemacht und mit einer schweren Kette festgemacht. Ein Gerüst (Flensstelling) wurde heruntergefiert und über den Wal in Stellung gebracht für die Flenser die den Speck abflensen werden. Dies wird mit bis zu sechs Meter langen Speckmesser, Fischhaken, Pieken, Speckhaken und Speckgabel gemacht. Mit den Schwanz vorraus wird der Wal unter geminderten Segel dann abgeflenst. Unter ständiger leichter fahrt wird der Wal durch die Strömung des Wassers dicht an die Bordwand gedrückt.
Ein Seemann mit einem Affentamp (Sicherungsleine), springt auf den Wal um einen Haken zu befestigen. An diesen Haken wird das erste Decksstück das die Flenser abschälen hochgehievt.
Auf der Flensstelling stehend, trennen die Flenser mit Flensmesser den mit Zähnen besetzten Unterkiefer vom Wal. Der vorher auf den Rücken gedreht wurde. Dann wird denn Wal das Rückgrat durchtrennt und der Kopf abgetrennt dieses Stück lässt man dann achteraus sacken bis die Seeleute mit dem Abspecken fertig sind. Nachdem der Kopf abgetrennt war hievte man den Kopf, in Höhe des Decks um aus der Schädelhöhle den sogenannten Walrat abzuschöpfen.
Während das letzte Decksstück hochgehievt wird, suchten die Flenser mit Messern tief im inneren Wales nach Ambra, ein Stoff der sich manchmal im Darm des Wales ansetzte und weit mehr Wert war als sein Gewicht im Gold. Dies wurde in der Parfümherstellung hochgeschätzt. Aber Ambra ist so selten das an in den Jahren 1836 bis 1880 kaum mehr als eine Tonne davon fand
Unter Deck wurden die Decksstücke in kleinere Teile geteilt in die sogenannten Vinken. Nach dem Vinken wurden sie abermals verkleinert in dünne Scheiben (Bibelblätter), die dann in den Trankessel besonders schnell schmolzen
Der erfolgreichste Walfänger, der je die Weltmeere befuhr war die Lagoda. Sie war im Besitz der New Bedforder Walfang-Reederei, ursprünglich als Handelsschiff gebaut und wurde im Jahre 1841 nach bereits 15 Dienstjahren zum Walfänger umgebaut. Sie war aus dauerhafter Eiche aufgebaut und ihr gedrungener, wannenförmiger Rumpf war genau richtig für den Walfang. In New Bedford wurde sie mit fünf Fangbooten ausgerüstet, die an Davits über die Bordwand hingen. Ihre Takelage wurde von der eines Vollschiffs in einer Bark abgeändert, so das sie am Besanmast nun Schratsegel führte. Diese Takelung wurde bei Walfängern bevorzugt, da bei dieses Art der Takelung zur Bedienung des Besanmastes niemand aufentern musste, dafür standen dann mehr Seeleute zur Bemannung der Fangboote zur Verfügung. Ihre Bordwände wurden mit einem breiten, waagerechten, weißen Streifen bemalt, unterbrochen von schwarzen Quadraten. Diese Quadrate sahen von weitem wie Geschützpforten aus und dienten zur Abschreckung. Von ihrer ersten Fahrt brachte sie bereits die Ausbeute von 2700 Faß Öl und ca. acht Tonnen Fischbein heim. Unter verschiedenen Kapitänen diente sie 50 Jahre lang und brachte in dieses Zeit unübertroffen 31.409 Faß Öl und 121 Tonnen Fischbein ein. Im Jahr 1890 wurde sie so schwer von einen Sturm im Nordpazifik getroffen, dass sie schwer havarierte und mit letzter Kraft Yokohama erreichte, wo sie bis zur ihrer Abwrackung als Bunkerschiff diente.
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Auf ihrer alljährlichen Wanderung kamen die Grauwale entlang der kalifornischen Küste, so das einige Walfänger im 19. Jahrhundert von Walfangstationen aus an der Küste nachstellten. Ein ehemaligen Kapitän namens J. P. Davenport errichtete 1854 in Monterey die erste kalifornische Küstenstation mit Kocherei und Lagerhäuser. Davenport und seine Leute produzierten bald darauf jährlich schon 1000 Fass Öl. Ende der sechziger waren es dann schon 16 Walfangstationen die die Pazifikkküste, von Half Moon Bay bei San Francisco bis hinunter zur Halbinsel Kaliforniens. Zu den Companies wie sie genannt wurden gehörten jeweils ein Kapitän, ein Steuermann, zwei Harpuniere und ein duzend Seeleute als Mannschaft für zwei Fangboote. Mit einem Harpunengewehr für den ersten Schuss auf den Wal und mit einer Sprengladung versehen Bombenlanze zum Töten des Wales hatten die Mannschaften der Fangboote meistens leichtes Spiel. Den Kadaver schleppten sie an Land. Da diese Stationen ohne hohen Aufwand - als ein Walfangschiff- auskamen, erzielten diese Stationen anfangs außergewöhnlich hohe Gewinne. Manche Stationen landeten jährlich nicht weniger als 25 Wale an. – was etwa der Ausbeute eines Walfangschiffes entsprach. In den ersten 22 Jahren ihres Bestehens erlegten diese Walfangstationen nicht weniger als 2160 Grauwale und 800 Buckelwale und sonstige Wale. Der Küstenwalfang brachte auch Probleme mit sich. Manchmal mussten die Fangboote bis zu 10 Seemeilen hinausfahren, um die wandernden Walherden zu finden. Dabei konnten sie die erlegten Wale nicht an Land bringen. Cirka 20 Prozent der von den Küstenmannschaften erlegt Wale gingen verloren, weil schlechtes Wetter herrschte oder die Wale während des Anlandschleppen untergingen. Die Blütezeit dieser Stationen dauerte nicht länger als 30 Jahre. In dieser Zeit hatten die Stationen die Bestände der kalifornischen Grauwale auf einen Bruchteil dezimiert.
Das Moratorium bedeutet kein generelles Verbot des Walfangs. Walfang auf Grundlage des Walfangabkommens gibt es aus drei verschiedenen Gründen weiterhin:
| Brydewal | Buckelwal | Finnwal | Grauwal | Grönlandwal | Pottwal | Seiwal | Zwergwal | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fänge | Indigene Völker | 0 | 25 | 219 | 1685 | 775 | 0 | 2 | 2146 |
| Wissenschaft | 190 | 0 | 216 | 0 | 0 | 18 | 116 | 6804 | |
| Einspruch* | 317 | 0 | 0 | 0 | 0 | 188 | 0 | 4877 | |
| geschätzte Population‡ | 60000? | 21570 | 47300 | ~26300 | 8000 | 10000? | 55000? | 935000 | |
Norwegen hat sich gegen das Moratorium reserviert und ist deshalb an diese Regelung nicht gebunden. Jedoch wurde in Norwegen zwischen 1988 und 1993 der Walfang zur Untersuchung der Bestände eingestellt. Seither fängt Norwegen mehrere hundert Zwergwale jährlich, wobei von der norwegischen Regierung bestimmte Fangquoten festgelegt werden. Im Jahr 2005 betrug die Quote 769 Wale, wobei nur 639 Tiere erlegt wurden. Da sich die Quote jeweils aus der Quote des Vorjahres und der Differenz zwischen Quote und tatsächlichem Fang der beiden Vorjahre zusammensetzt, wurde die Quote für das Jahr 2006 auf 1052 Tiere erhöht.
Der Walfang spielt jedoch wirtschaftlich nur in einigen wenigen Regionen eine Rolle. Auch der durchschnittliche Verbrauch in Norwegen ist eher gering. Wichtiger ist die ideologische Komponente. Der Walfang besitzt eine breite Unterstützung in der Bevölkerung und wird, solange es sich um die reichlich vorhandenen Zwergwale handelt, meist befürwortet.
In Japan werden zu wissenschaftlichen Zwecken Zwergwale gejagt, koordiniert durch das Institute of Cetacean Research. Im Jahr 2006 sollen 1070 Zwergwale gefangen werden. Entsprechend der Vorschrift zur weitestmöglichen Verwertung wird das Walfleisch anschließend verkauft, die Nachfrage nach Walfleisch ist in Japan jedoch sehr gering. Tierschutzorganisationen werfen Japan vor, die wissenschaftliche Arbeit sei ein Vorwand, um das Moratorium zu umgehen.
Auch in Island wurde 2003 begonnen, Wale zu wissenschaftlichen Zwecken zu jagen und das Fleisch zu verkaufen. Naturschützer protestieren ebenso dagegen wie die lokale Tourismus-Industrie, die befürchtet, dass die Wale scheuer würden und Whale Watching dann nicht mehr möglich wäre.
Eine alte Tradition auf den Färöern ist der Grindwalfang für den Eigenbedarf (siehe dort).
Neben der Selbstversorgung der indigenen Bevölkerung hat der Walfang auch einen anderen Grund: Meeressäuger besitzen einen Stoffwechsel, der einen sehr hohen Energiebedarf zur Folge hat (im Vergleich zu großen Raubfischen wie dem Hai wirkt selbst ein Kleinwal wie der Delfin als „Vielfraß“). Damit stehen alle Wal-Arten in Konkurrenz zur Fischerei, da sie sich von Speisefischen oder von Plankton ernähren, das Ausgangspunkt der Nahrungskette hin zum Speisefisch ist. Die Bejagung von Walen ermöglicht es den Fischern für sich selbst höhere Fangausbeuten an Fischen zu erzielen, eine Dezimierung der Walpopulation ist in Zeiten chronischer Überfischung der Weltmeere natürlich opportun und wird deshalb auch stillschweigend geduldet.
2006 deutete sich ein Sinneswandel in der Internationalen Walfangkommission an. Auf Betreiben Japans wurde bei der Tagung des IWC mit knapper Mehrheit eine Erklärung verabschiedet, in der der Fortbestand des Moratoriums als unnötig bezeichnet wird. Während Umweltschützer in dieser Erklärung einen großen Rückschlag sehen, sehen die Befürworter des Walfangs sich darin bestätigt, dass sich Populationen der meisten Walarten so weit erholt haben, dass sie inzwischen die Fischbestände bedrohen. H. Gamillscheg in Frankfurter Rundschau, 20. Juni 2006 Diese Resolution bedeutet aber nicht die Aufhebung des Walfangverbotes, da dafür eine Dreiviertelmehrheit in der IWC notwendig ist.
Die berühmteste literarische Darstellung des Walfangs ist Herman Melvilles Moby Dick, in welcher der besessene Kapitän Ahab einen weißen Pottwal zur Strecke zu bringen versucht, der ihm Jahre zuvor ein Bein abgerissen hat. Eine spannende Geschichte um den Walfang erzählt Hammond Innes in The White South (1949, dt. von Arno Schmidt unter dem Titel Der weiße Süden).
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