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Der Wagram ist ein Höhenzug in Niederösterreich. Er liegt nördlich der Donau zwischen Krems und Stockerau. Er bildet die nördliche Grenze des Tullnerfeldes, von dem er steil ansteigt, um oben in ein relativ flaches Gelände überzugehen. Während des Tertiärs war das Donaubecken um Wien ein Meer, das seine Ausläufer bis Eggenburg hatte (Eggenburger Bucht).
Aufgrund der Abgeschiedenheit, der sanften, touristischen Nutzung und des milden Klimas, in dem Trauben, Marillen und Kirschen vorzüglich gedeihen, gilt der Wagram als das Piemont Österreichs.
Wagram ist (zumindest im Weinviertel) die Bezeichnung für Geländekanten von Terrassenlandschaften. Der Name leitet sich ab von Wogenrand. Der Wagram ist also ein vorzeitlicher Meeresstrand.
Der kleine Wagram teilt das Marchfeld geologisch in die Prater- und Gänserndorfer Terrasse.
Orte wie Stetteldorf am Wagram, Fels am Wagram, Deutsch Wagram, Wagram an der Donau sind an solchen Geländekanten situiert.
Entstehung
Der Wagram entstand durch Meeresablagerungen und durch
eiszeitliche Erosions- und Ablagerungsprozesse: Das Tullnerfeld war einst von
Mäandern der Donau durchzogen, die Schotter und Sande aus den
Alpen Richtung
Wiener Becken transportierte - man kann sich das Tullnerfeld als weite Schotterfläche vorstellen. Die "Wagramkante" entstand durch Ablagerung des aus dieser Schotterfläche ausgeblasenen Flugsandes auf der früher als Steilküste der Thethys und Paratethys ausgebildeten Kante.
Wirtschaft
Das Agrar-und Lebensmittel-System ist mit insgesamt 15% an der regionalen Wertschöpfung beteiligt und trägt mit mehr als 1.000 Mitarbeitern rund 20% zur Beschäftigungslage bei: allein in der
Landwirtschaft arbeiten circa 900 Menschen. Diese arbeiten überwiegend in den zahlreichen Weinbaubetrieben, im Obstbau oder in der Fischzucht. Hervorzuheben und eine regionale Besonderheit sind die
Trüffelfarmen, wobei nicht selten aufgelassene Weinkeller genutzt werden. Im Bereich der
Industrie zählt die Region etwa 1300 Beschäftigte, was durch das Vorhandensein kleiner und mittelständischer Betriebe ermöglicht wird, die in punkto Logistik, Marketing, Forschung und Entwicklung nicht selten gemeinsam agieren. Vom
Tourismus und der Kulturwirtschaft getragen, bildet der Dienstleistungssektor mit rund 2000 Beschäftigten das Herzstück der Wirtschaft am Wagram. Besonders ins Gewicht fallen dabei die Dienstleistungen für Unternehmen im industriellen Sektor.
Tourismus
Die kleinräumigen Strukturen des Wagram bieten ideale Voraussetzungen für Tourismus: Zwölf Radrouten und zahlreiche Reitwege führen quer durch das Land, man frönt dem Golfsport, der Fischerei und die Donauarme laden zum Baden ein. Eingebettet in die großen Tourismusregionen wie der
Wachau oder
Wien entwickeln sich die Strukturen des Fremdenverkehrs mit gebotener Gelassenheit. Nichts fürchten die Menschen am Wagram mehr als sintflutartige Besucherströme, die sich über Ihr Land ergießen und ihm die Beschaulichkeit nehmen könnten. Alles soll sich vorsichtig entwickeln, kontinuierlich, mit Herz und Hirn.
Neben Sport und Erholung, Weingenuß und Seminartourismus spielt auch der Kultur- und Bildungstourismus eine nicht unbedeutende Rolle. Die Region empfiehlt sich aber auch als Destination für Individualisten, für jene, die abseits der ausgetretenen Pfade die Schönheit im kleinen suchen wollen. Ein Erlebnis aus Entschleunigung und Staunen, genauso wie Schweiß und Geschwindigkeit - der Wagram bietet jedem etwas.
Weinbau
Bekannt wurde der
Wagram durch den
Glykolwein-Skandal, der
1985 die gesamte Weinwelt erschütterte. Der Weinskandal war auch eine Chance für die kleineren, unbedeutenderen Winzer, sich über die Qualität zu positionieren und den großen Kellereibetrieben die Richtung vorzugeben. Heute ist der Wagram Teil des Weinbaugebietes Donauland. Aufgrund seiner südlichen Hangrichtung eignet er sich für den Wein- und Obstausbau. Weinorte sind
Stetteldorf am Wagram,
Kirchberg am Wagram,
Fels am Wagram, Gösing, Großriedenthal, Ruppersthal und
Feuersbrunn. Zwei Drittel der Rebfläche sind mit dem
Grünen Veltliner bestockt.
Weißburgunder,
Chardonnay,
Roter Veltliner,
Riesling und
Sauvignon Blanc runden das Angebot der weißen
Rebsorten ab. Bei den roten Rebsorten dominieren der
Zweigelt,
Pinot Noir sowie
Cabernet Sauvignon. Den Übergang ins
Kamptal bildet
Langenlois.
Wichtige Impulse gingen von der
Wachau und auch von den Einheimischen Winzern Hans Diwald, Alfred Paradeiser und Karl Fritsch aus.
Siehe auch den Artikel Weinbau in Österreich.
Kultur
Kulturelle Zentren des Wagrams sind das
Schloss Thürnthal bei Fels, in dem laufend Ausstellungen, Konzerte und Märkte stattfinden, Kirchberg am Wagram, Stetteldorf am Wagram und das
Heiss'n Haus in Gösing.
Orte gleichen Namens
Dieser Wagram ist nicht zu verwechseln mit
Deutsch-Wagram, dem Ort der
Schlacht bei Wagram nordöstlich von
Wien.
Deutsch Wagram, Wagram an der Donau, Fels am Wagram, Wagram am Wagram, St.Pölten-Wagram
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