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Der Wachtmeister ist ein militärischer Unteroffiziersdienstgrad. Bei der deutschen Polizei war er bis in die 1980er Jahre der niedrigste Dienstgrad.

Geschichte


Die heutige Bezeichnung und Einordnung in militärische oder polizeiliche Ränge stammt aus dem Mittelalter. So wurden in Städten wie Regensburg Schutzgemeinschaften gebildet. Die Nachbarschaft half sich gegenseitig bei Feuer, Hochwasser und sonstigem Ungemach. Eine Schutzgemeinschaft (acht in Regensburg) wurde "Wacht" genannt, der Anführer "Wacht-Meister".

Militärwesen


Der Wachtmeister (siehe: Feldwebel) war in den Heeren des Absolutismus der ranghöchste Unteroffizierdienstgrad. Innerhalb der Kompanie oblag ihm die Kontrolle der Wachtposten und die Erledigung von Verwaltungsaufgaben. (Gleich hinter ihm rangierte im Deutschen Kaiserreich der Vize-Wachtmeister).

Der Feldwachtmeister bzw. Obrist-Wachtmeister bzw. Oberstwachtmeister übernahm als Stabsoffizier diese Aufgaben auf Regimentsebene. Die Bezeichnung wurde allmählich von Major abgelöst.

Der Generalfeldwachtmeister bzw. Generalmajor überwachte bei größeren Truppenverbänden u.a. die Aufstellung der Brigaden und Regimenter im Feld und auf dem Marsch.

Als Wachtmeister-Leutnant wurden bis ins 18. Jahrhundert hinein militärische Adjutanten tituliert.

Schweiz

Grade_sergent.png In der Schweizer Armee gehörte er bis zum 31. Dezember 2003 den erfahrenen Gruppenführern, die aufgrund ihres Könnens und ihrer Leistungen zum Zugführer-Stellvertreter wurden. Seit dem 1. Januar 2004 ist der Wachtmeister der normale Grad für einen Gruppenführer, der seine Ausbildung abgeschlossen hat. Ehemalige Gruppenführer im Grad des Korporals wurden mit dieser Neuerung zum Wachtmeister befördert, ehemalige Wachtmeister zum Oberwachtmeister. Der Rang des Korporals gibt es nun nur noch bei der Feldpost da die Ausbildung eines Feldpostkorporals wesentlich weniger lange dauert als die eines regulären Gruppenführers.

Österreich

Im Österreichischen Bundesheer ist der Wachtmeister der niedrigste Unteroffiziersdienstgrad. Um diesen Dienstgrad zu erreichen ist entweder der Abschluss der Heeresunteroffizierakademie in Enns (Dauer 1 Jahr) oder der Abschluss der Ausbildung zum Einjährig-Freiwilligen (Erster Ausbildungabschnitt für spätere Offiziersanwärter). Ein Wachtmeister wird üblicherweise als Kommandant einer Gruppe eingesetzt.

Deutschland

In Deutschland wurden bis 1945 die Feldwebel der Kavallerie und Artillerie als Wachtmeister bezeichnet.

In der Deutschen Marine wird der personalbearbeitende Bootsmann an Bord größerer Schiffe als Wachtmeister bezeichnet. Er ist ähnlich einem Spieß (Kompaniefeldwebel) in den Heereseinheiten und hat den gleichen Dienstgrad im Range eines Unteroffiziers mit Portepee (im Regelfall Hauptbootsmann oder höher).

Polizei


Im Deutschen Kaiserreich wurden Polizisten mit der Verleihung des Portepees (zuerst für 25 Jahre, später für 12 Jahre vorwurfsfreien Dienst) ehrenhalber Wachtmeister genannt. Der Brauch geschah in bewusster Anlehnung an das militärische Vorbild, zumal viele ehemalige Armee-Unteroffiziere bei der Polizei zivilversorgt wurden.

In Deutschland werden Polizisten in der Umgangssprache immer noch als Wachtmeister bezeichnet, unabhängig von ihrem eigentlichen Rang. Allerdings wird der Dienstgrad "Polizei-Wachtmeister" nicht mehr vergeben.

Siehe auch: Polizeivollzugsbeamter

Justiz


Auch die Justiz beschäftigt in Deutschland heute noch dem einfachen Dienst angehörige Justiz-/Gerichtswachtmeister für die Einlasskontrolle in den Gerichten und Staatsanwaltschaften, die Vorführung von Gefangenen im Gericht, die Wahrung von Sicherheit und Ordnung, sowie den Aktentransport. Auch mit der Zustellung von Schriftstücken sind sie gelegentlich befasst. Einige Bundesländer unterhalten für besonders gefährdete Justizverfahren auch eine spezielle Eingreifgruppe der Justizwachtmeisterei.

Umgangssprache


Umgangssprachlich und in der Ganovensprache wird mit Wachtmeister auch die exkrementale Hinterlassenschaft von Einbrechern (Duftmarke) bezeichnet.

Militär (Österreich) | Militär (Schweiz) | Unteroffiziersdienstgrad | Beamtenrecht

Wachtmeister | Wachmistrz | Вахмистр

 

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