Unter Währungspolitik werden alle politischen Maßnahmen verstanden, welche eine Beeinflussung der Wechselkurse zum Ziel haben.
Währungspolitik kann grundsätzlich von allen politischen Institutionen durchgeführt werden, die mit der o. g. Beeinflussung des Wechselkurses bestimmte politische Ziele zu erreichen versuchen. Wichtigste Akteure sind i. A. die Zentralbank eines Landes sowie seine Regierung.
Es kann eine Reihe von Zielen der Währungspolitik unterschieden werden.
Manche Volkswirtschaften (v. a. Entwicklungs- und Schwellenländer) versuchen durch eine Wechselkursbindung Preisstabilität zu erreichen. Hierbei wird versucht, durch das Fixieren des Wechselkurses die Inflationsrate bei Importgütern an die Inflationsrate eines preisstabilen Ankerwährungslandes anzugleichen und somit sowohl direkt (über inflationsfreie importierte Konsumgüter) als auch indirekt (über inflationsfreie importierte Vorprodukte) die Verbraucherpreisentwicklung zu stabilisieren.
Ein weiterer Effekt einer festen Wechselkursbindung kann in einer Senkung der Transaktionskosten liegen. Es gibt zwei Arten von Transaktionskosten, die durch eine währungspolitische Strategie gesenkt werden können:
Während der Nutzen stabiler Wechselkurse in einer Senkung der Inflation besteht, können auch Auf- oder Abwertungen einen Nutzen für die Volkswirtschaft generieren. Wertet eine Währung ab, so macht dies inländische Produkte im Ausland billiger (kompetitive Abwertung). Man spricht in einem solchen Fall von einer höheren Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft.
Vorteil einer solchen Politik: Man geht davon aus, dass durch eine Abwertung der Inlandswährung die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft als Ganzes zunimmt - es wird mehr exportiert, die Produktion steigt, die Arbeitslosigkeit sinkt usw. Nachteil einer solchen Politik: Ein Vertrauen auf die positiven Effekte einer Abwertung kaschiert oft nur darüber hinaus gehende Ineffizienzen.
Eine solche Politik der schwachen Inlandswährung wird zumeist von Ländern mit Produktivitätsrückständen betrieben - also häufig von Schwellen- und Entwicklungsländern.
Ein Maßstab für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist der effektive Wechselkurs (siehe Wechselkurs).
Während eine abwertende Währung ausländische Güter teurer macht, werden diese durch eine Aufwertung billiger, da man sich so zu einem bestehenden Vermögen mehr ausländische Güter kaufen kann. Dies kann v. a. für solche Länder von Bedeutung sein, die wichtige Güter importieren müssen (beispielsweise Rohstoffe oder Investitionsgüter).
Ein Beispiel für eine solche Politik der starken Inlandswährung ist die Bundesrepublik seit den 1970ern; die D-Mark wertete gegenüber fast allen Wettbewerbern kontinuierlich auf. Der daraus zu befürchtende Wettbewerbsnachteil wurde wettgemacht durch niedrigere Inflations- und höhere Produktivitätswachstumsraten. Darüber hinaus gelang es Deutschland, durch diese Politik der starken D-Mark sehr billig ausländisches Kapital ins Land zu holen.
Darunter versteht man beispielsweise einen ausgeglichenen Leistungsbilanzsaldo. Eine ausgeglichene Leistungsbilanz kann deswegen u. U. ein Ziel der Währungspolitik darstellen, weil ein Leistungsbilanzdefizit u. U. davon zeugt, dass eine Volkswirtschaft im Inland nicht mehr genügend attraktive Anlagemöglichkeiten findet während ein Leistungsbilanzüberschuss durch Auslandsverschuldung finanziert werden muss.
Insbesondere für Schwellen- und Entwicklungsländer ist es von fundamentaler Bedeutung, Zugang zu internationalen Krediten zu bekommen. Ausländische Anleger werden dann am ehesten bereit sein, einem Land Kapital zur Verfügung zu stellen, wenn sie sicher sind, dass sie das Geld (plus eine Rendite) zurückbekommen.
Ist der Wechselkurs zur Währung der Geldgeber fix, so steigen demnach die Chancen auf eine rentable Investition, da sich das Wechselkursrisiko verringert - ist der Wechselkurs variabel, so besteht seitens der Anleger u. U. Angst vor einer Abwertung.
Die währungspolitischen Ziele können durch verschiedene Instrumente erreicht werden:
In diesem Fall greift die Zentralbank aktiv in das Marktgeschehen ein. Sie tritt als Anbieter oder Nachfrager auf, um den Wechselkurs entweder zu erhöhen oder zu senken.
In manchen Fällen muss die Zentralbank gar nicht direkt in den Markt eingreifen, um eine bestimmte Wirkung auf den Wechselkurs zu erzielen - oft reicht auch eine bloße verbale Ankündigung. In solchen Fällen könnte der Markt antizipieren, dass die Zentralbank eingreift und schon ohne den Eingriff selbst für eine Bewegung des Wechselkurses in die von der Zentralbank gewünschte Richtung sorgen. Je glaubwürdiger der verbale Markteingriff ist, umso erfolgreicher ist er.
Neben der Zentralbank kann ein verbaler Eingriff beispielsweise auch von der Regierung kommen. Jedoch ist fraglich, ob ein bestimmtes Statement des Regierungschefs zum Wechselkurs die Märkte in Bewegung setzt. Grund: In den meisten Ländern verfügen Regierungen (u. a. wegen der Unabhängigkeit der Zentralbank) über keinerlei politische Instrumente, um ihren Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen.
Über die Zusammenhänge der Zinsparität wirkt natürlich auch die Zinspolitik auf den Wechselkurs: Eine Leitzinserhöhung bewirkt tendenziell eine Aufwertung der Inlandswährung, eine Leitzinssenkung führt tendenziell zu einer Abwertung. D. h. auch die Geldpolitik der Zentralbank hat Auswirkungen auf den Wechselkurs.
Während die bisherigen Instrumente hauptsächlich die Zentralbank in die Lage versetzen, Währungspolitik zu betreiben, so können auch Regierungen sehr wirksam Einfluss auf den Wechselkurs nehmen – beispielsweise in Form von Gesetzen. So kann das Parlament ein Gesetz beschließen, dass die Zentralbank dazu verpflichtet ist, den Wechselkurs auf einem bestimmten Niveau zu halten.
Im Prinzip kann sich der Preis entweder frei bilden (flexibler Wechselkurs) oder von einer Notenbank festgelegt werden (fixer Wechselkurs). Daneben existieren zahlreiche Zwischen- und Sonderformen. In der Regel sollten die Wechselkurse umso fixer sein, je enger zwei Volkswirtschaften realwirtschaftlich miteinander verzahnt sind.
Flexible Wechselkurse haben die Vorteile:
Fixe Wechselkurse haben die Vorteile:
Die Währungspolitik der Europäischen Zentralbanken zielt auf Geldwertstabilität d.h. eine niedrige Inflationsrate.
Von sich aus haben sich die Euroländer an keine anderen Länder gebunden. Ausnahmen sind diejenigen Länder, die sich im EWS II befinden (Dänemark, Estland, Litauen und Slowenien). Für sie hat die EZB eine Interventionspflicht übernommen. Gegenüber den anderen Währungen verfolgt die EZB eine Free-float-Strategie.
Allerdings zeigte die Europäische Zentralbank bereits mehrfach Anzeichen für ein Dirty Float mit dem US-Dollar; in mehreren Fällen intervenierte die EZB am Devisenmarkt, um den Euro zu stützen, der die ersten beiden Jahre seines offiziellen Bestehens kontinuierlich gegenüber dem US-Dollar an Wert verlor. Es kann zwar nicht immer klar nachgewiesen werden, ob und wie die Zentralbank am Markt intervenierte – allerdings kündigte die EZB teilweise ihre Operationen im Vorfeld an. Währung
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