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Die Wahlbeteiligung gibt den Anteil der Wahlberechtigten wieder, die bei einer Wahl tatsächlich gewählt haben, in der Öffentlichkeit wird der Begriff meist im Zusammenhang mit politischen Wahlen gebraucht, allerdings kann er auch bezogen auf andere Wahlen benutzt werden. Bei politischen Wahlen ist sie eine Art der Partizipation.

Situation in Deutschland


Bei Bundestagswahlen lag die Wahlbeteiligung (Quote) bis zur Wiedervereinigung meist deutlich über 80 Prozent, seit der Wiedervereinigung knapp darunter, bei Landtagswahlen im Regelfall bei mehr als 65 Prozent, bei Kommunalwahlen über 55 Prozent. Bei der letzten Europawahl lag sie bei 45 Prozent.

Die bisher höchste Wahlbeteiligung war bei der Volkskammerwahl 1990 in der DDR mit 94 Prozent und der Bundestagswahl 1972 mit 91,1 Prozent, die niedrigste bei der Bundestagswahl 2005 mit 77,7 Prozent.

Es gibt in Deutschland keine Mindestwahlbeteiligung, d. h. es gibt keine Grenze an absoluten Stimmen, unter der die Wahl ungültig wäre.

Auf Bundes- und Landesebene ist ein langfristiger Trend des Sinkens der Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Dies wird von Politikwissenschaftlern und Soziologien darauf zurück geführt, das es ein sinkendes Vertrauen in die Parteiendemokratie gibt. Außerdem würden die politischen Unterschiede zwischen den Parteien immer schwerer erkennbar sein ("Politikverdrossenheit").

Um das Ausmaß dieses Phänomens zu verdeutlichen, wird gelegentlich das Bild der Partei der Nichtwähler herangezogen: Hätten alle Nichtwähler für eine weitere, fiktive Partei gestimmt, wäre diese bei einigen Wahlen außer einer Bundestagswahl stärkste Fraktion im Parlament. Diese Redewendung hat mit der real existierenden Partei der Nichtwähler nichts zu tun. Es ergibt sich aus der hohen Zahl von Nichtwählern und den steigenden Zahlen von ungültigen Stimmen ein großes Stimmenpotenzial.

Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen (in Prozent) ab 1949:

1949: 78,5
1953: 86,0
1957: 87,8
1961: 87,7
1965: 86,8
1969: 86,7
1972: 91,1
1976: 90,7
1980: 88,6
1983: 89,1
1987: 84,3
1990: 77,8
1994: 79,0
1998: 82,2
2002: 79,1
2005: 77,7

Wahlbeteiligung von Jugendlichen

Insgesamt ist sowohl bei der gesamten Bevölkerung (1980: 88,6 Prozent - 2002: 79,1 Prozent), wie bei den Jugendlichen (bis 25) (1980: 79,65 Prozent - 2002: 69,15 Prozent) eine Abnahme der Wählenden zu beobachten. Da die bis 25-jährigen nur acht Prozent der Wahlberechtigten ausmachen, können sie nicht als einzige Gruppe für die Abnahme der Wahlbeteiligung insgesamt betrachtet verantwortlich sein. Die Differenz zwischen 1980 und 2002, also die Abnahme des Wähleranteils, ist bei den Jugendlichen etwas stärker (10,5 Prozent) als bei der gesamten Bevölkerung (acht Prozent). Nach Geschlecht aufgeschlüsselt zeigt sich, das Junge wie ältere Frauen stets weniger Wahlbeteiligung zeigen als gleichaltrige Männer. Wie in der Stadt zeigt sich auf dem Land ein Abstand zur Wahlbeteiligung der Gesamtbevölkerung (6%) sowie ein geringes Vertrauen in die repräsentative Parteiendemokratie. Im Bundestagswahlkampf 2002 hat die studentische Agentur Politikfabrik unter dem Label "die WAHLGANG" eine Kampagne zur Mobilisierung von Erstwählern geführt. In diesem Zusammenhang wurde u. a. als Hilfe zur Wahlentscheidung die erste Version des Wahl-O-Mat programmiert, der jedoch nur die fünf großen Parteien berücksichtigt. 2005 wird die überparteiliche Kampagne erneut geführt, diesmal als "WAHL GANG 05".

Situation in anderen Ländern


Anders als in Deutschland ist es etwa in Frankreich üblich, nicht die Wahlbeteiligung anzugeben, sondern Abstentions, also die relative Anzahl der Stimmenthaltungen, bezogen auf alle (eingetragenen) Wähler.

Weblinks


Politischer Begriff Wahlrecht

Voter turnout | Participación electoral | אחוז הצבעה | Kjörsókn | Frekwencja | 投票率

 

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