| Wissenschaftlicher Name
|
| Pinus sylvestris
|
| L.
|
Die
Waldkiefer (
Pinus sylvestris),
Gemeine Kiefer,
Rotföhre oder
Forche ist ein
Nadelbaum in der
Gattung der
Kiefern (
Pinus) aus der
Familie der
Kieferngewächse (Pinaceae). Sie ist, durch
Forstwirtschaft begünstigt, eine der meist verbreiteten Baumarten in Deutschland.
Beschreibung
Der
Baum ist in der Wuchsform sehr variabel. Je nach Standort kommen schmale Kegelformen oder auch Schirmenformen vor. Vor allem auf Böden mit geringer Substratauflage wie Felsen bildet sich eine ausladende Schirmenform. Ihre Höhe beträgt 15 bis 40 Meter mit locker aufgebauten Aststockwerken. Ältere Bäume haben oft eine halbkugelige Krone und einen langen Stamm, bei dem die unteren Äste abgestorben sind.
Sie erreicht ein Höchstalter von etwa 500 Jahren.
Nadeln
Die mehrjährigen
Nadeln sind sehr variabel. Diese sind paarweise gedreht in einer Nadelscheide (Kurztrieb) zusammengefasst und werden 4 bis 7 Zentimetern lang. Ihre Farbe ist bläulich bis graugrün. Die Nadeln sind meist starr und spitz, im Schatten aber oft weicher.
Blüten
Die männlichen
Blüten entstehen zahlreich um die Basis der jüngsten Langtriebe. Unreif sind diese zunächst in Form kugel bis eiförmig und von grün-gelblicher Farbe. Aufgeblüht werden sie etwa zwei Zentimeter lang, sind walzenförmig ("würstchenartig") und rotbraun bis braun mit gelbem Blütenstaub.
Am Ende der Kurztriebe stehen die 1 bis 3 weiblichen Blütenstände. Diese sind rötlich und werden etwa 1 Zentimeter lang. Aus den weiblichen Blüten bilden sich später die Zapfen, deren Stiele sich nach der Befruchtung zum Trieb hin biegen.
Blütezeit ist von April bis Mai. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.
Zapfen
Die
Zapfen sind anfangs grün und reifen erst im November des zweiten Jahres. Diese sind dann dunkelgraubraunen, eikegelförmigen können bis zu 8 Zentimetern lang und 3,5 Zentimeter breit. Sie sitzen zu zweit oder in Gruppen an gekrümmten Stielen. Nach Freigabe der geflügelten Samen, die durch den Wind verbreitet werden, fallen diese als Ganzes ab
Borke
Die
Borke ist in der Jugend glatt graugelb, dann leuchtend rotgelb. Später bildet sich von unten nach oben braunrote, tiefrissige und grobe Schuppen. Ältere Bäume sind so deutlich zweifärbig. Unten sind diese schwärzlichgrau bis graubraun, weiter oben und besonders in der Krone fuchsrot bis ockergelb. Oft lösen sich glänzende Platten die pergamentartig dünn sind ab (Spiegelborke).
Vorkommen
CladonioPinetum.jpgn-Kiefernwald; hier auf sehr nährstoffarmen Flugsanddünen in Norddeutschland. Diese
Pflanzengesellschaft ist durch flächendeckende
Eutrophierung stark bedroht.]]
Die Waldkiefer ist tolerant gegenüber vielen Böden und Klimaten und daher eine anspruchslose Baumart. Mit ihrem Pfahlwurzelsystem kann sie auch in tiefer liegende Wasserschichten vordringen. Sie besetzt jedoch eher arme, trockene Böden sowie sandige und moorige Standorte, da sie hier ein besseres Durchsetzungsvermögen vorweist. Sie gilt deshalb als Zeigerpflanze für magerste Waldstandorte. Auf Fels- und Felsschutthängen ist sie oft bestandsbildend (Föhrenwälder).
Das Hauptverbreitungsgebiet umfasst Europa bis weit nach Sibirien. Im Norden bis Lappland, im Süden bis Spanien und die Türkei. In Westeuropa (Frankreich und Schottland) ist sie zerstreut anzutreffen.
Abgrenzung von ähnlichen Arten
Bei der Bestimmung der Wald-Kiefer kann es bei oberflächlicher Betrachtung zur Verwechslung mit der
Schwarzkiefer kommen. Die Arten unterscheiden sich aber im
Habitus. Da beide Baumarten außerdem eine unterschiedliche Drehung der Nadeln besitzen, ist es relativ einfach, sie daran zu unterscheiden. Bei der Wald-Kiefer lassen sich die beiden Nadeln am Kurztrieb
nicht zu „einer Nadel“ zusammenfassen, wohingegen dies bei der
Schwarzkiefer problemlos möglich ist. Die Schwarzkiefer bildet im oberen Stammbereich keine
Spiegelborke aus; die Farbe der Rinde ist abweichend. Die Zapfen sind farblich und in der Größe stark verschieden; auch die Nadeln sind unterschiedlich groß.
Forstwirtschaftliche Schädlinge
PinusSylvestris.jpg
Zu den häufigsten Schädlingen aus forstwirtschaftlicher Sicht zählen in Mitteleuropa
Nutzung
In Europa wurden Waldkiefern häufig als
Monokultur angepflanzt. Sie sollte den großen Bedarf an Bauholz decken. Auch wurden sie zur Baumharzgewinnung (
Pecherei) eingesetzt.
In der Forstwirtschaft werden sie nach einer Wachstumszeit („Umtriebszeit“) von 80 bis 120 Jahren geerntet.
Waldkiefern sind wichtige Forstbäume und werden als Konstruktionsholz im Innen- und Außenbereich (Konstruktionsvollholz (KVH) und Bauholz), als Gartenholz (meist kesseldruckimprägniert (chromfrei)), für Möbel, Massivholzdielen und Hobeldielen, Profilholz, Leisten und Leimholz genutzt.
Aus den Ästen und Nadeln der Gemeinen Kiefer wird das Kiefernadelöl gewonnen, das schleimlösend, durchblutungsfördernd und antiseptisch ist. Es wird innerlich und äußerlich bei katarrhalischen Erkrankungen der Luftwege eingesetzt, sowie äußerlich gegen neuralgische und rheumatische Beschwerden eingesetzt.
Sonstiges
Auf einer Schildmauer der Ruine von
Schloss Auerbach wächst eine Waldkiefer. Sie wurzelt in luftiger Höhe allein auf dem Bauwerk. Trotz der sehr kargen Lebensbedingungen hat sie ein Alter von mehr als 300 Jahren und eine Höhe von sieben Metern erreicht - ein eindrucksvoller Beleg für die ausgeprägte Anspruchslosigkeit der Pflanze.
Bildergalerie
Bild:ScotsPine shoot.jpg|Nadeln, Blütenstand, junger und reifer Zapfen der Gemeinen Kiefer
Bild:Holz_Kiefer1.jpg|Holz der Gemeinen Kiefer
Bild:Totholz4.JPG|Sämling auf Totholz
Bild:PinusSylvestrisBole.jpg|Rinde der Gemeinen Kiefer
Bild:Waldkiefer_0068.jpg|Stamm und Rinde der Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Image:Skov-Fyr3.JPG|Kiefernforst in Dänemark
Bild:Kiefernzweig.jpg|Nadeln der Gemeinen Kiefer
Literatur
- M. A. Fischer, W. Adler, K. Oswald: Exkursionflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5
- Mayer, Bachhofer: Der neue Kosmos Baumführer. Stuttgart, 2006, ISBN 3-440-10217-3
- Burghard von Lüpke (Hrsg.): Waldbauliche Fragen der Kiefernwirtschaft. Kolloquium aus Anlass des 100jährigen Geburtstages von Adolf Olberg, Göttingen 1994. Schriften aus der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen und der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt, Band 119. Sauerländer, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-7939-5119-7
- Gottfried Amann: Bäume und Sträucher des Waldes. ISBN 3-788-80758-X
Weblinks
}}
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