Wałbrzych * (deutsch Waldenburg) ist eine Großstadt im Südwesten Polens. Sie liegt in der Woiwodschaft Niederschlesien inmitten des Waldenburger Berglands. Die Stadt ist rund 65 Kilometer südwestlich von der niederschlesischen Hauptstadt Breslau entfernt und bildet das Zentrum des niederschlesischen Steinkohlereviers.
(nach: "Wörterbuch der Landeskundlichen Namen" ISBN 83-901637-7-2, von M. J. Battek & J. Szczepankiewicz-Battek, Wrocław/Breslau, 1998):
Die Stadt Waldenburg wuchs mit der Industrialisierung zu einer völlig vom Bergbau dominierten Stadt.
Ein wochenlanger Streik der Waldenburger Bergleute vom 1. Dezember 1869 bis zum 14. Januar 1870 mit 7.000 Streikenden war der bisher größte Streik in Deutschland und legte zeitweilig das ganze Bergbaurevier lahm. Auslöser war die Nichtanerkennung des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins durch die Fabrikbesitzer. Der Streik endete mangels Unterstützung der Bergleute durch den Gewerkverein erfolglos, doch bewirkte er eine Radikalisierung der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung.
Im Jahre 1885 zählte die Stadt etwa 13.000 meist evangelische Einwohner.
Waldenburg gehörte im Deutschen Reich zur preußischen Provinz Schlesien, 1919-1938 und 1941-1945 zur Provinz Niederschlesien. Im Jahr 1924 schied die Stadt aus dem Kreis Waldenburg aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis.
1934 wurde der Stadtkreis Waldenburg durch die Eingliederung von Ober Waldenburg und Teilen der Landgemeinden Dittersbach, Hermsdorf und Weißstein aus dem Landkreis vergrößert.
Zwischen 1935 und 1938 war Dr. Ludwig Schneider (NSDAP) Oberbürgermeister.
Nach Ende des Krieges wurde die deutsche Bevölkerung - soweit nicht im Krieg geflohen - bis auf Arbeitskräfte, die im Bergbau benötigt wurden, vertrieben. Die Arbeitskräfte, die ein Bleiberecht erhielten, waren im Berufs- und öffentlichen Leben vielfach informellen Benachteiligungen ausgesetzt und durften das Land bis Ende der 1950 Jahre häufig nicht verlassen.
Seit 1945/1949 zu Polen gehörig, wurde Waldenburg in Wałbrzych umbenannt und 1946 in den Verwaltungsbezirk (Woiwodschaft) Breslau gegliedert. Mit der Verwaltungsreform von 1975 bildete Waldenburg eine selbständigen Bezirk mit einer Fläche von 4.168 km² und 716.100 Einwohnern (1980), bestehend aus 31 Städten und 30 Gemeinden. Im Jahr 1998 wurde die Woiwodschaft Wałbrzych im Zuge einer weiteren Verwaltungsreform aufgelöst und in die Woiwodschaft Niederschlesien integriert.
Die Restrukturierung des polnischen Bergbaus hat zu einer hohen Arbeitslosenquote im Waldenburger Industrierevier von 28% (2006) geführt. Die Stadt sieht sich mit teilweiser Verarmung der Bevölkerung und starkem Einwohnerrückgang (etwa 1000 pro Jahr) konfrontiert.
In Wałbrzych gibt es 22 Grundschulen, 18 Gymnasien und 21 Mittelschulen.
Zwei weiterführende Bildungsanstalten haben ihren Sitz in Wałbrzych:
Einige Hochschulen haben Aussenstellen in Wałbrzych:
Ort der Woiwodschaft Niederschlesien
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