| Wappen | Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Wappen_at_waidhofen an der ybbs.jpg | map at waidhofen an der ybbs.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Niederösterreich | bgcolor="#FFFFFF" | Bezirk: | Statutarstadt | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 131,52 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 11.662 (Volkszählung 2001) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 89 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 356 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 3340 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 0 74 42 | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | WY
| bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindekennziffer: | 3 03 01 | bgcolor="#FFFFFF" | Gliederung Gemeindegebiet: | 10 Katastralgemeinden | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Adresse Stadtverwaltung: | Oberer Stadtplatz 28 3340 Waidhofen an der Ybbs | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Offizielle Website: | www.waidhofen.at | bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | bgs3@magistrat.waidhofen.at | ||
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Mag. Wolfgang MAIR (ÖVP) | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Vizebürgermeister: | Ignaz HOFMACHER (ÖVP), Alfred MANDL (SPÖ) | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Gemeinderat: | 40 Mitglieder: 23 ÖVP, 11 SPÖ, 3 FPÖ, 1 UWG, 2 GAL | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Karte_Aut_Noe_WY.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Waidhofen ist eine wichtige Station auf der normalspurigen, eingleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke Amstetten-Selzthal (Rudolfsbahn), die in Amstetten Anschluß an die Westbahn hat. Die Station ist auch der Ausgangspunkt für die schmalspurige, dieselbetriebene Ybbstalbahn nach Lunz am See (mit Seitenlinie nach Ybbsitz).
Die Bedeutung der, im 12. Jhd. errichteten Burg war anfangs sehr gering, da der Verwaltungssitz für die Freisinger Gebiete im oberen Ybbstal die Burg Konradsheim (3 km vom Stadtzentrum) war. Da der Freisinger Vogt Graf Konrad von Peilstein (†1195), der selbst weite Gebiete im heutigen Niederösterreich besaß, diese Burg ohne Erlaubnis des Lehnsgebers errichtete, entbrannte ein Generationen dauernder Rechtsstreit, der erst durch das Aussterben der Peilsteiner (bzw. einer letzten Seitenlinie) 1218 mit Rückfall aller Besitzungen an Freising endete.
In den darauffolgenden Jahrzehnten erste Befestigung und planmäßiger Ausbau der Stadt an der strategisch günstigen Terrasse am Zusammenfluss von Ybbs und Schwarzbach. Waidhofen besitzt keine Stadterhebungsurkunde, doch wird es schon 1273 erstmals in einem Schriftstück als civitas (Stadt) bezeichnet. Seit dieser Zeit besteht auch die typische Anlage der beiden parallel verlaufenden Stadtplätze auf unterschiedlicher Höhenstufe.
Im Zuge einer Auseinandersetzung zwischen dem Habsburger Herzog Rudolf IV. (*1339 †1365) und dem Freisinger Bistum kam es 1360 zur Besetzung der Burg Konradsheim und der Stadt. Die Burg wurde unter nicht genau geklärten Umständen abgebrochen, weshalb nach dem Friedensschluss fünf Jahre später, das schon recht bedeutende Waidhofen Sitz der Freisinger Pfleger und damit der Landgerichtsbarkeit wurde. Der Freisinger Bischof Berthold von Wehingen, gleichzeitig Kanzler von Österreich, lies zwischen 1390 und 1410 das Verteidigungssystem der Stadt durchgreifend modernisieren (unter anderem Bau von 13 Türmen entlang der Mauern).
Waidhofen wurde neben Steyr zum wichtigsten Zentrum der Eisenverarbeitung und zum Zeitpunkt der Hochblüte im 14. und 15. Jhd. waren in der Stadt 200 Schmiedebetriebe der unterschiedlichen Sparten aktiv und handelten mit den Erzeugnissen nicht nur im gesamten Habsburgerreich sondern exportierten diese auch über Venedig in den Vorderen Orient. Wahlspruch: Ferrum chalybsque urbis nutrimenta „Eisen und Stahl ernähren die Stadt“. Zeichen für den Wohlstand dieser Zeit sind die spätgotische Stadtpfarrkirche und die einzigartige Messerermonstranz.
Das markanteste Ereignis der Stadtgeschichte fand 1532 statt: Nach der ersten Wiener Türkenbelagerung (1529) zogen in einem weiteren Vorstoß berittene, leichtbewaffnete, tartarische Hilfstruppen (Akindschi) als Renner und Brenner durch Niederösterreich und verwüsteten in einer Art Terrorkrieg das Land. Den 500 Bewaffneten, die Waidhofen aufbieten konnte, gelang es in drei Ausfällen die Feinde in die Flucht zu schlagen. Diese mussten reiche Beute zurücklassen, so wie auch ihre Gefangenen, die aber großteils vorher von ihnen ermordet wurden: 339 Zivilisten blieben so auf dem Felde. Dank der Mittel durch den „Türkenschatz“ wurde der Stadtturm auf 50 m aufgestockt. In der Waidhofner Geschichtsschreibung wurde vor allem im 19. und frühen 20. Jhd. dieses Ereignis zur heldenhaften Bewährungsprobe Waidhofens hochstilisiert.
Die größte Katastrophe Waidhofens entwickelt sich im Zuge der Glaubensspaltung: Entsprechend der weitläufigen Handelsbeziehungen waren zahlreiche junge Waidhofner in Wittenberg inskribiert. Einer von ihnen, der Dramatiker Paul Rebhun wurde sogar zu einem engen Mitstreiter Martin Luthers. Die neuen Ideen fassten schnell in Waidhofen Fuß und Ende des 16. Jhd. war die Stadt großteils protestantisch. 1587/88 wurde der gesamte protestantische Stadtrat von einer kaiserlichen Kommission abgesetzt und des Landes verwiesen. Der Stadtschreiber Wolf Ebenperger, Führer der protestantischen Gemeinde, wurde im Schlossturm unter miserablen Bedingungen eingekerkert, wo er nach zwei Jahren verstarb. Viele Schmiedefamilien wanderten in protestantische Gebiete aus (vor allem Raum Solingen) und nahezu die Hälfte der Häuser stand leer. Die Krise war nachhaltig: Noch 100 Jahre später waren 87 Häuser in Waidhofen unbewohnt.
Auch wirtschaftlich ging es durch die Einführung der wasserkraftbetriebenen Schmiedehämmer, den Umstieg auf die Sensenproduktion und die fixe Einbeziehung Waidhofens in die Nahrungsmittelproduktion für den Erzberg wieder steil bergauf. In der Blütezeit des 18. Jhd. wurden jährlich 360.000 Sensen und 200.000 Sichel erzeugt.
Das 19. Jhd. brachte schwere Zeiten für Waidhofen: Im Jahre 1809 mussten 40.000 französische Soldaten acht Monate lang von der Bevölkerung Waidhofens versorgt werden. Nach den Franzosenkriegen traf die, sich entwickelnde Wirtschaftskrise den Sensenhandel existenziell. Und schließlich führte ab 1860 die Industrialisierung mit dem Umstieg auf Mineralkohle statt Holzkohle, Dampfmaschinen statt Wasserkraft und der Errichtung von Eisenbahnen, die die engen Täler benachteiligten zum Verschwinden der Kleineisenindustrie. Trotz einiger Rettungsversuche, wie der Eröffnung einer Lehr- und Versuchsanstalt für Metallverarbeitung (1890) und der Errichtung der schmalspurigen Ybbstalbahn (1896-99) gehörte die Zukunft Großbetrieben wie den Böhler Werken.
Im 19. Jhd. kam es zum Verfall der Befestigungsanlagen und schließlich zu deren Schleifung um der wachsenden Stadt Platz zu machen. 1868 erfolgte die Verlegung der Bezirkshauptmannschaft in das prosperierende Amstetten, als Entschädigung wurde Waidhofen zur autonomen Stadt mit eigenem Statut. 1872 wurde die Kronprinz Rudolfsbahn eröffnet, damit war der Anschluss Waidhofens an das Eisenbahnnetz der Monarchie vollzogen. Waidhofen konnte daraufhin im Tourismus als Sommerfrische eine gewisse Bedeutung erringen. Große Verdienste um die Neuorientierung der Stadt erwarb sich der liberale, weitblickende Bürgermeister Dr. Theodor Freiherr von Plenker (im Amt von 1894 - 1911).
Im 20. Jahrhunder erlangte Waidhofen als Schulstadt auch überregionale Bedeutung. 1972 entstand die Großgemeinde Waidhofen was eine Verdopplung der Einwohnerzahl und eine Vervielfachung der Fläche bedeutete. Dank mehrerer erfolgreicher Mittelbetriebe konnte sich Waidhofen in den letzten Jahrzehnten gut von der wirtschaftlichen Stagnation im oberen Ybbstal abkoppeln. In den letzten Jahrzehnten spielte auch der Tourismus eine immer größere Rolle.
96 % gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Die häufigsten nicht deutschen Umgangssprachen sind mit 0,7 % Türkisch und mit je 0,5 % Bosnisch und Kroatisch.
251 Menschen (2,2 %) fühlen sich dem Islam zugehörig und bilden damit die zweit größte Gruppe der Gläubigen. Waidhofen ist Teil des Sprengels Wien der islamischen Glaubensgemeinschaft. Der nächste ausgewiesene Gebetsraum befindet sich in Kematen (14 km entfernt).
Die 243 Christen (2,1 %) der Evangelischen Kirche (A. und H.B.) sind der Pfarre Amstetten zugehörig, in Waidhofen befindet sich eine Predigtstation. Die Gottesdienste werden seit 2005 in der neurenovierten Bürgerspitalkirche gefeiert, die gemeinsam mit den Katholiken benützt wird. In Waidhofen befindet sich auch ein „Königreichsaal“ der, als Bekenntnisgemeinschaft in Österreich seit 1997 anerkannten, Zeugen Jehovas. Er dient als Versammlungsort für die Gemeindemitglieder der gesamten Region.
801 Waidhofner (6,9 %) fühlen sich keinem Bekenntnis zugehörig.
Die gewählten Organe der Gemeinde gliedern sich in ein äußeres Gremium, den 40 Mandate zählenden Gemeinderat, und ein inneres Gremium, den vom Gemeinderat gewählten Stadtsenat, dem neben dem Bürgermeister und den zwei Vizebürgermeistern noch die acht Stadträte angehören.
Waidhofen ist traditionell dominiert von der Österreichischen Volkspartei, die sich in dieser Stadt WVP (Waidhofner Volkspartei) nennt. Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) ist seit Jahrzehnten zweitstärkste Kraft. Relativ schwach - im Österreich Vergleich - sind meist die Wahlergebnisse der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Ebenfalls im Gemeinderat vertreten sind die Grünen Alternativen (GAL) und die Bürgerliste Waidhofen (UWG), ursprünglich eine Abspaltung der ÖVP.
Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2002: WVP 23 Mandate, SPÖ 11, FPÖ 3, GAL 2 und UWG 1
Waidhofen Ybbs.Innenstadt vom Krautberg.JPG Stadtbild: Die Innenstadt Waidhofens verfügt über einen bemerkenswert geschlossenen, historischen Baubestand. Die Wohnhäuser des Innenstadtbereiches sind großteils im Kern spätmittelalterlich. In vielen Häusern sind daher schöne gotische Innenhöfe mit Arkadengängen zu sehen. Die Fassaden wurden allerdings großteils ab Beginn des 19. Jhd. geschaffen und gehören meist dem Stil des Biedermeier, der Neorenaissance und des Neobarocks an.
Von den mittelalterlichen Wehranlagen sind nur noch Reste erhalten: Zum Beispiel die Mauern um die Stadtpfarrkirche mit dem Turm des ehemaligen Zeughauses. Am Graben findet sich neben dem unten beschriebenen Ybbstor noch der historistisch veränderte Müllnerturm und der als Wohnhaus adaptierte Lachenturm. Mit etwas Spürsinn ist, dem Straßenverlauf folgend, auch der, in ein Haus integrierte Eckelturm zu entdecken.
Die beste Aussicht auf die Stadt hat man vom Heimkehrerkreuz auf dem Krautberg, übrigens ehemals der Standort des Galgens, wohin ein 20 minütiger Spaziergang führt.
Stadtpfarrkirche: Ein ebenso beeindruckendes wie ungewöhnliches Raumgefühl vermittelt die spätgotische, dreischiffige Hallenkirche, die 1470-1510 an Stelle einer romanischen Vorgängerkirche erbaut wurde. Die filigranen Netz-, Kreuzrippen- und Zwickelgewölbe ruhen auf schlanken Achteckpfeilern. Die Emporen wurden, um mehr Menschen Platz zu bieten, im Barock (1680) bzw. der Neugotik (1879-81) errichtet. Seitlich angebaut ist die reichgeschmückte barocke Marienkapelle (1715). Das bedeutendste Stück der Innenausstattung ist der markante spätgotische Flügelaltar (um 1500), der 1935 aus der Bürgerspitalkirche übernommen wurde. Die wertvollste Plastik der Kirche ist die spätgotische Statue des hl. Leonhards (um 1500). Außerdem beachtenswert zwei Bilder von Martin Johann Schmidt (genannt Kremser Schmidt), einem bedeutenden Barockmaler Österreichs: hl. Maria Magdalena (1762) und hl. Bischof Lambert (1779-81), übrigens die beiden Kirchenpatrone. Nicht übersehen sollte man beim Hinausgehen das Kirchentor: Dieses ist zur Gänze, also Holz inklusive der Beschläge aus der Erbauungszeit. Der Kirchturm ist im Kern romanisch, wurde aber 1689 mittels Neugestaltung der Turmfassade und Aufstockung des Glockengeschosses barockisiert.
Nicht in der Kirche, sondern gut gesichert, im Pfarrhof, ist das wertvollste Kunstwerk Waidhofens untergebracht: Die gotische Messerermonstranz (1469-72 in Freising geschaffen), die der Pfarre von der wohlhabenden Zunft der Messerer geschenkt wurde. Zu sehen ist dieses einzigartige Juwel gewöhnlich nur bei der Fronleichnahmsprozession, wo es feierlich durch die Stadt getragen wird. Harte Arbeit für den Stadtpfarrer, denn das schlanke, zierlich wirkende Stück ist bei einer Höhe von 1,05 m ganze 6 kg schwer.
Ehemaliges Zeughaus, auch Lutherturm: Dieses Gebäude wird heute meist pragmatisch als Pfadfinderturm bezeichnet, weil sich im Inneren das Heim dieser Jugendorganisation befindet. Errichtet wurde der, in die Kirchenbefestigung integrierte, spätgotische Dreiviertelrundturm mit angefügtem Rechteckbau - dessen imposante Fassade den kurzen Gang hinter die Kirche sicher lohnt - an der Wende vom 15. zum 16. Jhd. Zuerst wurde das Gebäude als Kapelle verwendet, später war es Zeughaus und heute ist im Untergeschoss das hl. Grab mit einer barocken, geschnitzten und vergoldeten Kreuzigungsgruppe untergebracht. Waidhofen_Ybbs.Schlossturm.JPG
Schloss Waidhofen (Rothschild Schloss): Es ist nach dem bedeutendsten ehemaligen Besitzer benannt: Albert Salomon Anselm Freiherr von Rothschild (*1844 †1910), mächtiger Bankier, und bei seinem Tod, reichster Mann Europas. Hier war von 1875 bis 1938 die Gutsverwaltung der ausgedehnten rothschild´schen Länderreien in der Region eingerichtet. Die erste Burg an dieser Stelle stammt aus dem 12. Jhd. Ab 1365 war sie Sitz der freisingischen Pfleger (Vögte) und damit Verwaltungsmittelpunkt. Der heutige Bergfried wurde um 1400 errichtet. 1881 erfolgte eine tiefgreifende, qualitativ hochwertige, neugotische Umgestaltung, allerdings unter weitgehendem Verlust an mittelalterlicher Bausubstanz durch den Erbauer des Wiener Rathauses und Wiener Dombaumeister Friedrich von Schmidt (*1825 †1891) . Auch der auffallende Wehrgang am Schlossturm ist neugotisch. Geplante Umgestaltung bis zur niederösterreichischen Landesausstellung 2007 durch den Architekten Hans Hollein. Waidhofen_Ybbs.Freisingerberg.JPG
Stadtturm: Das Wahrzeichen der Stadt, der mächtige, quadratische Turm, ist zu besteigen. Mit der Beute aus der Vertreibung der türkischen Streifscharen (1532) wurde der Turm 1535-42 auf 50 m aufgestockt. Nicht belegt werden kann jedoch die Ansicht, das der Turm als Zeichen des Sieges über die Türken errichtet wurde, wie die bekannte Aufschrift aus dem Jahre 1932 nahelegt. Eine der vier Uhren zeigt immer dreiviertel Zwölf, aber nicht wegen eines technischen Gebrechens, sondern um die Stunde des legendären Sieges zu verkünden.
Bürgerspitalkirche: Ursprünglich war sie die Kirche des, vor der Stadtmauer gelegenen, 1274 gegründeten Spitals (Kranken-, Armen- und Altenasyl). Der jetzige zweischiffige Bau mit polygonalem Chor und Rautengewölbe stammt aus der Mitte des 15. Jhd. und ist damit die zweite spätgotische Kirche der Altstadt. Aus der Erbauungszeit stammen die herrliche Steinkanzel und eine Marienstatue. Besonders interessant ist der, kürzlich renovierte, spätgotische Freskenzyklus. Von außen fällt vor allem der barocke Turm (1777) auf. Seit 2005 wird die, sich im Besitz der Stadt befindliche Kirche, von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt.
Ybbsturm mit Stadttor: Auf dem einzigen erhaltenen mittelalterlichen Torturm der Stadtbefestigung findet sich eine Aufschrift mit dem Wahlspruch der Stadt: Ferrum chalybsque urbis nutrimenta. „Eisen und Stahl ernähren die Stadt.“ Die Fassade wurde im 19. Jhd. mehrfach neu gestaltet.
Mariensäule: An der Stelle des Prangers wurde im Zuge der Gegenreformation unter Pfarrer Pocksteiner 1665 die barocke Mariensäule errichtet.
Klosterkirche (ehem. Kapuzinerkirche): Eine wesentliche Stütze für die Gegenreformation waren die, 1663 nach Waidhofen berufenen Kapuziner. Die einfache Hallenkirche wurde 1644-52 vor der Stadtmauer errichtet. Im Inneren sind eine spätgotische Madonna (um 1520) bemerkenswert. Der jüngste Teil der Kirche ist die einfache Hauptfassade (1833-34) mit einer Steinrelief - Pieta aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg.
Zeller Schloss (Hotel Schloss an der Eisenstraße): Der ehemalige Verwaltungssitz der Herrschaft zu Gleiß wurde im frühbarocken Stil errichtet, als die Bedeutung des, sich in ihrem Besitz befindlichen, Marktes Zell durch die günstige Lage neben Waidhofen immer mehr zunahm. Nach jahrzehntelangem Verfall und Generalsanierung ist das Schloss nun Standort des touristischen Leitbetriebes der Region.
Rathaus: Dieses Gebäude besteht aus mehreren gotischen Häusern unter einer einheitlichen Außenfassade, einem Erbe aus der NS-Zeit (1942). Im Jahre 1994 fand eine völlige Umgestaltung des Inneren unter Freilegung und Einbeziehung der mittelalterlichen Bausubstanz (z.B.: gotischer Arkadenhof) statt. Es entstand so eine zeitgemäße Verwaltungseinrichtung mit bürgernahem Anspruch („offenes Rathaus“). Das für die Waidhofner gewohnte Äußere, in diesem architektonisch sensiblen Altstadtbereich, blieb unangetastet.
Viadukt der Ybbstalbahn: Diese, an der Innenstadt vorbeiführende Brücke, die das Tal des Schwarzbaches überspannt, wurde in Stahlgitterbauweise als „Fischbauchkonstruktion“ im Jahre 1896 errichtet.
Zeller Hochbrücke: Als der einfache Steg, der zwischen Waidhofen und Zell den tiefen Einschnitt der Ybbs überwand, wieder einmal sehr baufällig war, entschloss sich 1898 der damals ärmliche Markt Zell zu einer nachhaltigen Lösung des Problems: Ohne irgendeine Unterstützung durch den Magistrat der Stadt wurde in nur einem Jahr Bauzeit die erste hochwassersichere Ybbsbrücke der Gegend errichtet. Ausgeführt wurde das Projekt als Stahlbetonkonstruktion nach dem System Monier. Beeindruckend ist der schlanke, 42 m lange Bogen, der die Ybbs überspannt.
Das Heimatmuseum Waidhofen besteht seit 1905 und verwahrt ganze 8000 Exponate. Der Besucher gelangt in eine „schwarze Kuchl“, eine Waidhofner Bürgerstube und eine Bauernstube. Andere Teile der Ausstellung erklären das Zunftwesen, Dokumente zur Stadtgeschichte und Waidhofner Brauchtum. Historische Waffen, Bilder Waidhofner Künstler, eine Holzspielzeugsammlung und ein Erlebnisraum rund ums Wasser sind ebenfalls zu sehen. Jährlich finden wechselnde Sonderausstellungen statt.
Eine Besonderheit ist die private bäuerliche Volkskundesammlung Piaty. Im Obergeschoss der gleichnamigen Konditorei können 2500 Exponate aus der Umgebung Waidhofens besichtigt werden, darunter auch eine Bergbauernstube aus dem Jahre 1614.
In die Pionierzeit der elektrischen Energieerzeugung führt ein Rundgang durch das museale Schaukraftwerk Schwellöd am Ybbsfluss. Ein Sprung in die Gegenwart der Energieversorgung folgt gleich danach, bei der Besichtigung des nebenan errichteten, modernen Ybbskraftwerkes der EVN.
Waidhofen besitzt drei Veranstaltungszentren: Schlosscenter, Stadtsaal und Heimatsaal. Durch das ganze Jahr hindurch wird ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm mit Klassik, Kleinkunst und Konzerten zeitgenössischer Musik von Pop bis Jazz, um nur einiges zu nennen, angeboten.
Nicht wegzudenken aus dem Kulturleben der Stadt ist das Kammermusikorchester Waidhofen. Dieses, seit 1972 bestehende Amateurorchester führt auf hohem Niveau vor allem Werke der Klassik und Romantik auf.
Die Basis der musikalischen Ausbildung legt die Musikschule Waidhofen, eine der größten Niederösterreichs.
Auf dem Sektor der bildenden Kunst positionierte sich in den letzten Jahren die Galerie „Kulturpendel“: Sie präsentiert die Werke bildender Künstler aus der Region.
Ein besonderes Erlebnis sind die stimmungsvollen Theateraufführungen, die in lauen Sommernächten im Arkadenhof des Rothschildschlosses traditionell stattfinden. Träger dieser „Waidhofner Institution“ ist der Laientheaterverein Waidhofner Volksbühne. Auch wird im Frühjahr (alle 2 Jahre) und im Herbst im Stadtsaal gespielt.
Kultureller Ausblick: Niederösterreichische Landesausstellung 2007: Diese findet unter dem Titel „Feuer & Erde“ an zwei Orten im Mostviertel statt: In Waidhofen an der Ybbs, welches die Eisenstraße repräsentiert, wird das Element „Feuer“ kulturgeschichtlich von der Mythologie bis zur modernen Kunst dargestellt. In St. Peter in der Au geht es, der dortigen Moststraße entsprechend um das Element „Erde“.
Am Ybbsuferweg, der tief im Einschnitt verläuft, den die Ybbs im Laufe der Jahrtausende gegraben hat, erwandert man sich ein Stück Natur in der Stadt.
Eisenbahnfreaks kommen auf der schmalspurigen Ybbstalbahn (im Volksmund liebevoll Schafkäs-Express genannt) auf ihre Rechnung: Neben dem regulären (aber ebenfalls eher gemütlichen) Bahnverkehr werden mehrmals im Jahr Dampfbummelzüge mit einer historischen Lokomotive geführt.
Im Natur und Wildpark Buchenberg leben ca. 130 Tiere. (Rotwild, Damwild, Sikawild, Rehe, Muffelwild, Esel, Marderhund, Fuchs, Uhu, Waldkauz, Schleiereule, Steinkauz, Iltis, Waschbär, u.a.). Besondere Attraktionen sind der frei zugängliche Haustierbereich und ein kindergerechter Erlebnispfad. In der Waldschule werden Kindergruppen die Geheimnisse der Natur nähergebracht. Wissenswertes erfährt man auch im Informationszentrum. Auf dem Buchenberg wurden insgesamt 20 km Spazierwege liebevoll angelegt.
Ein wahres Wanderparadies ist die Kulturlandschaft des Ybbstaler Alpenvorlandes, mit vielen hunderten Kilometern markierter Wanderwege.
Das Erlebnisparkbad wurde 1989 neugestaltet und bietet den Badegästen eine 60 m Rutsche, einen 10 m Sprungturm, ein Erlebnisbecken, ein Schwimmbecken und einen Kleinkinderbereich. Zusätzlich wurden am Areal ein Beachvolleyball- und ein Streetballplatz errichtet.
Waidhofen ist der Hauptort der Niederösterreichischen Eisenstraße und damit guter Ausgangspunkt für Fahrten in die, von montanhistorischen Gebäuden (Hammerherrenhäuser, Hammerwerke, u.a.) geprägte Tourismusregion.
Abgerundet wird das Freizeitangebot noch durch die Möglichkeit des Kinobesuches in der Filmbühne Waidhofen und durch das Jugendzentrum Bagger, einem Freiraum für die Schüler und Lehrlinge der Stadt.
Im Naturpark Buchenberg stehen der Bevölkerung drei Laufstrecken unterschiedlichem Schwierigkeitsgrades zur Verfügung und um Waidhofen wurde ein Netz von acht Mountainbike-Strecken geschaffen. Der Ybbstalradweg führt an Waidhofen vorbei und lädt zu ausgedehnen Radtouren. Wer eine interessante, kürzere Strecke sucht, dem sei besonders das 11 km lange Teilstück nach Ybbsitz empfohlen.
An der Ybbs, beim musealen Schaukraftwerk Schwellöd, besteht die Möglichkeit Ruderboote und Kanus auszuleihen. Für den Tennissport stehen drei Hallenplätze und sieben Sandplätze zur Verfügung. Zwei Fitnesscentren laden zum Workout und eine überdachte Kunsteisbahn zum Eislaufen bzw. Hockeyspiel.
Für die aktive und auch international sehr erfolgreiche Kletterszene Waidhofens steht eine In-door Kletterwand zur Verfügung. Der Vereinsfußball findet seine Heimat im Alpenstadion mit überdachter Zuschauertribüne, für jedermann offen ist hingegen der Kunstrasenfußballplatz.
Erwähnt sei weiters auch die multifunktionelle Sporthalle die neben den Schulen auch von den Sportvereinen genützt wird und der bereits oben angeführten Beachvolleyball- und Streetballplatz beim Parkbad. Abgerundet wird das Angebot von mehreren Asphalt- bzw. Eisstockplätzen und zwei Kegelbahnen.
Waidhofen ist Standort für das Therapiezentrum Buchenberg der Versicherungsanstalt öffentlicher Bedienster. In der Abteilung für Genesung und Gesundheitsvorsorge und der Abteilung für Neurorehabilitation werden insgesamt 156 Betten betrieben.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Waidhofen an der Ybbs".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world