Unter Waldschutz (auch Forstschutz) werden in der Forstwirtschaft alle Maßnahmen zum Schutz von Wäldern und Baumbeständen vor Schäden jeglicher Art verstanden. Dabei werden sowohl die forstwirschaftlichen wie auch die nicht-materiellen Ansprüche (wie Erholung, Klimawirkung oder Landschaftsgestaltung) an den Wald als schützenswert betrachtet. Seit dem Umwelt-Gipfel von Rio 1992 ist Waldschutz auch ein politischer Begriff, der insbesondere in entwicklungspolitischen Zusammenhängen gebraucht wird.
In der Vergangenheit bezeichnete man mit Waldschutz oder Forstschutz insbesondere die hoheitlich polizeiliche Tätigkeit des Forstpersonals, der sich gegen allgemeine Straftäter, insbesondere aber gegen so genannten Wald- oder Forstfrevler (beispielsweise Holz
Die wesentlichen biotische Gefahren für den Wald sind
Zu den abiotische Gefahren zählen:
Im Rahmen des Waldschutzes werden zahlreiche unterschiedliche Methoden angewandt. Hierbei kommt dem integrierten Pflanzenschutz eine besondere Rolle zu. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schutz gegen biotische Faktoren, da die meisten abiotischen Faktoren durch Menschen kaum beeinflussbar sind. Schäden durch die forstwirtschaftliche Nutzung werden durch die entsprechende Ausbildung der Mitarbeiter minimiert.
Die Maßnahmen gegen biotische Gefahren lassen sich grob in vier Bereiche einteilen:
Die Möglichkeiten zum Schutz vor abiotischen Gefahren sind geringer, da diese nur in geringem Umfang direkt beeinflussbar sind. In Frage kommen unter anderem Maßnahmen des Waldbaus als Schutz gegen Sturmgefahren oder Öffentlichkeitsarbeit, um Waldbränden vorzubeugen. Im Bereich des Immissionsschutzes wurden zahlreiche forstliche Maßnahmen wie zum Beispiel die Kalkung entwickelt, die allerdings nicht auf die Schadensursache wirken, sondern auf die Symptome.
Waldschutz wird von Beamten des gehobenen Forstdienstes, den Förstern (auch: Revierleitern), oder auch von ausschließlich zu diesem Zwecke eingestellten Forstschutzbeauftragten wahrgenommen. Der Forstschutzbeauftragte hat im Rahmen seiner örtlichen und sachlichen Zuständigkeit die Stellung eines Polizeivollzugsbeamten, das heißt die uneingeschränkten Befugnisse des Polizeivollzugsdienstes.
Seit dem Umwelt-Gipfel von Rio ist Waldschutz auch ein Schlagwort der politischen Debatte. Hier wird der Begriff umfassender verstanden, neben die oben beschriebenen forstwirtschaftlichen Methoden treten im großen Umfang politische Konzepte und gesetzliche Regelungen. Kern ist meist die Forderung nach eine weltweiten nachhaltigen Waldpolitik.
Wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind der Schutz der tropischen und borealen Regenwälder und der Schutz der Biodiversität. Daneben gewinnt die Zertifizierung von Forstprodukten beispielsweise durch den Forest Stewardship Council oder dem Programm for Endorsement of Forest Certification Schemes in letzter Zeit an Bedeutung.
Baumschutz, Pflanzenschutz, Forstschädling
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