| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Waldshut-Tiengen.png | Karte Waldshut-Tiengen in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Region: | Hochrhein-Bodensee |
| Landkreis: | Waldshut |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 339 m ü. NN |
| Fläche: | 77,98 km² |
| Einwohner: | 22.586 (31. Dez. 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 290 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 11,4 % |
| Postleitzahlen: | 79741 - 79761 (alt: 7890) |
| Vorwahlen: | 07751, 07741 |
| Kfz-Kennzeichen: | WT |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 37 126 |
| Stadtgliederung: | 2 Kernstädte und 10 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kaiserstr. 28-32 79761 Waldshut-Tiengen |
| Website: | www.waldshut-tiengen.de |
| E-Mail-Adresse: | stadt@waldshut-tiengen.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Martin Albers (CDU) |
Die im Rahmen der Gemeindereform 1975 neu gebildete Stadt überschritt mit dem Datum der Gründung die 20.000-Grenze. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Juli 1976 beschloss. Mit den Gemeinden Dogern, Lauchringen und Weilheim (Baden) hat die Stadt Waldshut-Tiengen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Dogern, Albbruck, Dachsberg (Südschwarzwald), Weilheim (Baden), Ühlingen-Birkendorf, Wutöschingen, Lauchringen und Küssaberg (alle Landkreis Waldshut) sowie jenseits des Rheins Koblenz, Leuggern und Full-Reuenthal (alle Kanton Aargau/Schweiz).
Für alle neun ehemals selbständigen Gemeinden sowie zusätzlich für den zur Gemeinde Waldkirch gehörigen Ortsteil Schmitzingen wurden Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung eingerichtet, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Namen der Ortschaften sind identisch mit den Namen der früheren Gemeinden. Abweichende Ortschaftsnamen sind Aichen-Gutenberg (für das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Aichen), Gaiß-Waldkirch (für die beiden Wohnbezirke der ehemaligen Gemeinde Waldkirch) und Schmitzingen (ehemals zur Gemeinde Waldkirch gehörend). Die Zahl der Ortschaftsräte beträgt in allen Ortschaften sechs, in Gurtweil jedoch zehn.
Im Waldshuter Krieg von 1468 wurde Tiengen durch die Eidgenossen eingenommen, während die Stadt Waldshut belagert und teilweise zerstört wurde. Der Legende nach mästeten die Waldshuter Junggesellen nach Wochen der Belagerung den letzten Schafbock und führten ihn auf der Stadtmauer herum, was die Schweizer zum Abbruch der Belagerung veranlasst haben soll. Dieses Ereignis wird jährlich im August mit der Waldshuter "Chilbi" gefeiert.
Waldshut wurde 1805 badisch und Sitz eines Amtes, das im Laufe seiner Geschichte mehrmals verändert und 1939 in den Landkreis Waldshut überführt wurde, der bei der Kreisreform 1973 auf sein heutiges Gebiet vergrößert wurde.
Tiengen wurde 1806 ebenfalls badisch und gehörte ab zum Amt Klettgau und 1812 zum Bezirksamt Tiengen, das 1819 aufgelöst wurde. Seither gehörte die Stadt zum Bezirksamt Waldshut.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1400 | ca. 1.000 |
| 1650 | ca. 400 |
| 1811 | 1.111 |
| 1834 | 1.263 |
| 1852 | 1.435 |
| 1. Dezember 1871 | 2.130 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 2.468 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 3.587 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 4.270 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 5.226 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 6.460 |
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 17. Mai 1939 ¹ | 6.554 |
| 13. September 1950 ¹ | 8.255 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 10.883 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 10.669 |
| 31. Dezember 1975 | 22.046 |
| 31. Dezember 1980 | 21.410 |
| 27. Mai 1987 ¹ | 21.264 |
| 31. Dezember 1990 | 21.913 |
| 31. Dezember 1995 | 22.140 |
| 31. Dezember 2000 | 22.139 |
| 31. März 2005 | 22.578 |
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Waldshut und Tiengen. Die Waldshuter Protestanten wurden zunächst von Säckingen aus betreut. 1870 erhielt Waldshut einen eigenen Pfarrer und 1890 wurde eine Filialkirchengemeinde gegründet. 1921 wurde die Gemeinde eine eigene Pfarrei. Zur Gemeinde Waldshut gehören heute auch die Protestanten der Stadtteile Eschbach, Indlekofen und Waldkirch und einiger Nachbargemeinden. Auch in Tiengen entstand 1871 eine Gemeinde, die zunächst Filiale von Kadelburg war. Die Christuskirche wurde 1905 errichtet. Eine eigene Pfarrei gibt es dort seit 1926. Zur evangelischen Gemeinde Tiengen gehören heute auch die Protestanten der Stadtteile Aichen, Breitenfeld, Detzeln, Gurtweil und Krenkingen sowie einige Nachbargemeinden. Die Protestanten aus dem Stadtteil Oberalpfen gehören zur Nachbargemeinde Albbruck. Die beiden Gemeinden Waldshut und Tiengen gehören zum Kirchenbezirk Hochrhein der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) mit der Balthasar-Hubmaier-Kirche, die Neuapostolische Kirche und die Alt-Katholische Kirche.
| Partei | Sitze |
|---|---|
| CDU | 13 |
| SPD | 6 |
| Freie Wähler | 3 |
| GRÜNE | 2 |
| FDP | 2 |
| Gesamt | 26 |
In Tiengen gab es zunächst einen Schultheißen und 6 Räte, ab 1422 einen gewählten Schultheißen und die Räte sowie einen vom Landesherrn eingesetzten Vogt. Die Statuten wurden dann mehrmals geändert. 1703 trug das Stadtoberhaupt den Titel Stadtvogt.
Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1976 trägt das Stadtoberhaupt von Waldshut-Tiengen die Amtsbezeichnung "Oberbürgermeister". Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von 8 Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Bürgermeister von Waldshut
Bürgermeister von Tiengen
Bürgermeister von Waldshut-Tiengen seit 1975
Das Wappen ist eine Kombination der beiden bisherigen Wappen von Waldshut und Tiengen. Das Waldshuter Männle ist seit dem 13. Jahrhundert als Siegelabdruck bekannt. Er wird als Waldhüter gedeutet und ist somit ein sogenanntes "redendes Wappen". Die Madonna mit dem Kind ist schon in den alten Tiengener Siegeln abgedruckt. Die Blasonierung wurde jedoch gegenüber den bisherigen Farben verändert.
Im Norden des Stadtteils Tiengen befindet sich seit 1930 ein großes Umspannwerk für 380/220/110 kV der RWE AG. An dieser Anlage endet der westliche Zweig der von Herbertingen her kommenden Nord-Süd-Leitung.
Die 1859 eröffnete grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke nach Koblenz im Kanton Aargau ist die älteste rheinquerende Strecke zwischen Deutschland und der Schweiz. Die Wutachtalbahn hat ihren südlichen Endpunkt in Waldshut-Tiengen. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrer Buslinien. Die Stadt gehört dem Waldshuter Tarifverbund an.
Auf der Straße ist Waldshut-Tiengen aus östlicher und westlicher Richtung über die Bundesstraße B34 und aus nördlicher Richtung über die B 500 erreichbar. Die Rheinbrücke nach Koblenz gewährleistet einen Anschluss an das schweizerische Straßennetz.
Lediglich dem lokalen Personenverkehr dient eine Fährverbindung in die Schweizer Gemeinde Full.
Der Landkreis Waldshut ist Träger der Gewerbeschule Waldshut (unter anderem mit Technischem Gymnasium), der Justus-von-Liebig-Schule - Hauswirtschaflich-Sozialpädagogische und Sozialpflegerische Schule (unter anderem mit Biotechnologischem und Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium), der Kaufmännischen Schule (unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium), der Carl-Heinrich-Rösch-Schule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten für Geistigbehinderte und der Wutachschule für Körperbehinderte mit Schulkindergarten für Körperbehinderte.
Das private Hochrhein- Bildungs- und Beratungszentrum HBBZ, die private Berufsfachschule für Maskenbildner und Make Up Spezialeffekte, die Christliche Schule Hochrhein (Grundschule), die Fachschule für Landwirtschaft und die Schule für Erziehungshilfe am Heim Küssaberg runden das schulische Angebot Waldshut-Tiengens ab.
Das Obere Tor, auch Schaffhauser Tor genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Es ist das östliche Stadttor und wurde auf Fundamenten aus dem 13. Jahrhundert erbaut. Bis 1864 diente es als Stadtgefängnis.
Die Kaiserstraße (Fußgängerzone) ist die Hauptstraße Waldshuts. In deren Mitte fließt der Stadtbach. Ferner gibt es hier drei Brunnen mit Brunnenfiguren.
Besondere Gebäude in Waldshut sind das Schultheißschen Haus, das Greiffenegg-Schlössle, die Waldvogtei, das Untere Tor, oder Basler Tor (westliches Stadttor), das Roll´sche Haus und das Rathaus. Die Gottesackerkapelle wurde 1683 erbaut. Der Hexenturm ist ein Rundturm der inneren Stadtbefestigung, der zeitweise als Gefängnis für Glaubensabtrünnige diente.
Die Katholische Stadtpfarrkirche Liebfrauen wurde 1804 im klassizistischen Stil erbaut. Der gotische Chor aus dem 13. Jahrhundert ist dabei mitverwendet worden. Daneben das katholische Pfarrhaus von 1749. Die evangelische Versöhnungskirche wurde erst 1977 erbaut.
In Tiengen
Wahrzeichen ist der Storchenturm, ein Eckpfeiler der alten Stadtbefestigung, erbaut um 1300. Er diente teilweise als Gefängnis (Diebsturm). Die 1899 aufgesetzte Haube trug einmal ein Storchennest, daher hat er seinen Namen.
Das alte Schloss ist ein ehemaliger Wohnturm der alten Burg Tiengen. Das Neue Schloss war landgräflich sulzisches Residenzschloss. Das kleine Schloss wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut.
Das Rathaus wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Die Heilig-Kreuz-Kapelle wurde 1509 als Wallfahrtskapelle erwähnt, aber in ihrer heutigen Form erst 1631 erbaut. Die ehemalige Stadtvogtei ist ein spätgotisches Patrizierhaus, erbaut 1568
Die Friedhofskapelle wurde 1691 erbaut. Ferner sind noch Teile der ehemaligen Stadtmauer erhalten. Die katholische Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt wurde von Peter Thumb 1753 bis 1755 im Barockstil errichtet. Der Turmunterbau ist jedoch aus der Gotik. Die evangelische Kirche wurde 1905 im neugotischen Stil erbaut.
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:
Katholische Kirche Aichen (erbaut 1973), Kapelle Allmut (erbaut 1886), St. Georg Breitenfeld (erbaut 1861), St. Oswald Detzeln (16. Jahrhundert), St. Pankratiuskapelle Eschbach (um 1500), St. Konrad Gurtweil (ursprünglich 1612, jedoch 1740 bis 1747 neu erbaut), St. Josephskapelle Indlekofen (erbaut 1877), Kirche Krenkingen (erbaut 1766), Kapelle Johannes der Täufer (erbaut um 1730), Kirche Maria Himmelfahrt Waldkirch (erbaut 1758), Michaelskapelle Gaiß (1830), Josephskapelle Schmitzingen (1953).
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