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Waldemar IV. Atterdag (* um 1321; † 24. Oktober 1375 auf Schloß Gurre) war zwischen 1340 und 1375 König von Dänemark.

Sein Beiname "Atterdag" bedeutet auf Dänisch wörtlich "neuer Tag", kann aber auch mit dem niederdeutschen "ter tage" erklärt werden, was sinngemäß übersetzt wird mit "In welchen Zeiten leben wir!".

Waldemar Atterdag ist der Vater der dänischen Königin Margrete I. von Dänemark.

Leben


Waldemar war der jüngste Sohn des Königs Christoph II. von Dänemark und der Euphemia von Pommern-Wolgast, Tochter von Herzog Bogislaw IV.. Von 1326 bis 1338 wurde er am Hof des deutschen Kaisers Ludwig des Bayern erzogen. 1340 wurde er dänischer König. 1347 wurde Waldemar Atterdag auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem von Markgraf Ludwig von Brandenburg zum Ritter geschlagen. In die Lebenszeit Waldemar Atterdags fällt der erste Ausbruch der Pest in Europa, 1348 - 1350, der auch in Nordeuropa viele Menschen zum Opfer fielen. Waldemar Atterdag starb im Jahre 1375. Sein Leichnam wurde zunächst in Vordingborg bestattet und 1377 in die Klosterkirche von Sorø überführt.

Politik Waldemars


Zur Zeit der Mündigkeit Waldemars um das Jahr 1336 gab es in Dänemark keine zentrale Regierung, und die Herrschaft über die einzelnen verpfändeten Provinzen wurde von den Pfandherren ausgeübt. Zuvor war bereits im Jahre 1334 ein Aufstand des älteren Bruders gescheitert. Daraufhin wurde durch Kaiser Ludwig der Bayer eine Vermittlung zwischen Waldemar und dem Grafen von Holstein Gerhard III. ermöglicht. Als Vermittler stellte sich der gleichnamige Sohn des Kaisers zur Verfügung. Die Machtübernahme in Dänemark konnte allerdings erst nach dem Tod des Grafen erfolgen, da dieser seinen Neffen als Waldemar III. auf den Thron gesetzt hatte und damit faktisch der Statthalter Dänemarks war.

Nach der Ermordung Gerhards wurde Waldemar 1340 zum dänischen König gewählt. Seine Machtbereich war allerdings sehr eingeschränkt, da dieser nur den nödlichsten Teil Jütlands umfasste. Der Teil Jütlands nördlich der Königsau war an den ehemalige König Waldemar III. verpfändet, während Schleswig den Grafen von Holstein verpfändet war. Waldemar IV. wurde als König von Dänemark anerkannt und hatte das Recht die verpfändeten Ländereien wieder einzulösen.

Waldemar begann mit der Einlösung Seelands, wobei ihm der Bischof von Roskilde wichtige Dienste leistete. Kopenhagen wurde ihm zur Verfügung gestellt und in den kommenden Jahren erwarb Waldemar eine Burg nach der anderen durch Eroberung oder durch Einlösung des Pfandes. Mittel für seine weiteren Expansionen gewann Waldemar aus den Einkünften der eingelösten Burgen, durch Steuern sowie durch den Verkauf von Kronrechten, z. B. auf Schonen oder in Estland, das er an den Deutschen Orden verkaufte.

Bis 1349 hatte Waldemar die königliche Herrschaft über die seeländische Inselgruppe, über den größten Teil Jütlands und einen Teil Fünens wieder hergestellt. Während der 1350er Jahre gelang es ihm, auch die restlichen Provinzen zurückzugewinnen. 1359 überstand Atterdag einen Adelsaufstand unter der Führung von Niels Bugge Nach der Aussöhnung zwischen Regierung und Opposition im Landfrieden von 1360 eroberte Waldemar Schonen zurück und im darauffolgenden Jahr die Hansestadt Visby auf Gotland, woraufhin er sich auch den Titel "Herr der Gotländer" zulegte.

Seine Expansionspolitik rief jedoch die wendischen Hansestädte auf den Plan. Im Ersten Krieg zwischen Hanse und Dänemark, in dem es um die Herrschaft über Schonen und den schonischen Markt ging, konnte sich Waldemar erfolgreich behaupten, unterlag jedoch im zweiten Krieg von 1367 bis 1370, die Hansestädte unter Führung Lübecks erreichten den für sie günstigen Frieden von Stralsund. Dieser wurde von Waldemar geführt mit Ziel die Freiheit des Handels und der Schiffahrt in Dänemark und Norwegen gegen das Bündnis hansischer und nichthansischer Städte, der Kölner Konföderation von 1367 gegen Dänemark und Norwegen zu erreichen. Die Kriegsführung überließ er aber seinem Gefolgsmann Henning Podebusk; er selbst unternahm zu dieser Zeit eine Europareise. Während der letzten Jahre seiner Regierung war er bestrebt, die Herrschaft über Schleswig zu gewinnen. Bevor er diese Pläne jedoch verwirklichen konnte, starb er im Jahr 1375.

Waldemar sorgte für gute Beziehungen zum Papst, den er 1364 besuchte, zum jeweiligen Kaiser, also zu Ludwig dem Bayern als auch zu Karl IV. und zu Mecklenburg, das ihm ein wertvoller Verbündeter gegen Schweden und die Grafen von Holstein sein konnte.

Im Inneren seines Reiches war Waldemar bemüht, vakante Ämter in der Kirche mit loyalen Personen zu besetzen sowie die Einkünfte, vor allem durch eine rigorose Steuerpolitik, zu mehren.

Waldemar IV. ist einer der bedeutendsten mittelalterlichen Könige Dänemarks. Die Quellen erwecken den Eindruck eines intelligenten, zynischen, ruchlosen und klugen machiavellistischen Herrschers mit einem sicheren Instinkt für Politik und Wirtschaft. Sein Nachfolger war sein Enkel Oluf III. von Dänemark, der Sohn seiner Tochter Margret und Haakons IV. von Norwegen, des Sohnes von Magnus II. von Schweden.

Viele Sagen und Geschichten ranken sich um diesen König; er ist Held der örtlichen Legende vom "Wilden Jäger". Eine berühmte Sage über seine Mätresse Tove, die auf Betreiben seiner Königin ermordet worden ist inspirierte viele romantische Gedichte. Ursprünglich scheint sein Ahne Waldemar I. Held der Sage gewesen zu sein.

Nachkommen


  1. Christoffer, (* 1341; † 11. Juni 1363). Genannt "Junker Christoffer". Begraben in der Domkirche von Roskilde.
  2. Margrethe, (* 1345; † 1350). Sollte mit Herzog Heinrich von Mecklenburg verheiratet werden.
  3. Ingeborg, (* 1. April 1347; ca 1370). Wurde 1362 statt ihrer verstorbenen Schwester mit Herzog Heinrich verheiratet. Ingeborg war die Großmutter mütterlicherseits von Erik von Pommern.
  4. Katrine, (* 1349). Starb als Kind.
  5. Valdemar, (* 1350). Starb als Kind.
  6. Margrete, (*1353), später Königin Margrete I. von Dänemark

Mann | König (Dänemark) | Geboren 1321 | Gestorben 1375

Valdemar Atterdag | Valdemar IV of Denmark | Valdemar IV de Danemark | Valdemaro IV di Danimarca | ヴァルデマー4世 (デンマーク王) | Waldemar Atterdag | Вальдемар IV Аттердаг | Valdemar Atterdag

 

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