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Als Würmer (Einzahl: Wurm) bezeichnet man eine ganze Reihe zum Teil nur sehr entfernt verwandter, wirbelloser Tiere. Sie zeichnen sich durch einen langgestreckten, schlauchförmigen Körperbau aus. Ursprünglich wurde von der Zoologie versucht, alle wurmförmigen Tiere aufgrund ihrer äußeren Merkmale in ein enges Verwandtschaftsverhältnis zu stellen und in der Klasse der Würmer (Vermes) zusammenzufassen. Aufgrund der Tatsache, dass die vielen verschiedenen wurmförmigen Tierarten, schon wegen ihres unterschiedlichen inneren Aufbaus, kaum miteinander verwandt sind (Heterophylie), musste diese Idee mittlerweile aufgegeben werden. Auch die Gegenüberstellung von "Höheren Würmern" (Annelida) und "Niederen Würmern" (Aschelminthes und Plathelminthes) ist heute völlig überholt. Trotzdem sind alle diese Tiere aufgrund konvergenter Evolution morphologisch einander so ähnlich, dass für eine allgemeinere bzw. populäre Betrachtung der Begriff Wurm immer noch verwendet werden kann und wird.
Merkmale
Hierbei betrachtet man als Wurm ein Tier mit einem gestreckten, drehrunden Körperbau, der nach außen hin oft
radiärsymmetrisch erscheint, auch wenn das Tier in Wirklichkeit nur
bilateralsymmetrisch ist. Das Fehlen von
Extremitäten wie
Beinen oder
Fühlern sowie eine daraus resultierende kriechende Fortbewegungsweise sind ebenfalls typisch. Den meisten Würmern fehlt zudem ein festes inneres oder äußeres Skelett (
Exoskelett), oft werden die Tiere durch ein
Hydroskelett, also ein System mit Flüssigkeit gefüllter Kammern im Körperinneren gestützt.
Fälschlicherweise wird der deutsche Begriff Wurm auch bei einigen Insektenlarven verwendet, etwa für den Mehlwurm, der aber aufgrund mehrerer Merkmale, wie z.B. dem Vorhandensein von Beinen und Fühlern sowie eines Chitinpanzers, eindeutig als Insekt zu identifizieren ist und somit keinen Wurm darstellt.
Systematik
Alle Würmer gehören zu den wirbellosen Tieren (
Invertebrata), hierbei zu den Urmundtieren (
Protostomia). Dass es nicht möglich ist, eine weitere generelle Einordnung für alle Wurmarten zu treffen zeigt, was für eine heterogene Gruppe die Würmer darstellen. Es finden sich hierin sowohl
Lophotrochozoen als auch
Häutungstiere (Ecdysozoa). Zu den verschiedenen
Tierstämmen, in denen Würmer vorkommen, gehören:
Lumbricus medium.jpg
Im Stamm der Gliederfüßer, zu denen ja auch Insekten, Spinnentiere und Krebstiere gehören, finden sich die Zungenwürmer (Pentastomida), die zu den Krebstieren (Crustacea) gehören, als wurmartige Vertreter.
Bedeutung
Einige
parasitäre Würmer, die als
Eingeweidewürmer bezeichneten Bandwürmer, Fadenwürmer und Saugwürmer, können beim Menschen oder auch bei anderen Tieren
Wurmerkrankungen hervorrufen, aber natürlich gibt es auch viele für den Menschen unschädliche Würmer bzw. sogar solche die
nützlich sind (z.B. der
Regenwurm, der die Qualität des Bodens, den er bewohnt, verbessert). Wegen des heterogenen Ursprungs der verschiedenen Würmer sind die Lebensräume und -weisen natürlich ebenso unterschiedlich. Würmer kommen nicht nur an Land vor (wie der oben erwähnte Regenwurm), sondern auch
marin wie z.B. die
Bartwürmer, die selbst an den extremen Standorten der
Tiefsee in großer Zahl überleben können. Würmer haben in
Ökosystemen oft eine große Bedeutung als
Destruenten, sind aber auch selbst oft Nahrung für bestimmte fleischfressende Tiere wie z.B.
Vögel, kleine
Säugetiere oder
Fische.
Siehe auch
Tiere
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