Waldemar Pabst (* 24. Dezember 1880 in Berlin; † 1970) war ein deutscher Offizier. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war er Erster Generalstabsoffizier der Garde-Kavallerie-Schützen-Division und nahm mit ihr am Kapp-Putsch teil. Er veranlasste 1919 die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.
Pabst, Sohn eines Museumsdirektors, wurde im Jahre 1880 in Berlin geboren. Gemeinsam mit dem späteren Reichskanzler Franz von Papen besuchte er die Hauptkadettenanstalt und erhielt 1899 sein Offizierspatent. Ab 1914 war er während des 1. Weltkriegs im Dienst beim Generalstab.
Nach dem 1. Weltkrieg und dem in der Novemberrevolution von 1918 erfolgten Sturz der deutschen Monarchie war er im Januar 1919 als Erster Generalstabsoffizier der Garde-Kavallerie-Schützen-Division bei der Niederschlagung des Spartakusaufstands beteiligt. Im Rahmen dieser Kämpfe wurden am 15. Januar Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die Anführer des Spartakusbundes und Gründungsinitiatoren der KPD, gefangen genommen und ihm übergeben. Im Hotel Eden verhörte er beide persönlich und ließ sie daraufhin ohne Gerichtsurteil erschießen, oder wie er es nannte „richten“ (so Pabst in Der Spiegel vom 18. April 1962). Wer den konkreten Befehl für die Hinrichtung Luxemburgs und Liebknechts gab, ist unklar. Allerdings wurde nach seinem Tod in seinen Memoiren folgender Eintrag gefunden:
„Dass ich die Aktion ohne Zustimmung Noskes gar nicht durchführen konnte – mit Ebert im Hintergrund – und auch meine Offiziere schützen musste, ist klar. Aber nur ganz wenige Menschen haben begriffen, warum ich nie vernommen oder unter Anklage gestellt worden bin. Ich habe als Kavalier das Verhalten der damaligen SPD damit quittiert, dass ich 50 Jahre lang das Maul gehalten habe über unsere Zusammenarbeit.“Hier erklärt er ganz offen, dass er sowohl die Zustimmung des Reichswehrministers Noskes als auch die des Reichspräsidenten Ebert (beide SPD) zu den Morden hatte, welcher während eines Telefongespräches zwischen Pabst und Noske gemeinsam mit Noske in einem Raum gesessen haben soll.
Auch schon im Spiegel-Interview von 1962 erklärte er, dass sowohl Noske als auch der Generalleutnant von Hofmann ihm bei seinen Taten zustimmten („Er hat mir gedankt“, so Pabst über Hofmann). Inwieweit diese Behauptungen Pabsts der Wahrheit entsprechen oder nur seiner eigenen Entlastung dienen sollten, ist bis heute umstritten.
Als Folge der Morde gab es auf Wunsch von Noske einen Schauprozess, allerdings musste keiner der Verurteilten eine Strafe antreten. Oberleutnant Vogel, der Rosa Luxemburg erschoss, konnte dank der Hilfe Noskes ausreisen und Husar Runge musste seine zweijährige Haftstrafe nicht antreten. Der eigentlich Verantwortliche für die Geschehnisse im Hotel Eden, Pabst, wurde nicht einmal angeklagt. In einem bundesamtlichen Bulletin vom 8. Februar 1962 wurde die Ermordung von Liebknecht und Luxemburg als „standrechtliche Erschießung“ ausgegeben, da Deutschland, laut Bulletin, nur so vor „dem Kommunismus gerettet“ werden konnte.
1930 bat Adolf Hitler Pabst auf den Obersalzberg, um ihn - wie Pabst behauptete - zu seinem „politischen Organisationschef“ zu machen. Pabst kam Hitlers Wunsch nicht nach, da er sich als „Konservativer“ sah, und Hitler in seinen Augen ein „Sozialist“ war.
Während des Röhm-Putsches wurde Pabst als angeblicher Gegner des Regimes verhaftet. Nach einer kurzen Inhaftierung wurde er Chef der Waffenabteilung der Firma Rheinmetall-Borsig, bis er 1939 als Major eingezogen wurde. Schon 1940 wurde er wieder entlassen, eigenen Angaben zufolge weil er ein Staatsfeind gewesen sei. Mit der Abfindungssumme, welche Pabst von Rheinmetall-Borsig erhielt, kaufte er eine Importfirma. Nur drei Jahre später wanderte Pabst aus Furcht vor einer Verhaftung durch die Gestapo in die Schweiz aus.
Erst 1955 kehrte er nach Düsseldorf zurück, wo er lange Zeit noch Waffengeschäfte tätigte. Er starb wohlhabend im Jahr 1970.
Mann | Deutscher | Freikorps-Mitglied | Militärperson (Weimarer Republik) | Mörder | Geboren 1880 | Gestorben 1970
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