Wünnewil-Flamatt ist eine politische Gemeinde im Sensebezirk des Kantons Freiburg in der Schweiz. Bis 1974 wurde die Gemeinde offiziell Wünnewil genannt.
Die Fläche des 13.2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Molassehügellandes zwischen den Flusstälern der Saane und der Sense, das vom eiszeitlichen Rhônegletscher überformt wurde. Die nördliche Gemeindegrenze verläuft entlang der kanalisierten Sense, die in einem rund 500 m breiten flachen Talboden fliesst. Bei Flamatt mündet als wichtiger Seitenbach die Taverna. Von der Sense erstreckt sich der Gemeindeboden südwärts über einen dicht bewaldeten Steilhang auf das offene Hochplateau von Wünnewil und reicht im Westen bis auf die Egg (651 m ü. M.).
Südlich von Wünnewil hat sich die Taverna in einem von Südwesten nach Nordosten ausgerichteten Tal rund 50 m in die Schichten des Sandsteinplateaus eingegraben. Jenseits des Tavernatals reicht das Gebiet über das Plateau von Dietisberg und die Höhe von Buechholz (mit 714 m ü. M. die höchste Erhebung von Wünnewil-Flamatt) bis in das Tal des Lettiswilbaches (rechter Zufluss der Taverna).
Östlich der Mündung der Taverna in die Sense erstreckt sich die Gemeindefläche in einem schmalen Zipfel weiter ostwärts bis an den Sensebogen bei Thörishaus. Sie umfasst dabei nur gerade den rund 500 m breiten Talboden links der Sense. Erst nach der Erstellung eines Hochwasserdammes im Jahr 1911 konnte der Talboden, der früher oft überschwemmt wurde, besiedelt werden. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 18 % auf Siedlungen, 17 % auf Wald und Gehölze, 64 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Wünnewil-Flamatt besteht aus den beiden Hauptsiedlungen sowie zahlreichen Weilern, Hofsiedlungen und Einzelhöfen.
Nachbargemeinden von Wünnewil-Flamatt sind Ueberstorf, Sankt Antoni, Schmitten und Bösingen im Kanton Freiburg sowie Neuenegg im Kanton Bern.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1900 | 1160 |
| 1910 | 1542 |
| 1930 | 1964 |
| 1950 | 2153 |
| 1960 | 2549 |
| 1970 | 4016 |
| 1980 | 3774 |
| 1990 | 4211 |
| 2000 | 4916 |
Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. Dank der guten Verkehrsanbindung entwickelte sich in Flamatt seit den 1970er Jahren eine grössere Industrie- und Gewerbezone. Der Ort wird durch die Silotürme der Futtermühle geprägt. Heute sind in Flamatt Betriebe des Bau- und Transportgewerbes, der Feinmechanik, des Holzbaus, des Maschinenbaus und eine Wellkartonfabrik ansässig. Kleinere Betriebe gibt es auch in Wünnewil. Beim Weiler Blumisberg südöstlich von Wünnewil befindet sich ein Golfplatz. In den letzten Jahrzehnten hat sich Wünnewil-Flamatt auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den Regionen Bern und Freiburg arbeiten.
Am 2. Juli 1860 wurde die Eisenbahnlinie von Bern nach Düdingen (Balliswil) mit je einem Bahnhof in Flamatt und Wünnewil in Betrieb genommen. Die Bahnlinie von Flamatt nach Gümmenen wurde am 23. Januar 1904 eingeweiht. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgt der Postautokurs, welcher die Strecke von Flamatt nach Albligen bedient.
Das Gebiet von Wünnewil und Flamatt gehörte im 12. Jahrhundert den Zähringern, später kam es an die Grafen von Thierstein. Beim Weiler Sensenbrügg befand sich schon früh ein wichtiger Flussübergang mit Zollstation. Seit dem 14. Jahrhundert unterstand Wünnewil der Herrschaft von Freiburg und wurde der Alten Landschaft (Aupanner) zugeordnet. Flamatt kam 1467 nach einer Grenzregelung definitiv an Freiburg. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime (1798) gehörten Wünnewil und Flamatt während der Helvetik und der darauf folgenden Zeit zum Distrikt Freiburg und ab 1831 zum Deutschen Bezirk Freiburg, bevor sie 1848 mit der neuen Kantonsverfassung in den Sensebezirk eingegliedert wurden.
Die Gemeinde, die bis 1974 offiziell nur Wünnewil hiess, war stets zweigeteilt, wobei Flamatt mit Sensenbrügg und Eggelried eine Exklave bildete, die vom übrigen Gemeindeteil durch das Gebiet von Bösingen abgetrennt war. Während der 1970er Jahre wurden zwei bedeutende Grenzänderungen vollzogen. Zunächst überliess Wünnewil das nördlich des Bahnhofs Schmitten gelegene Wohnquartier mit einer Fläche von 29 ha im Jahr 1976 der Gemeinde Schmitten. 1977 trat Bösingen ein Gebiet von 4.65 km² mit den Weilern Blumisberg, Balsingen, Bagiwil, Amtmerswil und Staffels an Wünnewil ab. Damit wurde die ehemalige Exklave Flamatt auch territorial mit dem Gemeindegebiet von Wünnewil vereinigt.
Flamatt hat zwei Kirchen: Die reformierte Davidskirche wurde 1965 mit zwei übereck gestellten Dreiecken als Grundform und einem freistehenden Glockenturm erbaut, während die katholische Kirche am Senseufer 1973 eingeweiht wurde. In Sensenbrügg befinden sich die spätgotische Kapelle Sankt Beatus von 1602 mit einer bemerkenswerten Dekorationsmalerei, das Zollhaus von 1529 und ein Gasthaus.
In den Weilern sowie im alten Ortskern von Wünnewil sind einige stattliche Bauernhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten. In Elswil und Dietisberg stehen Kapellen.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Freiburg | Schweizer Gemeinde
Wünnewil-Flamatt | Wünnewil-Flamatt | Wünnewil-Flamatt | Wünnewil-Flamatt (kommun, CH-FR)
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