Ein Waffenring ist eine Arbeitsgemeinschaft von schlagenden Studentenverbindungen an einem oder mehreren Hochschulorten, die dazu dient, gemeinsam Fragen hinsichtlich des Austragens von Mensuren zu klären, dem studentischen Fechten mit scharfen Waffen.
Schlagende Verbindungen, besonders pflichtschlagende, sind darauf angewiesen, für ihre Mitglieder möglichst gleichwertige Gegner ("Gegenpaukanten") zu finden, die nicht in der eigenen Verbindung und auch nicht in einer befreundeten Verbindung Mitglied sind. Das Suchen und Aushandeln der Paukanten für eine Mensur wird von den zuständigen Fecht-Chargierten bzw. Consenioren der betreffenden Verbindungen auf der regelmäßig stattfindenden Waffenring-Sitzung vorgenommen. Zum Vergleich der fechterischen Leistungsfähigkeit der Paukanten gibt es in jedem Waffenring ein spezielles Bewertungssystem, mit dem die Leistungsfähigkeit (technische Fertigkeiten, physische Konstitution) dargestellt werden kann. So ist die Auswahl geeigneter Gegenpaukanten möglich.
Wenn genügend Mensuren verabredet sind, wird ein Pauktag (auch "Bestimmtag") in einem geeigneten Pauklokal angesetzt, wo diese Mensuren ausgefochten werden.
Waffenring-Sitzungen und Pauktage werden vom Fecht-Chargierten der im Waffenring präsidierenden Verbindung organisiert und ausgerichtet. Das Präsidium in einem Waffenring wechselt reihum semesterweise, so dass jede Verbindung in gewissen Zeitabständen mit dem Vorsitz betraut ist.
Jeder Waffenring besitzt seinen eigenen Fecht-Comment. Das heißt, dass die Regularien an jedem Universitätsort, manchmal sogar in verschiedenen Waffenringen am selben Ort, sich teilweise beträchtlich unterscheiden. So hinsichtlich der Zahl der Gänge pro Mensur, der Zahl der Hiebe pro Gang, der Regeln für den Anhieb und der entsprechenden Kommandos, der Anwendungsregeln für die Schutzwaffen etc. So kann das Fechten an einem anderen Studienort oder ein Studienortwechsel eine fechterische Umstellung erfordern.
In vielen größeren Städten gibt es mehr als einen Waffenring. Das kann am mangelnden Vertrauen gegenüber Verbindungen einer anderen Verbindungsart oder eines anderen Dachverbands liegen. So ist es vielfach üblich, dass Corps lieber untereinander fechten und ihren eigenen "Consenioren-Convent" gründen, wenn es an dem betreffenden Ort genügend Corps gibt. Das ist zum Beispiel in München und Göttingen der Fall.
Andererseits gibt es Waffenringe, deren Einzugsgebiet mehrere Städte umfasst. Das kann vorkommen, wenn an einem oder mehreren nahe beieinander liegenden Hochschulorten wenig Verbindungen ansässig sind, so dass nicht genug Gegenpaukanten zur Auswahl stehen. Das kommt zum Beispiel an Hochschulen vor, die in den 1970er Jahren neu gegründet sind, oder auch in den neuen Bundesländern, wo die Verbindungsszene sich erst noch entwickelt.
Siehe auch: Paukverhältnis, Allgemeiner Deutscher Waffenring
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