Wałcz (deutsch: Deutsch Krone) ist eine Kreisstadt in Polen in der Woiwodschaft Westpommern.
Umkämpft ist auch die Einführung der Reformation. Zunächst führt Stadthalter von Gorka 1535 die lutherische Lehre ein, die Polen wollen dies aber 1594 durch die Einsetzung eines katholischen Pfarrers wieder rückgängig machen. Sie scheitern aber an den überwiegend deutschen Bewohnern, die den aufoktroyierten Geistlichen wieder vertreibt. Günstig für die Weiterentwicklung der Stadt wirkt sich die Verleihung der Marktrechte am 20. August 1577 durch den polnischen König Stephan aus. Zu dieser Zeit sind die meisten Einwohner Ackerbürger, die die nahe liegenden Ländereien bewirtschaften. Dies hat jedoch zur Folge, dass sich die Stadt nicht ausweiten kann. Neu ankommenden Siedlern bleibt daher nichts weiter übrig, sich weiter außerhalb niederzulassen. So entsteht ein neuer Ort, der 1590 unter dem Namen Neustadt Wałcz ein eigenes Stadtrecht erhält. Erst als im Dreißigjährigen Krieg das Land Krone verwüstet und die wirtschaftliche Not zum Zusammenrücken nötigt, vereinigen sich mit dem Vertrag vom 6. Mai 1658 die beiden Städte.
Als Folge der 1. Polnischen Teilung wird das Kroner Land 1772 Preußen zugeschlagen und gehört damit wieder zum Deutschen Reich. Da es bei Bromberg eine Ortschaft namens Polnisch Krone gibt, erhält die Stadt nun den offiziellen Namen Deutsch Krone. Mit der Bildung des Landkreises Deutsch Krone, zu dieser Zeit der zweitgrößte in Preußen, erhält die Stadt dessen Verwaltungszentrum, hat aber nur 1.155 Einwohner. Nachdem 1665 bereits die Jesuiten eine Schule gegründet hatten, dürfen die evangelischen Bürger 1773 eine eigene Schule ins Leben rufen. Der erste eigene evangelische Pfarrer wird 1794 berufen, doch erst 1823 wird mit dem Bau der evangelischen Kirche begonnen. Zu dieser Zeit hat sich die Zahl der Einwohner auf 2.500 verdoppelt.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird die Stadt von mehreren großen Bränden und 1831 von einer Choleraepidemie heimgesucht. Doch machen sich auch Strukturfortschritte bemerkbar. 1828 war Deutsch Krone an die Fernstraße Berlin – Königsberg, die spätere Reichstraße 1, angeschlossen worden, und 1881 erreicht die Eisenbahn mit der Strecke Schneidemühl – Deutsch Krone die Stadt. Mit dem Bau weiterer Eisenbahnlinien entwickelt sich bis 1898 ein Eisenbahnknotenpunkt, der für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgt. Es entstehen Betriebe der Holz- und Metallverarbeitung, und der landwirtschaftliche Handel verstärkt sich. Die Einwohnerzahl ist inzwischen auf 7.300 angestiegen. deutschkrone.jpg Schlimme Folgen bringt der 1. Weltkrieg mit sich. Die Grenzen des durch den Versailler Vertrag neu geschaffenen Polens sollen die Gebiete östlich von Deutsch Krone von Deutschland abtrennen. Erst durch Massenproteste der Bürger der betroffenen Städte wird der gesamte Landkreis neben acht anderen wieder dem Deutschen Reich zugeschlagen. Er wird in die neue preußische Provinz Grenzmark eingegliedert, kommt aber 1938 zu Pommern. Die Grenzlage der Stadt bereitet der Wirtschaft erhebliche Schwierigkeiten. Durch die Umsiedelung der Bewohner aus den verlorenen Provinzen drängen etwa 3.000 in die Stadt. Erst in den 20er Jahren entstehen mehrere Neubausiedlungen, in den die Neuankömmlinge eine neue Heimat finden. Da die Stadt jetzt Grenzstadt ist, wird sie 1932 zur Festung erklärt, und die Wehrmacht verlegt 1935 eine des Artillerie-Abteilung in die Stadt. Die letzte deutsche Volkszählung ermittelt 1939 14.941 Einwohner. Im Zuge des 2. Weltkrieges werden mehrere Lazarette eingerichtet bzw. neu gebaut, und eine Marie-Ausbildungseinheit wird stationiert. 1944 müssen die arbeitsfähigen Bürger an der Verstärkung der so genannten Pommernstellung, einem System von Betonbunkern und Panzersperren, mitarbeiten. Im Januar 1945 werden die Einwohner von Deutsch Krone aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Sie sollen in der 200 Kilometer westlich entfernten Stadt Demmin aufgenommen werden, die dem Ansturm jedoch nicht gewachsen ist, sodass viele der Flüchtlinge weiter nach Westen ziehen müssen. Am 12. Februar 1945 fällt Deutsch Krone in die Hände der Roten Armee. Nachdem die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt wurde, erhält sie den slawischen Namen Wałcz .